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26.03.2017
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Anna Katharina Emmerick

Anna Katharina Emmerick besaß die seltene Gabe der Mystik, einer intensiven persönlichen Gotteserfahrung Tief in ihr Gebet versunken.

Teil 3: Die Eucharistie-Verehrung

"Wir achten die Gnade nicht"

Kennen heutige Christen eine Sehnsucht nach dem Empfang der Eucharistie? Entspricht die Vorbereitung auf den Empfang des Leibes Christi der hohen Bedeutung dieses Sakraments? Diese Fragen verdienen ehrliche Antworten, die dem Rang des Sakraments entsprechen. Anna Katharina Emmerick hat einmal die mangelnde Wertschätzung der Eucharistie von Priestern und Gläubigen kritisiert: "Wir haben die Gnade und achten sie nicht."

In seiner Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" zum Gründonnerstag des Jahres 2003 über die Eucharistie in ihrem Verhältnis zur Kirche hat Papst Johannes Paul II. das Sakrament der Eucharistie als kostbarste Gabe, als "die Gabe schlechthin" gewürdigt, die Jesus der Kirche geschenkt habe - sich selbst. "Die Kirche lebt vom eucharistischen Christus", betont der Papst. In der Eucharistie zeige Jesus "eine Liebe, die kein Maß" kenne. "Mit der Eucharistie nehmen wir das Geheimnis der Auferstehung in uns auf". Die Eucharistie stellt sich für Johannes Paul II. "als Quelle und zugleich als Höhepunkt der ganzen Evangelisation dar, da ihr Ziel die Gemeinschaft der Menschen mit Christus und in ihm mit dem Vater und dem Heiligen Geist ist".

Anna Katharina Emmerick lebte in der vom Papst beschriebenen tiefen Sehnsucht nach dem eucharistischen Brot, weil für sie die gewandelte Hostie die unmittelbare Nähe Gottes bedeutete. Zuweilen gliederte der Kommunionempfang sogar ihren Tagesrhythmus. "Vor meinem Eingang ins Kloster teilte ich die Zeit von der einen Kommunion zur anderen und verwendete die erste Hälfte zur Danksagung, die zweite zur Vorbereitung auf die nächste Kommunion. "

Der Empfang der Eucharistie wurde für sie geradezu ein Zeitmaß - ein ihr Leben prägender Vorgang. Noch auf andere Weise wird das innige eucharistische Verständnis von Anna Katharina Emmerick anschaulich: "Jetzt bitte ich Gott den Heiland, dass er mir sein Herz geben wolle, um ihn darin zu empfangen. Nur dies könnte ihn würdig aufnehmen und ihn lieben und loben, wie er es verdient. Dafür möchte er mein Herz wieder nehmen und damit machen, was er wollte." Anna Katharina Emmerick lud Christus in ihr Herz, wünschte sich den Auferstandenen als ihren persönlichen Impulsgeber, ihren Lebensmotor. Er sollte sie bewegen, er sollte von ihr ausstrahlen auf ihre Umgebung, er sollte durch sie andere aufrichten und erfreuen helfen.

Kraftlos und kraftvoll

Wie sehr der Empfang der Eucharistie Stärkung für Anna Katharina Emmerick bedeutete, belegen zwei Episoden aus dem Jahr 1814. Am Ostersonntag berichtete sie ihrem Arzt, "sie habe die Nacht nicht geschlafen, sei aber doch so schwach und unvermögend gewesen, dass sie ihre Gedanken nicht habe sammeln und zu Gott erheben können". Ihr Befinden habe sich aber grundlegend geändert, nachdem sie die Eucharistie empfangen habe. Da sei "wieder neues Leben in ihr aufgegangen". Dr. Wesener bestätigte die aufrichtende Wirkung des Sakraments: "Sie befand sich sehr wohl und war mit Beten in einem Buch beschäftigt." Eine ähnliche Wirkung des Empfangs der Eucharistie beobachtete der Arzt am 24. September 1814, nachdem sie zwei Tage lang nicht kommuniziert hatte. Schnell habe sich "das totenblasse Gesicht gerötet, der Puls habe sich gehoben".

Ihr Wunsch nach täglichem Kommunionempfang führte bei den Augustiner- Nonnen im Kloster Agnetenberg in Dülmen zu Spannungen, er löste Befremden und Neid aus. Offen wurde ihr von Mitschwestern "Scheinheiligkeit" vorgeworfen. Auch dieser Anschuldigungen wegen empfand sich Anna Katharina Emmerick vielfach unwürdig für den Empfang des Leibes Christi. Im Gebet durchlitt sie diese "geistliche Dürre" und empfand anschließend "ein so brennendes Verlangen nach der heiligen Kommunion", dass ihr das Warten darauf äußerst schwer fiel.

 

Befremden und Neid

Trotzdem wollte sie ihren häufigen Eucharistie-Empfang nicht zur Demonstration machen, nicht zum Herausstellen der eigenen Person entwerten. Deshalb suchte sie mit ihrem Beichtvater eine unauffällige Lösung und kommunizierte fortan frühmorgens, bevor ihre Mitschwestern aufstanden. Auch außerhalb des Gottesdienstes nahm Anna Katharina Emmerick die Eucharistie als Quelle der Heiligkeit wahr. Am 4. Juni 1817 machte Pater Limberg bei Anna Katharina Emmerick einen Besuch und trug die Eucharistie bei sich, ohne dass die Kranke dies wissen konnte: "Als ich in die Tür trat, sah ich sie noch liegen; sogleich aber richtete sie sich mit großer Hast und Anstrengung auf, breitete die Arme aus und setzte sich auf die Knie." Als Limberg nach dem Grund fragte, wies Anna Katharina Emmerick auf die Jackentasche des Priesters und sagte bestimmt: "Da kommt mein Herr Jesu mit dem Tabernakel zu mir."

Vertiefen und aussöhnen

Eindrucksvoll bestätigt diese Episode Anna Katharina Emmericks Glauben an die Realpräsenz, an die Gegenwart Christi im eucharistischen Brot, und ihr waches Gespür für die Nähe des Allerheiligsten auch außerhalb der Eucharistiefeier. Für Bischof Reinhard Lettmann stärkt das Gebet vor dem Allerheiligsten die Zugehörigkeit zu Gott: "Die Anbetung lässt uns vertrauter werden mit Gott. Wir vernehmen seine Sprache, wir hören sein Wort, wir sprechen mit ihm in der Sprache des Herzens." Zudem ermögliche das Versenken vor der Monstranz oder die Teilnahme an einer Sakraments- Prozession, "dass wir uns aussöhnen mit unserer Begrenztheit und mit unserem Schatten". Als Ordensfrau schätzte Anna Katharina Emmerick feste Gebetszeiten im Tagesablauf. Sie nannte das regelmäßige Stillwerden vor Gott "Tagzeiten " - nicht anders als ein durch Morgen oder Abend vorgegebenes Lebensmaß.

Tagzeiten und Mystik

Anna Katharina Emmerick besaß die seltene Gabe der Mystik, einer intensiven persönlichen Gotteserfahrung Tief in ihr Gebet versunken, schaute sie die Wirklichkeit hinter den Dingen. Von einer übernatürlichen Erfahrung berichtete sie: "Da sah ich auf einmal das Kreuz da unten am Bettpfosten... mit einem hellen roten Schein umgeben. Ich war bei guter Vernunft und dachte, ist das Einbildung? Darauf fuhr ich fort, meine Tagzeiten zu beten. Aber es ging nicht. Der Schein blendete mich doch". Betend lebte sie in der Gegenwart ihrer kleinen Welt; betend lebte sie auch in der Gegenwart Gottes. Für den Papst ist die Eucharistie "Mitte des Lebens und des Amtes der Priester". Um priesterlichen Nachwuchs sorgen sich besonders solche Gläubige, die das Allerheiligste verehren. Anna Katharina Emmerick litt darunter, wenn Priester ihren Dienst würdelos ausübten. Bei der Fronleichnamsprozession 1819 in Dülmen sagte sie "unter Schluchzen" ihrem Arzt: "Hätten wir Priester, wie sie sein sollten, so hätten wir auch Christen, wie sie sein sollten."

Priestermangel und Rosenkranz

Das Gebet der Emmerick um würdige Priester findet nach dem Wunsch des Papstes durch "das Gebet um Berufungen in der Eucharistie die höchste Einheit mit dem Gebet Christi des Ewigen Hohenpriesters". Der Mangel an Priestern für den eucharistischen Dienst müsse die Christen "drängen, mit größerem Eifer zu beten, dass der Herr Arbeiter in seine Ernte sendet". Für ein Gebet um Berufungen eignet sich das Gesätz über die "Die Einsetzung der Eucharistie" der neuen "Lichtreichen Geheimnisse" des Rosenkranzes.

Text: Dr. Hans-Josef Joest | Foto: Michaela Kiepe
September 2003

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