Dokumentiert:
Predigt von Bischof Genn in der Vesper zur Zulassung der Taufbewerber
Bistum. Am ersten Fastensonntag (21.02.2010) hat Bischof Felix Genn in einer Vesper 30 Erwachsene aus 21 Pfarreien des Bistums Münster zur Taufe zugelassen. kirchensite.de dokumentiert die schriftliche Fassung seiner Predigt.
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, liebe Schwestern und Brüder, die Sie um die Taufe und die Eingliederungssakramente der Kirche an diesem Sonntag der Fastenzeit bitten! Heute, an diesem Sonntag, ist in der Liturgie der Kirche in besonderer Weise das Bekenntnis des Glaubens betont. Das gilt zunächst für jeden Sonntag, und Sie werden es immer wieder erleben, wenn Sie Sonntag für Sonntag in Zukunft die Eucharistie der Kirche mitfeiern. Das Bekenntnis des Glaubens gehört zum festen Bestandteil dieses gemeinsamen Betens. Aber heute hat die Kirche drei Texte ausgewählt, die diesen Akzent in besonderer Weise hervorheben: In der Lesung aus dem Alten Bund hören wir an diesem Sonntag, wie das Volk Israel das Grundbekenntnis seines Glaubens ablegt in Dankbarkeit, dass es dieses Land erhalten hat mit seinen Früchten und mit all dem, was das Land hervorbringt. Es wird ein Korb überreicht mit den ersten Früchten, die die Ernte bringt, und dabei des Bekenntnis des Glaubens gesprochen, das sich darauf bezieht, befreit zu sein aus der Sklaverei Ägyptens in die Freiheit geführt worden zu sein in dieses Land, wie man sagt, das von Milch und Honig fließt.
Im Evangelium des Sonntags hören wir das Bekenntnis des Glaubens Jesu. Er setzt sich innerlich damit auseinander, ob das mit Gott wirklich so stimmt, ob Gott die bestimmende Macht ist, ob es nicht besser ist, alles Mögliche ins Zentrum zu stellen, das nicht Gott ist, und es anzubeten, um damit für sich selbst Macht und Herrschaft über die Welt und die Dinge zu bekommen; und Er ringt sich existentiell durch zu der Antwort, dass Gott allein der ist, dem Anbetung und Ehre gebührt, und dass man in keiner Weise mit Gott spielen kann, sozusagen mal ausprobieren, wie Er denn ist und ob Er denn mit Seinen Verheißungen auch in den Situationen, die ich herstelle, Seine Macht und Kraft beweist. Jesus gibt die Antwort jedes Glaubenden: Dass Gott und sein Wort die Grundnahrung des Lebens sind, und dass der Mensch mehr braucht als das, was auf den Tisch kommt.
Dann ist da noch ein Text, den wir soeben gehört haben. Und Sie sind da! Also in vierfacher Weise ein Bekenntnis. Die Einordnung Ihres Schrittes, in die Kirche einzutreten, in die große Glaubensgeschichte Israels und in das Bekenntnis Jesu und dann Ihre persönliche Erfahrung, diesen Schritt zu tun vor der Gemeinde, in Ihrer Familie, zu sagen: Ich möchte Christin, ich möchte Christ werden. Da tun Sie genau das, was der Apostel Paulus der Gemeinde in Rom schreibt: Dass es darauf ankommt, nicht mit den Lippen zu sagen: Jesus ist der Herr, und Gott hat ihn von den Toten auferweck (vgl. Röm 10,9), sondern das wirklich mit dem Herzen zu vollziehen. Mit dem Herzen zu glauben, das heißt, nicht einfach oberflächlich etwas daher zu sagen und zu bekennen, sondern mit seinem ganzen Leben, dessen Mitte das Herz bezeichnet, Ihm zu folgen: Jesus ist mein Herr. Aus Ihm bekomme ich die Hoffnung, dass auch ich Anteil habe an der Auferstehung der Toten. Dieses Zeugnis geben Sie, dieses Bekenntnis sprechen Sie und vollziehen es, indem Sie in die Gemeinschaft der Kirche eintreten wollen und in der Osternacht die Taufe empfangen dürfen. Das ist für uns, die wir schon lange der Kirche angehören, eine Ermutigung, ein kräftiges Zeugnis, für das wir nur dankbar sein können, dass Sie das tun, dass Sie es nicht im Jahre 2010 als abwegig ansehen, Christ zu werden, sondern entdecken: Da steckt soviel für mein Leben drin, dass es mich weitet und über das hinausführt, was bisher mein Leben ausgemacht hat, dass es mich eingliedert in eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern in aller Welt. So, wie wir es übrigens heute im Dom erfahren haben, weil wir die Aktion Misereor gegen Hunger und Krankheit in der Welt zusammen mit Menschen aus dem Tschad, aus Mali in Afrika, aus Brasilien und Indien und Vietnam eröffnet haben.
Diese Botschaft ist nicht nur etwas für Sie in Delmenhorst oder in Greven oder hier in Münster, sondern in Australien, in Vietnam, in Afrika. Es ist die Botschaft, die wirklich für jeden Menschen nicht nur etwas hergibt, sondern das Entscheidende bringt: Dass Gott in dein, mein und unser Leben eintreten will und Garant ist, dass dieses mein Leben niemals zerstört werden kann. Nehmen Sie das mehr und mehr in Ihr Herz auf, beherzigen Sie es, indem Sie aus dem leben, was Ihnen unmittelbar überreicht wird: Das Vater unser, das Grundgebet der Christen, das Glaubensbekenntnis, die Feier der Heiligen Messe, das Angebot, auch in Schuld zurückzukehren und sich die Vergebung und Lossprechung im Bußsakrament schenken zu lassen, in der Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern über das Wort Gottes zu sprechen, was es denn für mich und meine konkrete Situation bedeutet.
Danke für Ihr Bekenntnis. Wir, die wir hier sind, sind bereit, betend mit Ihnen zu gehen. Diejenigen, die Sie hierher geführt haben, sind bereit, auch mit Ihnen weiter zu gehen in Ihren Gemeinden. Ich danke auch denen, die Sie vorbereiten und weiterhin mit Ihnen auf dem Weg sein wollen. Liebe Schwestern und Brüder, welch ein schönes Geschenk, dass wir mitten in einer Situation, in der Menschen glauben, mit der Kirche geht es in ein Tief, erfahren dürfen: Da entdecken Frauen und Männer, wie lohnend es ist, sich Jesus zuzuwenden! Amen.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bischof Felix Genn lässt 30 Erwachsene zur Taufe zu
Übersicht: Erwachsenentaufe
Dossier: Bischof Felix Genn
Text: Bischof Felix Genn
20.02.2010
Dossier Familie
Bei allen Schwierigkeiten der heutigen Zeit: Ehe und Familie sind keine Auslaufmodelle. Kirche macht sich an vielen Stellen dafür stark, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.
Reden über Gott und Welt
Am Mittwoch (15.02.2012) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.
Neue Kirche in Schillig
Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.
Glaubenswissen
Berufung: Angenommen, Jesus würde heute durch die Straßen ihrer Stadt, ihres Ortes gehen und zu Ihnen sagen "Komm, folge mir nach!" - wie würden Sie reagieren?
Kirchenmusik-Tagung
Mit der Zukunft der Kirchenmusik beschäftigte sich eine Fachtagung für Organisten und Chorleiter aus dem ganzen Bistum.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Altbischof Kamphaus 80 Jahre
Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell" hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt.
Bibelarbeiten
Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.
Jugendkirchen im Bistum
Als erste Jugendkirche im Bistum Münster wurde am 7. Dezember 2002 die Jugendkirche "effata!" in Münster eröffnet.
Kirche von A bis Z
Vergänglichkeit allen Lebens: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst."
Beratung und Information
Das Bistum Münster bietet mit der Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen ein Angebot für Hilfesuchende.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
im "
Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie
Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Werner Fusenig
fusenig
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de
















Newsticker für Ihr Web