
- Engelbert Rauen, Bürgermeister der Gemeinde Wettringen.
Dokumentiert:
Grußwort von Bürgermeister Engelbert Rauen zur Bischofsweihe von Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising
Bistum. Am Sonntag (29.08.2010) sind Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising feierlich zu Bischöfen geweiht worden. Am Ende des Weihegottesdienstes im münsterschen St.-Paulus-Dom hielt der Bürgermeister der Gemeinde Wettringen, Engelbert Rauen, ein Grußwort. - kirchensite.de dokumentiert die Vorlage seines Grußwortes.
Sehr geehrter Herr Kardinal Meisner, sehr geehrter Herr Apostolischer Nuntius Périsset, Verehrter, lieber Bischof Genn, liebe neugeweihte Weihbischöfe, verehrte Bischöfe, Priester, Ehrengäste, verehrte Anwesende. Gerne habe ich die Aufgabe übernommen, im Namen des Münsterlandes, besonders der Städte und Gemeinden und auch der Landkreise, unsere neu geweihten Bischöfe Dieter Gerlings, Dr. Christoph Hegge und Wilfried Theising zu ihrer Ernennung und Weihe ganz herzlich zu gratulieren und ihnen die besten Wünsche der Bürgermeister, Landräte und Abgeordneten aus unserer Region zu überbringen.
Nach einer langen Zeit der Vakanz freuen wir uns, dass wir in den Regionen unseres Bistums neben tüchtigen Priestern und Laien in den Gemeinden wieder in den Weihbischöfen unmittelbare Vertreter des Diözesanbischofs als Ansprechpartner haben, die nicht nur das Firmsakrament spenden, den Bischof bei offiziellen Anlässen vertreten und schwierige Strukturveränderungen in den Kirchengemeinden begleiten, sondern die sich in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und Kreisen den Herausforderungen unserer Zeit stellen und die offensiv christliche Grundwerte vertreten und lebendig halten.
Wir tragen in unterschiedlicher Weise gemeinsam Verantwortung für die Menschen in unserem Bistum und insbesondere für diejenigen, die der besonderen Hilfe und Unterstützung bedürfen. Uns verbindet das christliche Menschenbild, die Überzeugung, dass wir in unseren Ämtern dienende Funktionen haben und die Erfahrung, dass wir es nicht allen recht machen können. Nur mit der Unterstützung engagierter Mitstreiter können können wir unsere Aufgaben erfüllen. Ohne die Priester, die vielen ehrenamtlich tätigen Christen in den Kirchengemeinden und ohne die Hilfestellung der Kreisdekanate und des Bistums wären manche wichtige Aufgaben auch im kommunalen Bereich nicht oder nicht so gut zu bewältigen!
In meiner Gemeinde, wo das Rathaus zwischen der Kirche und dem Pfarrhaus steht, pflegen wir eine unkomplizierte, effektive und intensive Zusammenarbeit mit den beiden christlichen Kirchengemeinden. So wird es auch in den meisten anderen Städten und Gemeinden, in den Landkreisen und sicherlich auch mit der Bezirksregierung und dem Landschaftsverband sein.
In einer Zeit zunehmender Säkularisierung und Pluralisierung der Wertvorstellungen, einer abnehmenden Bindungswilligkeit und –Fähigkeit, eines stärker werdenden Misstrauens gegenüber Politik und auch den Kirchen, einer übertriebenen Erwartung, durch die Erfüllung materieller Wünsche das Lebensglück zu finden, einer zunehmenden Rastlosigkeit und dem Bestreben, alles sofort, möglichst viel gleichzeitig, dazu noch perfekt und den individuellen Vorstellungen entsprechend zu erleben, die ständige Sorge, etwas zu versäumen, den letzten Kick zu verpassen oder außerhalb des Mainstreams zu sein, aber auch der Irrtum, Freiheit sei das Gleiche wie Beliebigkeit, führen teilweise zu bedenklichen und besorgniserregenden Entwicklungen, mit denen wir uns als Christen kritisch auseinandersetzen müssen
Wichtiger als jede Form der Selbstverwirklichung und Selbstfindung ist die Fürsorge für andere, die Förderung eines friedlichen Miteinanders, das Vermitteln christlicher Wertvorstellungen, den Menschen Orientierung geben, ihnen Grundsätze überzeugend vorzuleben und ihnen durch die Botschaft unseres Glaubens Zuversicht, Kraft und den Ansporn zu vermitteln, die eigenen Fähigkeiten auch in Kirche und Gesellschaft einzusetzen.
Verehrte Weihbischöfe, Sie haben sich in ihren bisherigen Aufgaben erfolgreich und vorbildlich in diesem Sinne eingesetzt! Sie verfügen über beste Voraussetzungen, segensreich in ihren Regionen für unsere Kirche tätig zu sein. Wir, die gewählten Vertreter in den Kreisen und Kommunen bieten Ihnen unsere Zusammenarbeit und Unterstützung an. Mögen Sie mit Freude und Erfolg, mit Geschick und Klugheit, mit der notwendigen Entschlossenheit aber auch der Nähe zu den ihnen anvertrauten Menschen und besonders mit Gottes Beistand und Segen ihre Aufgaben erfüllen! Danke, dass Sie der Berufung gefolgt sind!
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Text: Engelbert Rauen, Bürgermeister der Gemeinde Wettringen | Foto: Michael Bönte, Joachim Busch
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