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24.05.2012
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Dokumentiert:

Erklärung zum Erntedankfest am 3. Oktober 2010

Bistum. Das Bistum Münster sowie die Diözesen Essen und Paderborn, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche und der Westfälische-Lippische Landwirtschaftsverband haben eine gemeinsame Erklärung zum Erntedankfest am Sonntag (03.10.2010) veröffentlicht. Für das Bistum Münster wurde der Text von Bischof Felix Genn unterzeichnet. - kirchensite.de dokumentiert die Erklärung:

Die Feier des Erntedankfestes ist nicht nur für Bauernfamilien ein Höhepunkt im Ablauf eines Jahres. Nach 12 Monaten harter Arbeit, nach Saat, Pflege und Ernte, nach manchem Rückschlag ist es wichtig, Bilanz zu ziehen und den Blick nach vorn zu richten. Die Liturgie der Kirchen, unser gemeinsames Singen und Beten, erinnern uns jedes Jahr daran. Neben Dankbarkeit gibt es auf unseren Höfen und in vielen Berufen Sorgen und Hoffnung. Wir sagen Gott Dank dafür, dass wir trotz des lange Zeit sehr trockenen Sommers wieder ein Jahr mit Saat und Ernte erlebt haben und in unseren Breiten von Naturkatastrophen und weitgehend auch von Missernten verschont geblieben sind. Wir bitten darum, dass die Erlöse und die Futtervorräte für unser Vieh ausreichen. Zugleich vertrauen und hoffen wir auch im kommenden Jahr auf eine gute Ernte. Wir wissen, dass wir eine gute Ernte nicht nur uns selbst verdanken – denn:

"Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen."2 Kor 9,10

Darum ist Erntedank für uns auch Mahnung und Auftrag. Sichere Erträge, gesunde und preiswerte Nahrungsmittel für alle Menschen sind nicht selbstverständlich. Obwohl unsere Erde alle ernähren könnte, leiden weltweit über eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unternährung, Erntedank erinnert uns an unsere Verantwortung für eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde.

Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Lösung der größten Herausforderungen unserer Zeit wird steigen: In den Bereichen Welternährung, Energieversorgung und Klimawandel können wir nicht wachsam und aktiv genug sein.

Auch in Zukunft wird die Landwirtschaft vor allem Nahrungsmittel produzieren und dafür sorgen, dass sich die Menschen mit gesunden und frischen Produkten - bestenfalls aus der Region - versorgen können. Besonders in Westfalen-Lippe erzeugen unsere Bauernfamilien Futtermittel auch für die Nutztiere, um Nachfrage nach Fleisch und Milch vor der eigenen Haustür und zunehmend auch im Ausland zu fairen Preisen zu bedienen. Sie schafft Arbeitsplätze in unseren ländlichen und stadtnahen Gebieten, sichert Wertschöpfung, Wohlstand und lebendige Gemeinwesen weit über die eigentliche Landwirtschaft hinaus. Ohne die Pflege der gewachsenen Kulturlandschaften durch Generationen von Bauernfamilien hätte unsere Heimat nicht den Erholungswert, den Einheimische wie Touristen so sehr an ihr schätzen.

Vielerorts prägt immer noch der landwirtschaftliche Rhythmus des Jahres das Leben in Kirchen und Gemeinden. Dieser Rhythmus tut Menschen und Gottes ganzer Schöpfung gut und sollte nicht verloren gehen. Er gibt Halt und Orientierung.

Die bäuerliche Lebenswelt ist heute geprägt durch einen starken sozialen und ökonomischen Wandel. Landwirtschaft, wie wir sie in Westfalen-Lippe erleben, ist die Folge der in Brüssel, Berlin und Düsseldorf gesetzten politischen Rahmenbedingungen, des sozialen Wandels und der daraus folgenden wirtschaftlichen Zwänge. Noch vor wenigen Jahren bestimmten Gemischtbetriebe das Bild unserer Landwirtschaft. Heute spezialisieren sich die Betriebe und wachsen, um der nachwachsenden Generation eine Perspektive bieten zu können.

Sozial und ökologisch stellt sich zunehmend die Frage nach den Hofgrößen in der Landwirtschaft. Einige Betriebe wachsen in Größenordnungen, die nicht nur den Rahmen des bisher Vertrauten sprengen, sondern auch die Frage aufkommen lassen, ob dadurch die bewährte landwirtschaftliche Wirtschaftsstruktur gefährdet wird. Wo wenige Betriebe stark wachsen, verlieren unter Umständen viele andere Höfe ihre Möglichkeiten sich zu entwickeln. Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen hier vor schwierigen Herausforderungen. Wo liegen die Grenzen einzelbetrieblichen Wachstums? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn sich Fehlentwicklungen zeigen? Welche Formen der Landwirtschaft wollen wir in Zukunft, und wie wollen wir sie steuern?

Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft weiter. Besonders im Kampf gegen den Klimawandel werden zu Recht auf die Beiträge der Landwirtschaft große Hoffnungen gesetzt. Hier bieten sich für viele Bauernfamilien neue Perspektiven. Beispielsweise wird die Erzeugung erneuerbarer Energien immer häufiger zu einem wichtigen betrieblichen Standbein. Dies führt jedoch auch zu Spannungen innerhalb der Landwirtschaft. Tierhalter und Betreiber von Biogasanlagen stehen in einem harten Wettbewerb um knappe Flächen. Wichtig ist, dass die Förderung erneuerbarer Energien verlässlich ist und sich mit sonstigen Zielen einer nachhaltigen Landnutzung verknüpfen lässt.

Die heimische Landwirtschaft ist ein lebendiger Teil unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Bauern und Bäuerinnen haben einen besonderen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung. Die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen durch die Landwirtschaft wird von der Gesellschaft zu Recht als selbstverständlich vorausgesetzt. Bauernfamilien wissen um ihre spezielle Verantwortung und erwarten im Gegenzug Verständnis und Unterstützung für ihre besondere Situation. Das Erntedankfest ist Anlass dafür, dass Landwirte, Verbraucher, Politiker und Interessenvertreter diesen gemeinsamen Auftrag in den Blick nehmen. Doch darüber hinaus erinnert es uns jedes Jahr neu daran, dass wir Verantwortung tragen – als Konsumentinnen und Konsumenten und als Landwirtinnen und Landwirte - und dass unser Dank für die Gaben, die wir hier in Westfalen und Lippe reich erhalten haben, Gott dem Schöpfer gilt.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedZum Erntedanksonntag: Gemeinsame Erklärung der Kirchen (01.10.2010)
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  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterErntedank: Dank für die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

01.10.2010

Schwerpunktthema

Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".

Vorlagen für Maiandachten

Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Holger Meyer.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Regionen

Cosfeld / Recklinghausen.

Ehegericht

Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Verbände

Christliche Arbeiter-Jugend.

Wallfahrtsorte

Vinnenberg: Muttergottes vom Himmelreich.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Geistlicher Impuls

"Gehet hin in Frieden!"

Kirche von A bis Z

Marienerscheinung: Mittlerrolle der Mutter Jesu

Sterbebegleitung

Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

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