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Seite: Aktuelles
23.05.2012
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Dokumentiert:

Begrüßung und Einführung von Margret Pernhorst beim Tag der Ehrenamtlichen

Bistum. Am Samstag (13.03.2010) fand in Münster der Tag der Ehrenamtlichen statt. Margret Pernhorst, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, begrüßte die Teilnehmer in der Halle Münsterland. kirchensite.de dokumentiert die Vorlage ihrer Begrüßung und Einführung.

Lieber Herr Bischof, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitstreiter für die gute Sache in unseren Gemeinden! Ganz herzlich möchte ich Sie heute hier in der Halle Münsterland begrüßen. Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind und mit uns den "Anker in die Zukunft" werfen wollen. Wir Christen haben allen Grund mutig und optimistisch in die Zukunft zu schauen – trotz aller Widrigkeiten in der Gegenwart, vor denen wir die Augen nicht verschließen wollen. Unsere Botschaft von dem guten und menschenfreundlichen Gott, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat, kann und wird heute und auch in Zukunft Menschen helfen, besser, glücklicher und zielgerichteter durchs Leben zu gehen. Durch unseren gelebten Glauben machen wir diese Welt besser. Darum engagieren wir uns in dieser Kirche und wir tun es gerne. Von meiner Seite sage ich Ihnen ein herzliches Dankeschön dafür! Durch Ihr Tun lebt die Kirche! Sie sind Kirche!

Wir wollen den Anker in die Zukunft werfen! Wir wissen, dass vieles in Zukunft nicht mehr so sein wird, wie wir es heute erleben und wie es in der Vergangenheit war. Die aktuellen Umstrukturierungen sind für viele Menschen in unseren Gemeinden schmerzlich und für nicht wenige beängstigend. Wir wissen auch, dass aufgrund von Neustrukturierungen und Fusionen eine Reihe von Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden aufgegeben haben und sich nicht mehr einbringen wollen. Das ist schade! Dennoch: Wir wollen die Zukunft gestalten und uns als Christen engagieren und einbringen mit unseren Wertvorstellungen und unserer Fachkompetenz. Die neu gewählten Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände sind, so habe ich es selber erlebt, hoch motiviert, sie sorgen sich um die Zukunft der Gemeinden. Sie möchten und wollen "Den Anker in die Zukunft werfen".

Lassen Sie mich jedoch zuvor noch auf ein aktuelles Thema eingehen, das seit einigen Wochen nicht nur die Schlagzeilen der Medien bestimmt, sondern auch viele Diskussionen in unseren Gemeinden, am Arbeitsplatz und im Freundes- und Bekanntenkreis. Es geht um den Skandal des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter.

Wie gesagt: Es ist ein Skandal. Es ist ein schweres Vergehen an Kindern und diese Verbrechen schaden auf ungeheure Weise den Seelen der Kinder und Jugendlichen. Diese Verbrechen schaden  aber eben auch dem Ansehen der Kirche. Und Kirche – das sind wir alle.

Umso mehr begrüße ich die Aufklärungsbemühungen des Bistums Münster im Missbrauchsskandal. Die Missbrauchskommission mit Herrn Pfarrer Dr. Hans Döink leistet hervorragende Arbeit, und sie wird auch gut von der Bistumsleitung unterstützt. Die Diözese und mit ihr die Bistumsleitung ist gut beraten, dies weiterhin in dieser Weise zu tun.

Dankbar bin ich auch Ihnen, lieber Bischof Felix, für die Klarstellungen, die Sie Ihrem Wort zur Fastenzeit über die Bedeutung des Priesteramtes kurzfristig beigefügt haben. Ihre Entschuldigung und Scham über die Taten haben mich und viele Gläubige in unserer Diözese tief beeindruckt. Lieber Bischof Felix: Danke dafür!

Lassen Sie mich aber auch Folgendes noch sagen, liebe Mitstreiter in unseren Gemeinden: Der derzeit offenkundige Generalverdacht gegen die Priester ist nach meiner Meinung absolut unangemessen. Die übergroße Mehrheit der Geistlichen ist integer und geht korrekt mit Kindern und Jugendlichen um. Jetzt alle Priester quasi an den Pranger zu stellen, missachtet ihr Engagement für die Menschen. Ich bitte Sie darum sehr herzlich, dass Sie ihren Seelsorgern vor Ort ihre Solidarität zeigen. Die Missbrauchsfälle sind schrecklich – aber eine Hysterie darf es nicht geben, weil sie unser kirchliches Leben kaputt machen würde.

Wir stehen derzeit als Kirche gemeinsam am Pranger, denn die Menschen haben zu Recht einen hohen moralischen Anspruch an uns als Kirche. Allerdings gibt es in der Kirche – wie anderswo auch – Menschen, die Fehler machen und auch einige, die Verbrechen begehen. In dieser Situation können wir zeigen, wie wir mit Schuld, mit Opfern und Tätern umgehen. – Ich bin davon überzeugt: Wir können und werden gestärkt aus dieser schweren Phase herausgehen.

Damit, meine sehr geehrten Damen und Herren, bin ich bei dem, was ich vor einem Jahr dem Bischof vor seiner Einführung hier in Münster zugesagt habe: Wir sind ein Team – in guten und in schlechten Zeiten!

Lieber Bischof Felix! Es ist schön, dass Sie sich heute einen ganzen Tag Zeit nehmen und dass Sie uns Impulse für unsere Arbeit geben möchten. Wir sind neugierig auf das, was Sie zu sagen haben. Wir freuen uns, dass Sie uns anschließend begegnen wollen und mit uns diskutieren möchten. Dies ist für mich ein positives Signal Ihrer aufrichtigen Gesprächsbereitschaft.

Sie haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass Sie auf Menschen zugehen wollen und können, dass Sie sehr gut zuhören können und vieles – auch an Zwischentönen – registrieren. In Gremien sprechen Sie uns häufig als "Schwestern und Brüder" an – diese familiäre Ansprache bekräftigt Ihre Zuwendung. Wir sind dankbar, dass Sie heute hier bei uns sind!

Liebe Mitstreiter für die gute Sache in unseren Gemeinden! Lassen Sie mich noch etwas Grundsätzliches zum Engagement von Laien in unserer Kirche, in unseren Pfarreien und Gremien sagen.

Das Glaubensbekenntnis spricht von der "einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche". Ist das unser Glaubensbekenntnis? Ist das unsere ganz persönliche Auffassung? Wir kommen damit an einen Punkt, der mir mit den Jahren immer bedeutsamer wurde. Die katholische Kirche ist nach ihrer Lehre die "eine Kirche Jesu Christi", sie ist nicht ein nur soziologisch zu sehendes und beliebiges soziales Gebilde. Die Kirche ist nicht Sache eines beliebigen Bekenntnisses, nicht Eintrag auf der Steuerkarte, nicht Mitgliedschaft in irgendeinem Verein, sondern sie ist Teil des Glaubens.

Ich weiß um all die Widersprüche in der Kirche, und ich kenne das Unverständnis und die Feindseligkeiten gegen die Kirche und gegen diesen Glaubenssatz. Und ich erlebe ja selbst, wie die Kirche und leider auch manchmal amtliche Vertreter alles andere tun, als die Bestimmung der Kirche zu beherzigen, das Heil für die Welt zu erwirken.

In der Kirche engagiert zu sein, bedeutet für mich, die Grundordnung dieser Kirche anzuerkennen, denn das Gegenteil würde bedeuten, einen Umsturz der vorhandenen Ordnung anzustreben. Das heißt nicht, dass alles, was wir in der Kirche vorfinden, gottgegeben und nicht veränderbar ist. Für mich gehört das Ringen um den richtigen Weg zu meinem kirchlichen Engagement – gerade jetzt, wo wir allerorten Strukturdebatten führen. Aber vor allem geht es um die Kirche Jesu Christi, die Bestandteil unseres Glaubensbekenntnisses ist.

Das Konzil hat den so genannten Weltcharakter der Laien hervorgehoben, ihnen obliegen die "zeitlichen Dinge". Mit unseren Worten: das weite Feld der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, aber auch ganz unmittelbar Ehe und Familie. "Dort sind sie von Gott gerufen, ihre eigentümliche Aufgabe, vom Geist des Evangeliums geleitet, auszuüben und so wie ein Sauerteig zur Heiligung der Welt gewissermaßen von innen her beizutragen und vor allem das Zeugnis ihres Lebens, im Glanz von Glaube, Hoffnung und Liebe Christus den anderen kund zu machen." So heißt es in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche "Lumen Gentium" (31). Ich muss schon sagen: Das sind große Worte!

Man kann den Eindruck haben, dass dieser "Weltauftrag" der Kirche, den vor allem wir Laien verwirklichen sollen, gelegentlich aus dem Blick gerät und wir uns allzu sehr mit der "Innenpolitik" der Kirche beschäftigen. Dies wird sichtbar auch daran, dass viele (sicher wichtige) Dienste in der Liturgie anstreben, das weite Feld des sozialen Engagements, der Politik und Gesellschaftsgestaltung aber aus dem Auge gerät. "Die Kirche ist wesentlich Kirche in der Welt und für die Welt" (so heißt es im Katholischen Erwachsenenkatechismus) – sie darf nicht sich selbst überlassen sein. Wir "Laien" müssen uns einmischen, da sind und werden wir zu "Fachleuten". "Wir müssen politischer werden."

Im Bistum erleben wir derzeit, wie angesichts des Mangels an Priestern, Finanzen aber auch an Gläubigen Strukturen neu gefunden werden müssen, um nicht zuletzt auch die (verbleibenden) Gläubigen zu ihrem Recht kommen zu lassen. Es bleibt abzuwarten, wie "Mutter Kirche" ihren "Kindern", den Gläubigen, Wort und Sakramente geben wird, damit sie leben können, und die Kirche als Ganzes damit das tun kann, was sie nach dem Willen Jesu tun soll.

Soll "der Laie" also nur noch in der "Welt" engagiert sein und zu innerkirchlichen Dingen schweigen? Keineswegs! Denn Laien haben sehr wohl "das Recht, ja bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen", wie es im Kirchenrecht heißt. Und das wünsche ich mir! Ein offenes Ohr zu haben, bereitwillig zuzuhören, die Argumente des anderen abzuwägen, seine tieferen Motive verstehen – ich habe dies so bei unserem Bischof erlebt.

In der Dogmatischen Konstitution über die Kirche "Lumen Gentium" (37) heißt es weiter: "Die geweihten Hirten aber sollen die Würde und Verantwortung der Laien in der Kirche anerkennen und fördern. Sie sollen gern deren klugen Rat benutzen, ihnen vertrauensvoll Aufgaben im Dienst der Kirche übertragen und ihnen Freiheit und Raum im Handeln lassen, ihnen auch Mut machen, aus eigener Initiative Werke in Angriff zu nehmen." (Zitat-Ende.)

Das Kirchenrecht sagt aber noch mehr, wenn es von der Pflicht der Laien, ihre Meinung kundzutun, spricht. Es sagt, dass die Laien dies tun sollten "entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und ihrer hervorragenden Stellung". Gerade das erscheint mir bisweilen bei einigen Vertretern meines Standes außer Acht geraten zu sein. Nur weil ich Laie bin, muss ich nicht unter Berufung auf diesen Passus des Kirchenrechtes zu allem und jedem meine Meinung kundtun. Ich sollte mir Sachverstand aneignen, und ich muss wissen, wo ich als Laie etwas sagen und bewirken kann.

Bevor Pfarrgemeinderäte beschließen, was sie eigentlich nicht entscheiden können, wäre es gut, wenn Pfarrer mit dem frühen Hinweisen Schlimmeres verhinderten, statt Laien vor die Wand laufen zu lassen. Dies schützt vor Frustrationen. Ein Stadtrat kann ja etwa auch nicht beschließen, die Straßenverkehrsordnung zu ändern, indem er den Linksverkehr einführt.

Bei manchen Diskussionen in den Jahren meines ehrenamtlichen Engagements habe ich mir gewünscht, dass diese Fragen zuvor geklärt worden wären: Bin ich zuständig? Habe ich das nötige Wissen, um mich sachgerecht zu äußern? – Umgekehrt heißt das aber auch, dass dort, wo andere zuständig sind, auch die Verantwortung liegt.

Darum möchte ich Sie, liebe Engagierte in den Gremien, dazu ermuntern: Machen Sie sich sachkundig! Nutzen Sie die Informationsmöglichkeiten, die sich Ihnen bieten. Mit je mehr Sachkompetenz Sie auftreten, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Entscheidungen beeinflussen können. Dies ist wichtig: Denn unsere Kirche kann auf unser Engagement und Fachkompetenz nicht verzichten!

So bin ich gespannt auf das, was unser Bischof uns zu sagen hat und freue mich auf viele fruchtbare Begegnungen an diesem Tag mit Ihnen!

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Vortrag von Bischof Genn beim Tag der Ehrenamtlichen

Text: Margret Pernhorst
13.03.2010

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Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".

Vorlagen für Maiandachten

Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.

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Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

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30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

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Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

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