Dokumentiert:
Dankeswort von Weihbischof Dieter Geerlings
Bistum. Am Sonntag (29.08.2010) sind Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising feierlich zu Bischöfen geweiht worden. Am Ende der Liturgie im münsterschen St.-Paulus-Dom sprach Weihbischof Dieter Geerlings im Namen der neuen Weihbischöfe ein Dankeswort. - kirchensite.de dokumentiert die Vorlage seines Dankeswortes.
Liebe Festgemeinde, Sie haben gerade erlebt, wie wir neu geweihten Bischöfe, Weihbischöfe mit Stab und Mitra segnend noch etwas unsicher oder gar unbeholfen durch den Dom geschritten sind. Die rechte Koordination der Bewegungen ist gar nicht so einfach. Nun wir müssen in unserem neuen Amt lernen, nicht nur das.
Ihre Anwesenheit heute hier, Ihr Mitbeten und Mitsingen, Ihr Mitfeiern ist uns eine kostbare Ermutigung, dass Sie uns dies zutrauen.
Ich darf für uns Drei ein Wort des Dankes sagen. Vielfacher Dank ist auszusprechen:
Wir danken Dir, Bischof Felix, für das Vertrauen, das Du uns schenkst, für Deine zukunftsweisenden Worte heute. Wir freuen uns darauf, mit Dir den bischöflichen Dienst in unserem Bistum und in der Kirche zu tun und werden Dich als unseren Diözesanbischof nach besten Kräften unterstützen.
Gleichfalls gilt unser Dank den beiden Mitkonsekratoren, unserem früheren Diözesanbischof Dr. Reinhard Lettmann und Weihbischof Heinrich Janssen.
Lieber Reinhard, unterschiedliche Aufgaben hattest Du uns im Bistum übertragen. Dich als Bischof gehabt zu haben, bedeutete vielfältige Freiheit aber auch notwendige Unterstützung für die Ausgestaltung des Aufgabenbereiches erfahren zu haben. Dank für Dein Vertrauen.
Ebenfalls sagen auch wir Dir, lieber Heinrich, Dank vor allem dafür, dass Du noch weit über das übliche Alter hinaus Deinen Dienst versehen hast. Wilfried wird Deine Aufgaben übernehmen und Du kannst es jetzt ruhiger angehen.
Der Apostolische Nuntius spielt eine wichtige Rolle bei der Ernennung von Bischöfen. Wir freuen uns darüber, sehr geehrter Herr Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, dass Sie bei unserer Bischofsweihe da sind und bitten Sie, unseren Dank an den Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. für sein Vertrauen zu übermitteln.
Jetzt ist wichtig, dass unsere Familien Erwähnung finden. Ich begrüße besonders Mutter und Vater Hegge und Mutter und Vater Theising;meine Eltern haben schon vor Jahren und Jahrzehnten, so hoffe ich, eine Platzkarte für diese Feier in der ewigen Vollendung erhalten.
Es muss nicht groß ausgeführt werden, was wir unseren Eltern verdanken.
Mit ihnen freuen wir uns über die Geschwister und Verwandten, die Freunde und Bekannten. Schön, dass Sie da sind, dass Ihr da seid!
Wir fühlen uns geehrt durch das Mitfeiern der Erzbischöfe, Bischöfe und Weihbischöfe. Wir freuen uns, dass unser Metropolit mit uns feiert, der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner. Ihre und Eure Anwesenheit macht uns deutlich, dass wir nun in besonderer Weise nicht nur für das Bistum oder eine Region Verantwortung tragen sondern für die ganze Kirche innerhalb des Bischofskollegiums in Gemeinschaft mit dem Papst. Herzlichen Dank Euch, den Bischöfen, die aus unserem Bistum stammen, auch aus der weiten Welt und aus unseren Partnerbistümern. Diese weltweite Dimension werden wir in unserem Dienst in Blick haben.
Den Mitbrüdern im Domkapitel und am Dom danken wir für die Unterstützung und Beratung in der Vorbereitung auf unseren bischöflichen Dienst und die heutige Weihe.
Ebenso ist die Erfahrung schön, vom eigenen Weihekurs getragen zu sein,
worüber wir sehr dankbar sind.
Ermutigend ist es, mit Euch und Ihnen hier im Dom heute diese Feier begehen zu können. Mit den Priestern und Diakonen, den Pastoralreferentinnen und –referenten. Mit den vielen ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Caritasorganisationen und den Gemeinden, den Vielen aus unseren Heimatgemeinden, aus den Gemeinden und Stellen, in denen wir tätig waren. Mit den Ordenschristen und den Mitgliedern Geistlicher Gemeinschaften und der Ritterorden.
Mit den Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und der Räte in unserem Bistum und darüber hinaus. Welch’ eine Vielfalt an spirituellem Reichtum und Engagement. Und da sollen wir mutlos werden?! Wir möchten Ihren Dienst unterstützen und bitten auch um Ihre Unterstützung.
Eine große geistliche Unterstützung haben wir Drei erfahren, als wir uns in Tagen der Exerzitien im Benediktinerkloster Gerleve bzw. im Benediktiner-
kloster in Meschede auf die Bischofsweihe vorbereiten durften. Unser Begleiter war jeweils der Abt.
Ökumene ist ein ganz wichtiges Anliegen. Wir freuen uns, dass auch Vertreterinnen und Vertreter der anderen Kirchen mit uns feiern.
Der Abschied aus unseren bisherigen Tätigkeitsfeldern ist uns nicht leicht gefallen: aus Borken, aus dem Generalvikariat oder aus der verbandlichen Caritas wie bei mir.
An dieser Stelle möchte ich erinnern an den unvergessenen Weihbischof Josef Voß und hier sehr persönlich werden. Bischof Felix hat mir als Regionalbischof die Region Coesfeld-Recklinghausen übertragen gleichsam in der Nachfolge von Weihbischof Voß, nachdem ich vorher schon seine Aufgaben im Caritasbereich übernehmen durfte.
Ich bin dankbar, dass mich das Domkapitel darin bestärkt hat, den Stab, den Weihbischof Josef Voß getragen hat, weiter zu tragen. Der erste Träger dieses Stabes ist der längst verstorbene Weihbischof Heinrich Baaken. Mit diesem Stab hat er mich 1956 gefirmt.
Wir freuen uns auf den Dienst in unseren Regionen, auf die Begegnung mit vielen jungen Menschen, mit Gemeindemitgliedern gerade aus Anlass der Firmung. In den Regionen wird unser Hauptdienst liegen. Ich darf begrüßen die Gläubigen aus unseren Regionen.
Ebenso die Repräsentanten der politischen und kulturellen, der sozialen und wirtschaftlichen Öffentlichkeit. Sie werden in uns Partner finden, die mit Ihnen gemeinsam zum Wohl der Menschen tätig sein wollen, die besonders den Armen und Schwachen, den Kranken und Behinderten, den Heimatlosen und Fremden Unterstützung und eine Stimme geben werden, was nicht selten auch im Raum der Kirchen nötig ist. Es darf nicht so sein, dass wir nur die Gewinner lieben und die Verlierer vergessen. Auf diesem Hintergrund danken wir für Ihre freundliche Spende für unsere Projekte.
Schließlich ein herzlicher Dank all denen, die diese Feier ermöglicht und gestaltet haben: der Dommusik, den Diensten am Altar und in der Sakristei, der gesamten Organisation und nicht zuletzt dem Malteser Hilfsdienst.
Unser Dom ist von außen eine Baustelle und wird es bald auch im Innern sein. Vielleicht ist das ein Bild für den augenblicklichen Zustand unserer Kirche.Viele Glückwünsche an uns enthielten auch die Sorge um die Zukunft der Kirche, um ungelöste Fragen. Wir nehmen das sehr ernst.
Wir möchten uns mit großer Energie und österlicher Zuversicht einsetzen und bitten um Ihr Gebet und Ihre Unterstützung, was wir Ihnen auch schenken wollen. Aber wir möchten uns nicht so wichtig nehmen. Wir sind Arbeiter, ein Größerer ist der Baumeister.
Ihm gilt immer: Gelobt sei Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist in Ewigkeit.
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Text: Dieter Geerlings
29.08.2010
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