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11.02.2012
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Dokumentiert:

Predigt von Bischof Genn in der Vesper am Heiligen Abend

Bistum. Am Heiligen Abend (24.12.2009) stand Bischof Felix Genn der Vesper im münsterschen St.-Paulus-Dom vor. Hierin predigte er auch. kirchensite.de dokumentiert die schriftliche Fassung seiner Predigt.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, am 3. Adventssonntag hat die Liturgie der Kirche ein Gebet an Gott, den Allmächtigen, gerichtet, in dem die ganze Absicht der adventlichen Tage zusammengefasst ist: "Allmächtiger Gott, sieh gütig auf dein Volk, das mit gläubigem Verlangen das Fest der Geburt Christi erwartet. Mache unser Herz bereit, damit Weihnachten für uns alle ein Fest der Freude und der Zuversicht werde". Das möchten wir doch, Sie alle, liebe Schwestern und Brüder, dass Weihnachten ein Fest der Freude wird, dass das Zusammenfinden in der Familie, die Feier dieser Tage, Sie froh macht, dass Streit fern ist, dass man am Ende dieser Tage sagen kann: "Es war schön, gefeiert zu haben".

Die Kirche fügt der Bitte um die Gabe der Freude noch die der Zuversicht bei. Zuversicht soll uns an diesem Fest geschenkt werden. Die Zuversicht, liebe Schwestern und Brüder, die darin besteht, hoffen zu können, darauf zu setzen: Trotz aller Schwierigkeit und Bedrängnis - es steht um den Menschen und um das menschliche Leben gut, weil es Weihnachten gibt, weil Gott in diese Welt gekommen ist.

Ich wünsche Ihnen allen, dass dieses Fest Sie mit tiefer Zuversicht im Blick auf Ihr Leben erfülle, auch wenn Sie mit manchen Schwierigkeiten ringen müssen. Aber das können wir uns nicht kaufen, das können wir nicht so zubereiten, wie wir alles andere in diesen Wochen für diesen Tag und für dieses Fest zubereitet haben. Deshalb bittet die Kirche ganz nüchtern und realistisch: "Mache Du unser Herz bereit, damit Weihnachten für uns alle ein solches Fest werde. Mache Du unser Herz bereit".

Es erfüllt mich mit Freude, um diese Tageszeit so viele hier im Dom zu sehen. Es ist schön, dass wir miteinander unser Herz bereit machen lassen, dass wir uns hinein nehmen lassen in den Gebetsstrom des alten Israel, in die Texte, die Jesus selbst gebetet hat, die er von Maria und Josef gelernt hat, die Texte, in denen so viel Sehnsucht der Menschheit zum Ausdruck kommt, die Texte, die uns zeigen, dass wir uns das Leben nicht kaufen können, sondern dass es uns geschenkt wird. Diese erste Vesper der Weihnacht will uns einstimmen in das große morgige Fest, in das uns der Heilige Abend hineinführt.

Die Kirche spricht davon, dass Gott auf sein Volk sieht, das mit gläubigem Verlangen dieses Fest erwartet. Ist das wirklich unser Verlangen? Sagen Sie nicht zu schnell "Nein". In der Tiefe unseres Herzens ruht ein solches Verlangen nach der Zuversicht, dass es um unser Leben gut bestellt ist. Vielleicht muss es von manchem, was sich darüber gelegt hat, frei gespült werden, frei gemacht werden. Paulus hat eine ganz nüchterne Botschaft: "Gott sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau, dem Gesetz unterstellt, um uns frei zu kaufen" (vgl. Gal 4, 4-5) - von all dem Hetzen und Treiben, in das wir uns bringen, weil wir meinen, es kommt auf unsere Leistung an, und die bringe es. Vor Gott zählt das offene Herz, die Bereitschaft zu sagen: "Ich habe Verlangen, dass Du mein Leben mit Zuversicht und Freude erfüllst". 

So wünsche ich Ihnen, dass das Weihnachtsfest für Sie und Ihre Familien, für uns alle, ein Tag der Freude und der Zuversicht werde. Amen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Advent und Weihnachten

Text: Bischof Felix Genn
24.12.2009

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