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Seite: Aktuelles  >  Dokumentiert: Totenbrief des Bistums Münster für Weihbischof Voß
11.02.2012
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Dokumentiert:

Totenbrief des Bistums Münster für Weihbischof Voß

Bistum. Weihbischof Josef Voß ist am Mittwoch (16.12.2009) um kurz nach 12 Uhr gestorben. kirchensite.de dokumentiert den Totenbrief des Bistums Münster für Weihbischof Voß.

In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum.

Heimgegangen zu Gott, unserem Vater, ist am Mittwoch der 3. Adventswoche, dem 16. Dezember 2009, Weihbischof Dr. Josef Voß.

Er wurde am 9. März 1937 in Langenberg (Benteler) geboren. Von 1958 bis 1968 studierte er in Rom Katholische Theologie und erwarb dort das Lizentiat in Philosophie und das Doktorat der Theologie. Am 10. Oktober 1964 wurde er in der römischen Kirche Sant’ Ignazio zum Priester geweiht. Zum 1. August 1968 ernannte ihn Bischof Joseph Höffner zum Kaplan in Borghorst St. Marien. Bereits im Juli 1970 wurde er zunächst zum Subdirektor und im Dezember zum Direktor des Collegium Borromaeum ernannt.

Seit 1974 bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof leitete er als Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes mit großer Hingabe und Kompetenz die Geschicke der Caritas im Bistum Münster. In dieser Verantwortung nahm er die Aufgaben sowohl als Geistlicher Beirat der Vinzenz- und Caritaskonferenzen, als Seelsorger des Malteser Hilfsdienstes wie auch als Geistlicher Berater des Sozialdienstes Katholischer Frauen und des Sozialdienstes Katholischer Männer wahr.

Am 18. März 1988 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Thisiduo und Weihbischof in Münster, wo er am darauf folgenden 24. April durch Bischof Reinhard Lettmann die Bischofsweihe empfing und besonders für die Seelsorge an den Gläubigen der Region Coesfeld/Recklinghausen bestellt wurde. Im selben Jahr erfolgte die Ernennung zum nichtresidierenden und im Jahr 1990 zum residierenden Domkapitular.

Immer wieder hat der Weihbischof in der Öffentlichkeit seine Stimme für Migranten und für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft erhoben. Viele Jahre gehörte er der Kommission für gesellschaftliche und sozial-caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz an. Von 1992 bis 1996 war er Vorsitzender der Kommission für Caritasfragen. Seine besondere Sorge galt der Beratung und Begleitung von schwangeren Frauen, die in Notsituationen geraten waren. Hohes Ansehen, weit über das Bistum Münster und die Deutsche Bischofskonferenz hinaus, erwarb er sich seit 1996 durch sein großes Engagement als Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der Kommission für Migrationsfragen der Deutschen Bischofskonferenz. Der Heilige Vater berief ihn im Jahr 2006 in den "Päpstlichen Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs". Das gute Zusammenleben der Einheimischen und der Zuwanderer in unserem Land beschäftigte ihn sehr. Im Bistum Münster galt seine besondere Aufmerksamkeit daher der Ausländerseelsorge und der Seelsorge in den muttersprachlichen Gemeinden.

Den Menschen seiner Region war Weihbischof Dr. Josef Voß ein vertrauter Gesprächspartner, dem die Sorgen und Nöte der Menschen am Herzen lagen. Hohe persönliche Glaubwürdigkeit, unermüdliche Einsatzbereitschaft, Bescheidenheit und geistreicher Humor zeichneten ihn aus. Die geistliche Grundlage seines Bischöflichen Dienstes kommt unverwechselbar in seinem Wahlspruch "Deus caritas est" zum Ausdruck. Dieses Gottesbild hatte sich ihm tief eingeprägt und führte ihn zu dem in seinem Testament festgehaltenen Bekenntnis: "In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum."

Die tiefe und herzliche Verbundenheit unseres lieben Verstorbenen mit seiner Familie erfüllt alle Angehörigen mit großer Dankbarkeit. Es tröstet sie die Zuversicht, auch weiterhin in seiner Liebe und Fürsorge gut aufgehoben zu sein, entsprechend seiner Zusage am Weihetag: "Ich bin Josef, euer Bruder".

Am Montag, 21. Dezember 2009, beten wir um 17:15 Uhr im Hohen Dom St. Paulus zu Münster die Totenvesper.

Das Pontifikalrequiem feiern wir am Dienstag, 22. Dezember 2009, um 14:00 Uhr im Hohen Dom; anschließend ist die Beisetzung auf dem Domherrenfriedhof. Anstelle freundlich zugedachte Kranzspenden bitten wir auf Wunsch des Verstorbenen um Spenden für die Ausbildung arbeitsloser Jugendlicher beim SKM Münster: Jugendausbildungszentrum JAZ, Kto. 16300200, BLZ 400 602 65 bei der Darlehnskasse Münster eG.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Josef Voß (+)

Text: Bistum Münster
18.12.2009

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