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Seite: Aktuelles  >  Ansprache vom Apostolischen Nuntius bei der Einführung von Bischof Genn
23.05.2012
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Erzbischof Jean-Claude Périsset
Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, überreichte dem Domkapitel die Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI.

Dokumentiert:

Ansprache vom Apostolischen Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset

Bistum. Am Sonntag (29.03.2009) ist Felix Genn feierlich in sein Amt als Bischof von Münster eingeführt worden. Während des Pontifikalamtes im münsterschen St.-Paulus-Dom übergab der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, eine Ansprache. kirchensite.de dokumentiert Auszüge aus seiner Ansprache.

Verehrter, lieber Herr Bischof Genn, liebe Mitbrüder im Bischofs-, Priester- und Diakonenamt, sehr geehrte liebe Behörden, liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Als mir das Datum für die Bischofseinführung von Bischof Felix Genn in Münster mitgeteilt wurde, habe ich mich zunächst gefragt, warum das Domkapitel und der neue Bischof sie zu diesem späten Termin angesetzt haben, mehr als drei Monate nach der Veröffentlichung der Berufung von Bischof Genn auf den bischöflichen Stuhl von Münster. Der Grund wird klar, wenn wir einen Blick auf die Geschichte des Bistums Münster werfen.

Sein erster Bischof, der heilige Liudger, wurde am 30. März 805 vom Kölner Erzbischof Hildebold zum Bischof geweiht. Knapp vier Jahre später starb er am 26. März 809 in Billerbeck, nachdem er dort seine letzte Messe gefeiert hatte. Es war, wie heute, der Passionssonntag. Zwar wiederholt sich Geschichte nicht, doch gibt sie uns in unserem Fall für die Wahl des Datums der heutigen Feier eine einleuchtende Begründung. Wenn ich Ihnen, lieber Bischof Felix, die päpstliche Ernennungsbulle überreiche, damit Sie sie dem Domkapitel zeigen, werden Sie der 75. Nachfolger des heiligen Liudger auf dem Bischofssitz von Münster. Ihr bischöflicher Wahlspruch lautet "Annuntiamus vobis vitam" - "Wir verkünden euch das Leben".

Sie wollen Ihr Amt wie Liudger ausüben, der als Missionsleiter bei den westlichen Sachsen durch seine Milde und Liebe wirkte, während andere auf Druck von Seiten Karls des Großen dem Volk den christlichen Glauben mehr durch Zwang und Schwert zu bringen versuchten. Liudger war ein vortrefflicher Seelsorger. (...) Die von ihm gegründete Domschule, an der er selbst unterrichtete, diente dabei der Heranbildung eines tüchtigen Klerus.

Aus ihren eigenen Erfahrungen als Weihbischof in Ihrem Heimatbistum Trier und als Bischof von Essen während der letzten sechs Jahre, lieber Bischof Felix, wissen Sie um die Unerlässlichkeit der Mitarbeit der Priester, wenn es darum geht, den Menschen das Leben, Christus unser Leben, zu bringen. (...)

Sie haben sich in Ihren theologischen Studien intensiv mit dem heiligen Augustinus beschäftigt, der solche priesterliche Brüderlichkeit des Bischofs mit seinem Klerus beispielhaft verwirklicht hat, und wissen, welche Bedeutung in seiner Lehre der priesterliche Dienst in der Feier der Eucharistie hat, durch die sich in dieser Zeit die Kirche zur Einheit versammelt. Eine große Zahl von Christen ist hier heute zu Ihrer Einführung versammelt. Mit ihnen sind ungezählte Gläubige aus den Gemeinden gekommen, die auf diese Weise zum Ausdruck bringen, wie wichtig ihnen die Kirche ist. Ich bin sicher, dass Sie in Ihrem bischöflichen Amt im Zusammenwirken mit den Priestern, den Diakonen und den mehr als zwei Millionen Gläubigen des Bistums Münster die Kirche Christi hier vor Ort immer neu mit Leben erfüllen werden. In der Einheit der una sancta catholica et apostolica ecclesia. Dazu erbitte ich Ihnen Gottes Segen.

Bevor ich die Ernennungsurkunde überreiche, möchte ich meine Freude darüber Ausdruck geben, dass Herr Bischof Lettmann unter uns ist, dem ich in dieser Stunde der Einführung seines Nachfolgers noch einmal unser aller Hochschätzung und Dank für seinen jahrzehntelangen Dienst als Oberhirte dieser Diözese aussprechen möchte. Sodann möchte ich Herrn Weihbischof Franz-Josef Overbeck von Herzen für seinen Dienst als Diözesan-Administrator danken. Er hatte das Bistum mit großem persönlichen Einsatz und Umsicht für die Zeit der Vakanz des bischöflichen Stuhles geführt und dafür gesorgt, dass das kirchliche Leben in einem guten Sinn seinen Weg nehmen konnte. Ein herzliches Vergelts Gott.

Und jetzt überreiche ich die Päpstliche Bulle zu dem gewählten Bischof von Münster.

Text: ks
29.03.2009

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