
- Bischof Genn in Billerbeck.
Dokumentiert:
Ansprache von Bischof Genn in Billerbeck
Bistum. In Billerbeck ist am Samstag (28.03.2009) der neue Bischof von Münster, Felix Genn, im Bistum Münster vom Domkapitel und den Gläubigen in seiner neuen Diözese begrüßt worden. Am Ende einer Vesper hielt er eine Ansprache, dessen Abschrift kirchensite.de dokumentiert:
Verehrte, liebe Mitbrüder im bischöflichen-, priesterlichen- und Diakonenamt, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
In dieser bewegenden Stunde hier im Dom zu Billerbeck auf dem Weg von der Johannes-Kirche hierher ist es mir eine ganz tiefe Freude und ein großer Grund dankbar zu sein allen, die mich hier an diesem Tag im Bistum Münster willkommen heißen.
Ich danke Ihnen, verehrter, lieber Herr Dompropst für die Worte der Begrüßung.
Ich danke Ihnen, Frau Bürgermeisterin, für den Gruß, den Sie mir entboten haben.
Ich danke Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, dass Sie mit mir den Weg in diesen Dom gegangen sind.
In besonderer Weise habe ich mich gefreut auch in dieser Stunde Schwestern und Brüder aus dem Bistum Essen, besonders aus Werden, hier sehen zu können und dabei zu spüren, dass auch Sie diesen Weg mitgehen, den ich in den letzten Tagen durch meinen Umzug von Essen nach Münster gegangen bin.
Ich habe gewissermaßen in diesen Tagen und Wochen nachvollzogen, was der heilige Ludgerus viele Male wahrscheinlich getan hat, wenn er von seiner Gründung in Werden - 799 hat er dort das Kloster gegründet - nach Münster gegangen ist. Und 1.200 Jahre später darf ich nun den Weg zurückgehen, den man ihm bereitet hat, als er als Verstorbener hier von Billerbeck über Münster in seine Grablege nach Werden gebracht wurde.
Es bewegt mich sehr, auf diesem Fundament weiter arbeiten zu dürfen. Auf diesem Fundament zu stehen und zu spüren, dass der Herr Wege ganz eigener Art fügt. Auch in meiner Biographie. Ich denke dabei nämlich immer auch, dass der Lehrer des heiligen Ludgerus, ein Priester der Diözese Trier gewesen ist: Gregor von Pfalzel. Und so fügt sich für mich in dieser Stunde vieles zusammen, was bisher meinen Weg des Glaubens bereitet, gesäumt, geprägt, fundiert hat.
Liebe Schwestern und Brüder, ich freue mich sehr, zu spüren, dass Sie mir Ihren Glauben schenken. Ich freue mich nicht nur auf diesem Fundament zu stehen, das wir hier in Billerbeck leibhaft erfahren dürfen, sondern auch zu sehen, was ich in den kommenden Jahren durch Ihren Glauben empfangen darf, was der heilige Ludgerus in unserer Region verbreitet hat.
Und ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, durch das Wort des Evangeliums und meinen Hirtendienst diesen, Ihren Glauben zu stärken. Ich bitte Sie sehr herzlich, dass wir das zusammen tun, damit dieses Fundament, das hier gelegt worden ist, auch so kräftig bleibt, dass es Zukunft hat und Menschen heute und morgen glauben können, dass die Botschaft des heiligen Ludgerus durch alle Zeiten wahr ist: dass Christus die Wahrheit, der Weg und das Leben ist.
Um dieses Leben zu verkünden hat er sich mit seinem Leben eingesetzt. Es hat sich gelohnt. Wir sehen es. Seine Spuren sind bis heute greifbar. Ich habe das immer wieder bei der Ludgerustracht in Werden ganz besonders intensiv spüren können. Und als ich vor einigen Monaten das Grab des heiligen Ludgerus noch einmal habe öffnen lassen, um die letzten leiblichen Überreste zu sehen. Es hat mich schon angerührt, dass sein Körperskelett noch fast vollständig erhalten ist. In diesem Augenblick habe ich mir gedacht: Es ist jetzt wichtig, dass das, was dieser Leib verkündet hat, auch heute und morgen bleibt.
Wenn schon das, was von seinem Leib noch da ist, so lange aushalten kann, dann erst recht das, was seine Seele und seinen Geist erfüllt hat. Und dazu lade ich auch gerade euch, liebe Kinder und Jugendliche ein, denn mit euch wird die Zukunft des Glaubens in unserem Lande weitergehen. Ich wünsche euch, dass Ihr Menschen erfahrt und erlebt die euch zeigen, wie der heilige Ludgerus es damals getan hat: Es ist wirklich schön, Christ zu sein. Das stimmt auch noch, und das ist gut. Weil es die Verkündigung eines Gottes ist, der stärker ist sogar als der Tod. Und das ist wahrhaftig die stärkste Macht in unserem Leben, gegen die wir überhaupt nicht ankommen. Er hat Christus verkündet, als das Leben, das von Gott kommt und das die Macht hat, den Tod zu besiegen.
Liebe Schwestern und Brüder, als ich gestern vor einer Woche mich in Essen verabschiedet habe, habe ich in meiner Predigt ein Wort des heiligen Franziskus von Assisi zitiert, das ihm in den Mund gelegt wird. Wahrscheinlich hat er es tatsächlich gesagt, als er in die Sterbestunde kam: "Lasst uns anfangen!" Ein ungewöhnliches Wort in einer Sterbestunde. Eine Stunde des Abschieds ist sicher nicht eine Stunde, vom Anfang zu reden. Als Glaubende wohl! "Lasst uns anfangen!", das möchte ich auch in dieser Stunde sagen, wo ich anfange mit einem Anfang, der längst gelegt ist.
Lasst uns den Anfang der hier gesetzt ist weitergehen. Im Namen des Herrn. Amen.
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