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Seite: Aktuelles  >  Dokumentiert: Vortrag des Bischofs zum Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium"
30.07.2014
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Dokumentiert:

Vortrag des Bischofs zum Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium"

Münster. Bischof Felix Genn hat am Freitag (24.01.2014) einen Vortrag über das Apostolische Schreiben "Evangelii Gaudium" von Papst Franziskus im Franz-Hitze-Haus in Münster gehalten. – kirchensite.de dokumentiert die schriftliche Fassung seines Vortrags.

Verehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Mein Impuls will dem Auftrag nachkommen, der mir bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung gegeben wurde: Eindrücke zu geben, wie dieses Dokument "Evangelii Gaudium" auf mich als Bischof wirkt, was es mir bedeutet, um davon Zeugnis zu geben.

Ich lese das Apostolische Schreiben zunächst auch auf dem Hintergrund dessen, was bereits in vielfältigen Publikationen aus ihm zitiert worden ist, was sicherlich auch die gespannte Aufmerksamkeit jedes Hörers und jeder Hörerin an diesem Abend wecken wird: Was sieht ein Bischof in diesem Dokument? Ich sage es unumwunden: Eine ganz klare Herausforderung und Gewissenserforschung.

1. Es ist ein Dokument, das mich als Bischof vor eine Reihe von Fragen stellt, die mit der Aufgabe meines Leitungsdienstes und Amtes als Bischof verbunden sind. Ich will sie deshalb auch zuerst nennen, um dann in weiteren Punkten etwas tiefer noch als die Fragen, die ich Ihnen vorlege, in das Dokument hineinzuschauen. Es ist eine Herausforderung mit Fragen, die ich nicht unmittelbar beantworten kann, aber in einer losen Reihenfolge ohne jegliche Wertung vorstellen will. Sie könnten sicherlich noch weitere auch an das Bischöfliche Amt und die Bischofskonferenz hinzufügen.

  • Was bedeutet es, dass die Armut ein Wesenselement der Evangelisierung darstellt? Was heißt das denn konkret im Umgang der Kirche mit Geld? Was bedeutet es für den Lebensstil eines Bischofs? Was bedeutet es für den Umgang mit den Armen? Wie wird das ganz konkret für uns in der Kirche von Münster auch angesichts eines Pastoralplans, in dem als vierte Option eine Option für eine dienende Kirche ausdrücklich formuliert worden ist? Was heißt das also, eine arme Kirche für die Armen?
  • Was heißt das, was Papst Franziskus über das Amt des Bischofs von Rom und die Kollegialität der Bischöfe sagt, wenn er ausdrücklich davon spricht, dass es eine authentische Lehrautorität für die Bischofskonferenzen gibt? Wie soll man das umsetzen, und was bedeutet das? Es bedeutet noch viel Gespräch, Überlegung, Nachdenken, Austausch - eben eine Herausforderung.
  • Oder die Frage, wie wir mit den Sakramenten so umgehen, dass Barmherzigkeit Wirklichkeit wird, besonders im Blick auf den Eucharistieempfang?
  • Was sagt uns dieses Dokument für die Moralverkündigung, wenn Papst Franziskus ausdrücklich auch in diesem Zusammenhang von einer Hierarchie der Wahrheiten spricht und betont, es komme auch gerade bei der Darlegung der Moral der Kirche darauf an, den Wert anzuzielen, um den es bei der moralischen Wahrheit und Lehre geht.

So könnte ich eine Reihe von Fragen fortsetzen, die sich aus diesem Dokument ergeben. Es ist auch eine Gewissenserforschung. Vieles ist schon hier dargestellt worden. Die einzelnen Kapitel sind unerschöpflich - ich möchte fast sagen: Das Dokument ist eine Schatztruhe, die uns geschenkt worden ist -, so dass gar nicht alles im Einzelnen benannt werden kann. Ich will nur noch den großen Abschnitt über die soziale Dimension der Verkündigung erwähnen. Was sich da alles bündelt und sammelt, ist noch gar nicht mit wenigen Worten, aber auch sicherlich nicht mit einer Tagung wie der unsrigen ausgeschöpft.

2. Ich möchte einen zweiten Punkt nennen, der mich sehr stark berührt. Ich bin davon auch begeistert. Ich erlebe beim Lesen dieses Textes, beim Zuhören über Abschnitte - wie auch heute Abend hier -: Da spricht jemand anders, als es bisher in kirchlichen und päpstlichen Lehrschreiben der Fall gewesen ist. Hier spricht ein Pastor der Weltkirche, hier spricht ein Jesuit, der viele Exerzitien gegeben hat. Da ich selber viele Exerzitien gegeben habe, verantwortlich war für Exerzitienbegleitung, als Spiritual vor meiner Tätigkeit als Bischof gewirkt habe, höre ich, wie Pater Jorge Mario Bergoglio vor einer Gruppe steht und Exerzitien gibt – und diesmal ist die Gruppe die Weltkirche! Dieses Dokument stellt für mich eine Summe systematischer Exerzitienvorträge dar, die immer zum Nachdenken anregen wollen und nicht darin erschöpft sind, wenn man das Mitgeschriebene eine Stunde meditiert. Diese Anregungen sind wie Punkte, die zur Lebenslinie werden wollen und sollen.

Das kann ich belegen an vielen Texten im Einzelnen. Bisweilen habe ich mir bei der Lektüre die Nummer aus dem Exerzitienbuch des heiligen Ignatius an den Rand geschrieben. Wir sehen: Ein Jesuit spricht authentisch zu uns. Am stärksten sehe ich diesen Aspekt im letzten Kapitel, auf das ich nachher kurz eingehen werde. Als Beispiel nenne ich, wenn Papst Franziskus von der Unterscheidung des bösen und guten Geistes spricht (51), oder wenn er von dem Bemühen spricht, Jesus immer mehr kennenzulernen. Das ist ausdrücklich aus dem Anfang der zweiten Woche des Exerzitienbuches genommen, in der die Betrachtung über den Ruf Christi dargelegt wird (EB 104; EG 264). Diese Betrachtung zielt darauf, das Leben Jesu kennenzulernen. Papst Franziskus spricht vom Stil des Lebens Jesu, damit ich ihn immer mehr erkenne, um ihn immer mehr zu lieben und ihm mehr zu dienen (265). Oder ich erinnere an das Schlusskapitel des Exerzitienbuches, das den Titel trägt: "Betrachtung zur Erlangung der Liebe". Liebe wird dort ausdrücklich als "Comunicación" -  zu deutsch: "Gemeinschaft" und "Mitteilung von beiden Seiten her", bezeichnet. Auch das kommt hier zur Sprache (264). Noch einen Hinweis will ich geben: Das Reden von der "Kirche als Mutter" entnimmt Papst Franziskus dem Exerzitienbuch, ist für ihn also völlig selbstverständlich.

Hier spricht jemand auch deshalb in einem anderen Ton, weil er sich von dem leiten lässt, was er ein Leben lang als Priester, Jesuit und Bischof in Lateinamerika bedacht hat. Zuletzt konnte er das auch zusammenfassen, bevor er Papst wurde, in der Redaktion des Schlussdokumentes der großen lateinamerikanischen Bischofsversammlung in Aparecida. Dieses Dokument trägt seine Handschrift und wird deswegen einschließlich der vorausgehenden Ansprache von Papst Benedikt XVI. auf dieser Versammlung sehr oft zitiert.

Ebenso wie "Evangelii Nuntiandi" von Papst Paul VI. ist das Dokument von Aparecida dreizehn mal zitiert. Natürlich ist Papst Franziskus auch von der lateinamerikanischen Perspektive bestimmt, wenn wir an den Abschnitt über die Volksfrömmigkeit denken, den wir als Europäer und Deutsche ganz anders lesen. Wir haben nämlich eine bestimmte Vorstellung von Volksfrömmigkeit, mit der wir uns schwer tun oder nichts mehr zu tun haben wollen. Papst Franziskus spricht dagegen von einer Volksfrömmigkeit, die er kennt, mitbringt, und bei der er gespürt hat, wie der "Sensus fidei" des einfachen armen Volkes Gestalt gewonnen hat.

Ich will noch anmerken, wie sehr Papst Franziskus von der lateinamerikanischen Kultur bestimmt ist, indem ich Ihren Blick auf den Abschnitt über die Entwicklung von Stadtkulturen  in der Evangelisierung lenke (71-75). Das hängt auch damit zusammen, dass er sich ein Leben lang mit der Frage beschäftigen musste, wie das Leben des Glaubens in den großen Städten Lateinamerikas gelingt. Nicht zuletzt hat ihn das sicherlich in den 20 Jahren als Verantwortlicher in der Leitung der Erzdiözese Buenos Aires bestimmt: Wie entwickele ich in einer riesigen Metropole die Evangelisierung und bringe die Verkündigung des Evangeliums in diese große Stadtkultur?

Verehrte Damen und Herren, aus diesem Impetus der Exerzitien kommt auch die Leidenschaft, auf den anderen zu hören. Ich sehe diese Leidenschaft am stärksten zum Ausdruck gebracht in der Nummer 75 im Zusammenhang der Herausforderungen der Stadtkulturen. Da lesen wir den erstaunlichen Satz: "Doch das Menschliche bis zum Grunde zu leben und als ein Ferment des Zeugnisses ins Innerste der Herausforderungen einzudringen, in jeder beliebigen Kultur, in jeder beliebigen Stadt, lässt den Christen besser werden und befruchtet die Stadt" (75). Hören Sie einmal dieses Wort: "Lässt den Christen besser werden und befruchtet die Stadt"! Das ist Comunicación - Mitteilung von beiden Seiten her -, indem ich auf den anderen höre. So werde ich zunächst einmal besser, und alles wird das Wirken des anderen, auch das Leben in einer Stadt, befruchten. Das ist Geist der Exerzitien und wiederum: Gewissenserforschung.

Ausdrücklich gehört zu den Exerzitien die Gewissenerforschung. Deshalb kann man dieses Schreiben  meines Erachtens nicht nur akademisch auslegen. So notwendig es ist, Systematisierungen vorzunehmen – die Zusammenstellung der Referenten, die vor mir gesprochen haben, zeigt das auch. Der Text ist eine klare Herausforderung zur Gewissenserforschung, und zwar für Bischöfe, für Priester und für jeden einzelnen. Bei manchen Passagen habe ich mir an den Rand geschrieben: Gut für eine Rekollektio mit Priestern, zum Beispiel die Fragen im Zusammenhang mit der Verkündigung, der Vorbereitung der Predigt, die Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Art und Weise stellen, wie die Verkündigung gestaltet wird.

Ich will es an einer Nummer deutlich machen, nämlich der Nummer 82: Da ist die Rede von dem Problem der Verkünder. Anmerken möchte ich, dass er natürlich dabei nicht Pastoralreferenten und Referentinnen im Blick hat, sondern in erster Linie die Priester, weil er die anderen Laienberufe, außer den Katechisten, nicht kennt. Ich zitiere ihn: "Das Problem ist nicht immer das Übermaß an Aktivität, sondern es sind vor allem die schlecht gelebten Aktivitäten, ohne die entsprechenden Beweggründe, ohne eine Spiritualität, die die Tätigkeit prägt und wünschenswert macht … Manche klammern sich an Projekte oder Erfolgsträume, die von ihrer Eitelkeit gehegt werden. Wieder andere, weil sie den wirklichen Kontakt zu den Menschen verloren haben." Ich könnte diese Zitationen fortsetzen. Es lohnt sich, die Nummer zu Ende zu lesen.

Er beschäftigt sich sehr ausführlich mit der Verkündigung und der Homilie. Das ist Linie des Konzils, das den bischöflichen und priesterlichen Dienst in besonderer Weise von der Verkündigung her akzentuiert. Wichtig ist aber auf der anderen Seite auch, dass Papst Franziskus sieht: Das Medium des Wortes ist das Medium schlechthin, mit dem Evangelisierung geschehen und bewirkt werden kann.

3. Ein Sachverhalt spricht mich besonders an, weil er ein Grundanliegen auch meiner Tätigkeit ist. Es geht darum, dass jeder Missionar ist, jeder Christ, jede Christin. Das Dokument von Aparecida trägt den provokanten Titel: "Alle sind Apostel und Missionare." Dieser Gedanke wird in dem Schreiben von Papst Franziskus durchdekliniert und durchdiskutiert. "Kirche ist Mission", so hat  es einmal Bischof Wanke gesagt. Papst Franziskus sagt: "Wir haben die Aufgabe, uns in eine permanente Mission hinein zu begeben." Hier muss kritisch gefragt werden: Ist uns eigentlich das Wort Mission so recht? Papst Franziskus spricht völlig selbstverständlich davon. Wer spricht aber bei uns noch von Mission? Wir nehmen dazu das Wort Evangelisierung, wobei viele merken, dass es sich um ein Fremdwort handelt, hinter dem vielleicht nichts Gutes zu stecken scheint. Aber mit Mission wird es nicht verbunden, weil wir mit dem Wort Mission eine Reihe gedanklicher Verbindungen eingehen, möglicherweise auch von Bildern bestimmt, nicht zuletzt auch von Ängsten. Aber Papst Franziskus spricht von Mission und greift damit auf, was an vielen Stellen päpstlicher und bischöflicher Schreiben der letzten vierzig und fünfzig Jahre gesagt wurde. "Evangelii Gaudium" ist nicht ein Text, der nicht in Kontinuität steht zu bisherigen Dokumenten. Aber der Ton macht die Musik, und der Ton ist anders.

Ich erinnere an das Schreiben von Papst Paul VI. "Evangelii Nuntiandi". Es hat Jahrzehnte gebraucht, bis dieses Dokument entdeckt worden ist. 1975 erschienen, wurde es in Deutschland durch das Wort der Bischöfe erst relevant, die mit ihrem Schreiben "Missionarisch Kirche sein" aus dem Jahr 2000 den Impuls von 1975 ausdrücklich aufgegriffen haben. Ich erinnere auch an die Enzyklika "Redemptoris Missio" von Johannes Paul II., und könnte noch einige andere Dokumente nennen. Obwohl das alles schon gesagt worden ist, werden wir jetzt aufmerksam. Ich sehe darin den "Kairos", die entscheidende Stunde, mit der wir durch diesen Mann und mit diesem Zeugnis, das er für die Kirche gibt, zu dem hingeführt werden, was Grundanliegen des II. Vatikanischen Konzils gewesen ist: Jeder Getaufte und jeder Christ hat einen missionarischen Auftrag, ist Gesandter.

Wenn das Konzil sagt, die Kirche sei gewissermaßen Sakrament der Einheit für die Menschheit und der Einheit der Menschheit mit Gott, dann heißt das doch: Der Begriff des Sakramentes bekommt eine besondere Dimension, anders als die, die wir bisher kannten, nämlich Heilmittel der Gnade zu sein. Selbstverständlich ist Sakrament das auch. Aber dass ich als getaufter Christ Sakrament bin - wer hat das für sich bedacht und realisiert? In diesem Dokument geschieht es. Hier wird davon gesprochen, dass ausdrücklich jeder Christ und jede Christin Mission ist.

Das dritte Kapitel unseres Schreibens führt aus, dass das ganze Volk Gottes das Evangelium verkündet (111-134). "Evangelisierung ist Aufgabe der ganzen Kirche" (1119)! Oder: "Alle sind wir missionarische Jünger" (119-121). "In allen Getauften, vom ersten bis zum letzten wirkt die heiligende Kraft des Geistes, die zur Evangelisierung drängt" (119). "Kraft der empfangenen Taufe ist jedes Mitglied des Gottesvolkes ein missionarischer Jünger geworden. Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre" (120).

Das ist für mich einer der entscheidenden Sätze, den ich gerne zitieren will: "Jeder Christ ist in dem Maß Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist" (120). Der gesamte Gedankengang gipfelt für mich in der Aussage des Schlusskapitels, wo wir wörtlich lesen: "Ich bin eine Mission auf dieser Erde" - und er meint damit jeden Christen! - "Ich bin eine Mission auf dieser Erde, und ihretwegen bin ich auf dieser Welt. Man muss erkennen, dass man selber ‚gebrandmarkt’ ist für diese Mission, Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien" (273).  

"Ich bin eine Mission": Meine sehr verehrten Damen und Herren, dass ist eine Definition, eine anthropologische Aussage. Das bedeutet: Der Mensch wird durch diese Mission Person mit einem ganz besonderen Auftrag. Mission ist nicht etwas, was mir aufgebürdet wird, was ich zusätzlich zu meiner Existenz noch habe, sondern ich bin es.

Ich bin Mission - und daran sehen Sie, verehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder, was es heißt, wenn ich bemerke, diesen Text solle man durchkauen. Die Lektüre geht nicht ohne die Mühe und die Anstrengung des Begriffs, des Nachdenkens, vor allem aber auch des Austauschs untereinander, damit man immer tiefer darin eindringen kann, um zu erspüren: Was bedeutet das jetzt für uns in der Gemeinde, für uns im Verband, für uns in der Gruppe, für uns im Vorstand, für uns in der Bischofkonferenz, für uns in der Pastoralkonferenz usw.?

4. Damit bin ich bei meinem letzten Punkt, der mich am meisten fasziniert. Ich finde ihn am schönsten ausgedrückt gleich im ersten Satz des Dokumentes überhaupt. Von dort aus schlage ich einen Bogen zu dem letzten Kapitel. Der erste Satz lautet: "Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen" (1). Das ist der Kern: Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen!

Im letzten Abschnitt, im fünften Kapitel, das überschrieben ist mit den Worten: "Evangelisierende mit Geist" (259-261) werden die "Motivationen für einen neuen missionarischen Schwung" (262-263) genannt. Sie resultieren letzten Endes aus diesem Geist, von dem schon Jesus bestimmt war. Sie resultieren aus der persönlichen Begegnung mit der rettenden Liebe Jesu. Ich zitiere Papst Franziskus: "Wir haben einen Schatz an Leben und Liebe, der nicht trügen kann, eine Botschaft, die nicht manipulieren noch enttäuschen kann. Es ist eine Antwort, die tief ins Innerste des Menschen hinab fällt und ihn stützen und erheben kann. Es ist die Wahrheit, die nicht aus der Mode kommt, denn sie ist in der Lage, dort einzudringen, wohin nichts anders gelangen kann. Unsere unendliche Traurigkeit kann nur durch eine unendliche Liebe geheilt werden" (265).

Die Freude des Evangeliums empfängt jeden, der Jesus begegnet ist; denn die ganze Art und Weise, wie Jesus ist, wie er handelt, "spricht zum eigenen Leben. So oft einer dies wieder entdeckt, ist er dann davon überzeugt, das es genau das ist, was die anderen brauchen, auch wenn sie es nicht erkennen … Das Evangelium antwortet auf die tiefsten Bedürfnisse des Menschen" (265).  

Diese persönliche Ansprache des Papstes hat kirchliche Gestalt. Der Schluss ist nicht dem Stil üblicher päpstlicher Dokumente geschuldet, sondern ergibt sich daraus; denn er endet mit Maria, die seit Paul VI. und immer wieder unter Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. "Stern der Evangelisierung" genannt wird. Mit Maria zu schließen ist auch ignatianischer Stil. Es gibt nämlich keine Betrachtung beim heiligen Ignatius, die nicht mit der Anrufung der Gottesmutter endet, sie möge mir bei ihrem Sohn die Gnade erbitten, die ich aus der Betrachtung empfangen habe. Papst Franziskus hat eine zärtliche Liebe zu Maria. Das kann man auf Fotos sehen, sowohl in Aparecida bei seinem Besuch aus Anlass des Weltjugendtages oder bei der Begrüßung der Fatima-Madonna auf dem Petersplatz und so weiter. Das kommt aus seiner Herzenstiefe, nicht nur seiner eigenen oder der Volksfrömmigkeit, sondern auch aus seiner ignatianischen Formung. In Maria sieht er: Die konkrete Mission der Kirche gewinnt in ihr Gestalt. Missionar zu sein heißt, es ebenso zu machen wie Maria, nämlich das Wort aufzunehmen, es in sich zu tragen, davon schwanger und fruchtbar zu werden, um es der Welt zu schenken. Das ist Evangelisierung.

Ich wollte Ihnen einfach ein paar Eindrücke und Assoziationen, die sich mir durch die Lektüre ergeben haben, vorstellen. Ich muss allerdings gestehen: Dieses Dokument ist ein solcher Schatz, dass noch viel mehr Gedanken zu äußern wären. Lesen Sie es selbst, meditieren Sie es, und lassen Sie mich jetzt zum Schluss kommen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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