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01.06.2016
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

Papst Franziskus und Bischof Genn zur Fastenzeit

"Unvoreingenommene Zuwendung" zu den Mitmenschen

Bistum / Vatikanstadt. In ihren Fastenbotschaften rufen Papst Franziskus und Bischof Felix Genn dazu auf, sich im Heiligen Jahr den Werken der Barmherzigkeit zu widmen. Der Papst betont, die sieben leiblichen und sieben geistlichen Werke erinnerten daran, "dass unser Glaube sich in konkreten täglichen Handlungen niederschlägt". Ziel sei, dem Nächsten "an Leib und Geist zu helfen" sowie die "eigene existenzielle Entfremdung zu überwinden".

Bischof Genn ermutigt zu "unvoreingenommener Zuwendung" zu den Mitmenschen und dazu, "neu Ja zu sagen" zur eigenen Lebensgeschichte, ihren Brüchen und ihrer Schuld. Das könne auch im Sakrament der Beichte geschehen.

Genn: Vergebung Gottes zusagen lassen

Genn nennt es "die Weise Jesu", Menschen mit Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen. Der Bischof ermuntert die Christen, sich in der Fastenzeit eines der Werke der Barmherzigkeit "in besonderer Weise" vorzunehmen – "vielleicht eines, das fremd geworden ist". Mit Blick auf das Werk der Barmherzigkeit, Fremde aufzunehmen, dankt Genn allen Flüchtlingshelfern.

Barmherzigkeit bedeute, sein Herz bei den Armen zu haben. Auch Gott habe sein Herz den Armen gegeben, nämlich den Menschen – in Tod und Auferstehung Jesu. Der Bischof ruft die Gläubigen dazu auf, sich als beschenkt von der Liebe und vom Erbarmen Gottes zu begreifen.

Genn ermutigt dazu, sich in der Beichte die Vergebung Gottes zusagen zu lassen. Den Ansatz Jesu beschreibt der Bischof so: "Gib mir deine Schuld, denn meine Art zu lieben ist es zu vergeben."

Papst mahnt zu Solidarität

Papst Franziskus betont in seiner Botschaft, in Leidenden und Bedürftigen zeige sich Jesus selbst. Alle Christen seien zu Werken der Barmherzigkeit aufgerufen. Sie stünden im Zentrum des Evangeliums. Wer Barmherzigkeit erfahre, könne sie auch weitergeben.

Die Wohlhabenden ruft Franziskus zu Solidarität mit Notleidenden und Flüchtlingen auf. Wer Macht und Reichtum nicht zum Dienst an den Mitmenschen und damit an Gott einsetze, sei ein "Sklave der Sünde". Ein solcher Mensch "meint, reich zu sein, ist aber in Wirklichkeit der Ärmste unter den Armen".

Gegen "Vergötterung des Geldes"

Die "Vergötterung des Geldes" nennt der Papst ein "irriges Entwicklungsmodell". Sie führe zu Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Armen. Reiche würden sich sogar "weigern", die Armen überhaupt zu sehen.

Franziskus wendet sich zudem gegen Technikwissenschaft und andere Ideologien, die Gott für irrelevant und den Menschen zum Maß der Dinge erklärten. Mit dieser "Verblendung" gehe ein "hochmütiger Allmachtswahn" einher, wie er sich – politisch – auch in den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts gezeigt habe.

Die Werke der Barmherzigkeit

Leibliche Werke
1. Hungrige speisen
2. Dürstenden zu trinken geben
3. Nackte bekleiden
4. Fremde aufnehmen
5. Kranke besuchen
6. Gefangene besuchen
7. Tote begraben

Geistliche Werke
1. Unwissende lehren
2. Zweifelnden recht raten
3. Betrübte trösten
4. Sünder zurechtweisen
5. Lästige geduldig ertragen
6. Denen verzeihen, die uns beleidigen
7. Für die Lebenden und die Toten beten

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Text: Jens Joest und KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
14.02.2016

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