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10.12.2018
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn: Neues Jahr aus Gottes Hand annehmen!

Serie "Mein Jahr" - Bischof Felix Genn:

Versöhnlicher und barmherziger

Bistum. Was wird das neue Jahr bringen? In der großen weiten Welt, in Deutschland, im eigenen Leben? Nicht alles ist vorhersehbar, und so werden Gelassenheit und Gottvertrauen die besten Voraussetzungen sein, um das anzunehmen, was kommen mag. Für manche aber stehen besondere Ereignisse bevor. kirchensite.de und Kirche+Leben haben ganz unterschiedliche Menschen nach "ihrem" Jahr 2016 gefragt. Den Anfang macht Bischof Felix Genn.

Das Jahr 2016 ist nichts Besonderes. Es ist wieder ein Jahr, das zeigt: Die Zeit zerrinnt uns in unseren Händen. Umso mehr gilt, es heute als Geschenk aus der Hand Gottes anzunehmen. Weder das Stöhnen darüber, dass wieder die Zeit so schnell vergeht – wann ist sie je langsam vergangen? –, noch irgendwelche unrealistischen Vorsätze helfen weiter.

Seit Jahren ist für mich ein Wort aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus für den Jahreswechsel prägend, auf den mich Bischof Hemmerle in einem kleinen Text hingewiesen hat. Dort schreibt er sinngemäß, dass alle Zeit, die uns gegeben ist, die vor uns liegt – was wir gerade beim Jahreswechsel besonders bemerken –, getragen werden kann von der Zuversicht des Apostelwortes: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat" (Gal 2, 20).

Wenn auch das Jahr 2016 kein besonderes Jahr ist, wird es durch ein solches Vorzeichen vor der Melodie dieser Monate besonders geprägt: Ich lebe im Glauben an den, der sich für mich hingegeben hat. Was will ich eigentlich noch mehr?

Rein äußerlich wird die Vorbereitung auf den Katholikentag 2018 Fahrt aufnehmen, vor allem durch die Teilnahme am Katholikentag in Leipzig. Ich freue mich zu sehen, wie bereits jetzt in Münster qualifiziert an dem Programm 2018 gearbeitet wird.

Ein Blick in den Terminkalender zeigt, wie sehr sich die Tage und Wochen bereits seit Monaten für das Jahr 2016 gefüllt haben. Besonders fällt mir dabei auf, dass wir am 24. Juni den 100. Geburtstag des Diözesancaritasverbandes feiern können. Was steckt in diesen 100 Jahren alles drin! Gelebte christliche Nächstenliebe pur! Konkrete Umsetzung der Werke der Barmherzigkeit, an denen wir einmal vom Weltenrichter gemessen werden.

Wertvoller Dienst

Ja, Barmherzigkeit: Das soll das Leitwort dieses Jahres werden. Am 2. Februar werde ich im Dom das "Jahr des geweihten Lebens" abschließen. Für die Orden und Geistlichen Gemeinschaften hatte es schon eine besondere Bedeutung, selbst wenn es in die Breite keine großen Strahlungen ausgelöst hat. Aber der Dienst, der von den unzähligen Frauen und Männern ausgeht, die diese Form der Nachfolge Jesu gewählt haben, kommt tief in den Boden der Kirche und entfaltet eine Fruchtbarkeit, die mit menschlichen Leistungsskalen nicht zu messen ist. Wie viel Barmherzigkeit ist von diesem Dienst ausgegangen! Das sage ich nicht nur im Blick auf die so genannten aktiven und apostolisch tätigen Orden, sondern auch auf die große geistliche Fruchtbarkeit der kontemplativen Gemeinschaften. Besonders der Karmel ist hier zu erwähnen, gedachten doch die Brüder und Schwestern dieses Ordens im zurückliegenden Jahr des Geburtstages ihrer Reformatorin, der großen Teresa von Ávila. Gerade weil sie dem barmherzigen Gott glauben, können sie Ihm die vielfältige Not zum Herzen tragen, die ihnen durch Menschen anvertraut wird.

Das "Jahr der Barmherzigkeit" ist Papst Franziskus ein großes Anliegen. Ich verbinde ebenfalls damit zwei Wünsche, um die ich auch den Herrn bitte: Dass wir im Umgang miteinander versöhnlicher und barmherziger werden. Dass Gemeinden, Familien, Gruppen, die zerstritten sind, neue Wege suchen, die Hände zur Versöhnung ausstrecken. Hier denke ich auch an Umkehr derer, die sich vor den Fremden als dem Fremden fürchten. Wir brauchen doch keine Angst zu haben! Mit der Kraft unseres Glaubens können wir nämlich in das Gespräch mit jedem Menschen eintreten!

Ich wünsche mir aber auch eine Belebung des Bußsakramentes und eine innere "Reformation" der Gesinnung auch derer, die als Hauptberufliche in unserem Bistum in den verschiedenen pastoralen Diensten arbeiten und, wie es uns die Seelsorgestudie gezeigt hat, zum Teil den Bezug zu diesem Sakrament verloren haben. Deshalb können sie ihn auch schlecht vermitteln. Sich die Vergebung Gottes angesichts der eigenen Schuld auf den Kopf zusagen zu lassen – was kann einem Besseres passieren! So merkwürdig das Wort "Ablass" und oberflächlich gesehen die Sache klingen mag, so sehr er uns auch durch falsche Deutungen in eine Kirchenspaltung hineingeführt hat, so sehr könnte er auch eine neue geistliche Wirklichkeit werden. Mir ist nämlich im Zusammenhang des Missbrauchsjahres sehr bewusst geworden, wie Schuld, die sogar gebeichtet wurde, weiterhin ihre Folgen und tiefen Verwundungen in Menschenherzen zieht. Durch die Fürbitte der Kirche, der Gemeinschaft der Heiligen, intensiv darum zu beten, dass die Spuren meiner Sünde und Schuld zur Heilung und Versöhnung führen, scheint mir gar nicht so abwegig zu sein.

Ich freue mich, im Sommer zwei Tage in Ars zu sein, um französischen Priestern eine Betrachtung zum Priestertum zu halten und in der Eucharistiefeier zu predigen.

Die Liebe des Lebens

Dann folgt im Oktober gewissermaßen als Höhepunkt des Heiligen Jahres für unser Bistum die Wallfahrt nach Rom, die uns die Möglichkeit gibt, an den Gräbern der Apostel, besonders unseres Bistumspatrons, des heiligen Paulus, zu beten. Ich konnte das im zurückliegenden Jahr anlässlich des Ad-limina-Besuches bereits tun.

Ich hoffe und wünsche mir, dass viele Menschen in Jesus die Liebe ihres Lebens entdecken, und dass junge Menschen die Angst verlieren, sich Ihm auch im geweihten Leben der Orden oder des Priestertums anzuvertrauen und zur Verfügung zu stellen.

Ansonsten wird das Jahr viel Selbstverständliches bereithalten, Freuden und Leiden, Sorgen und Kummer. Und es wird, davon bin ich überzeugt, nicht aus der Heilsgeschichte herausfallen, die der Herr für jeden Menschen, auch für die Kirche von Münster, bereitet. Wir wissen nicht, obwohl wir uns so sehr bemühen, pastoral gut zu sein, wie es mit der Kirche weitergeht. Aber gilt nicht auch für unseren gemeinsamen Weg: "Was ich noch zu leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat"?

Deswegen möchte ich auch das Jahr 2016 schlicht und einfach beginnen "in nomine Domini – im Namen des Herrn".

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Text: Bischof Felix Genn | Foto Michael Bönte in Kirche+Leben
04.01.2016

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