Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Bistum aktuell
31.07.2016
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Martin Xuereb (links) und Pfarrer Rolf Lohmann (Mitte).

Pressetermin mit Martin Xuereb (links) und Pfarrer Rolf Lohmann (Mitte).

Martin Xuereb berichtet über die Arbeit von "MOAS"

"Wir haben die Chance, Leben zu retten"

Kevelaer. "'MOAS' ist nicht die Lösung des Flüchtlingsproblems – unsere Organisation ist nur ein Pflaster", bringt Martin Xuereb, Chef von MOAS (Migrant Offshore Aid Station), die Flüchtlingssituation im Gespräch mit Vertretern der Presse in Kevelaer sowie mit Weihbischof Stefan Zekorn, dem Bischöflichen Beauftragen für die Weltkirche im Bistum, auf den Punkt. Während man in Europa darüber diskutiere, "welcher Weg der richtige ist, das Flüchtlingsproblem in den Griff zu bekommen, sterben Menschen", fährt Xuereb fort.

Das Leben der Flüchtlinge auf hoher See zu retten, hat sich die gemeinnützige Stiftung auf Malta zur Aufgabe gemacht. Allein in den letzten sechs Monaten hat die Organisation mehr als 10.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Die Basis der Hilfsoperationen ist ein zum Seenotrettungsschiff umgebautes 40 Meter langes ehemaliges Forschungsschiff, die MS Phönix. Die 20-köpfige Besatzung umfasst Ärzte, Seenotretter, Piloten für zwei ferngesteuerte Drohnen sowie zwei Schlauchboote. "Ausgerüstet mit diesen Mitteln, die den höchsten technischen Standards entsprechen, sind wir in der Lage, Menschenleben auf hoher See zu retten", sagt Xuereb. Die Rettungsaktionen haben ihren Preis: Sie kosten im Monat 500.000 Euro.

Das Team arbeitet nach den Worten von Xuereb nicht auf eigene Faust. Es sei eng mit den zuständigen italienischen Behörden vernetzt. Beispielsweise sichte es selbst Flüchtlingsboote auf hoher See und melde diese dem Koordinationszentrum (MRCC) in Rom. Darüber hinaus erhalte es von dort auch Anweisungen für Hilfseinsätze.  Das Zentrum entscheide, welches Schiff die Flüchtlinge an Bord nehme. Eng arbeite man beispielsweise mit den Schiffen der deutschen Marine zusammen. Die Geretteten erhalten nach den Worten von Xuereb an Bord eine Erstversorgung mit Lebensmitteln, Wasser und – bei Bedarf – mit Medikamenten. Auch psychologische Betreuung steht zur Verfügung. Auf die Anweisung des MCRR aus Rom bringt die Phoenix die Flüchtlinge zu italienischen Häfen, meist nach Sizilien.

Private Stiftung, um Flüchtlinge aus See zu retten

Ende 2014 war die Mission "Mare Nostrum", die Rettungsaktion der italienischen Marine, ausgelaufen. Im Rahmen dieser Aktion hatte Italiens Marine seit Herbst 2013 rund 150.000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Am 1. November startete die EU die gemeinsame Mission "Triton", die sowohl die Außengrenze der Union sichern als auch Flüchtlinge retten sollte.

Als im Herbst 2013 etwa 400 Flüchtlingen bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, vor der italienischen Insel Lampedusa ertranken, gründeten Christopher und Regina Catrambone die Stiftung "Moas". "Sie konnten nicht mehr tatenlos zusehen", erinnert sich Xuereb. "Sie kauften ein Schiff, sichten eine Crew und retteten 3.000 Menschen in 60 Tagen."

Der aus den USA stammende 33-jährige Versicherungsunternehmer und seine italienische Ehefrau folgten dem Aufruf von Papst Franziskus an die Unternehmer, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um weitere Katastrophen zu verhindern, und statteten die Stiftung mit 1,5 Millionen Euro aus. "'MOAS' ist die erste privat finanzierte Stiftung, um Flüchtlingen auf See zu helfen", erläutert Xuereb die Aufgabenstellung der Organisation. "Niemand hat es verdient, auf See zu sterben", fasst Xuereb zusammen.

Die Idee des Gründers überzeugte

Martin Xuereb übernahm nach einem intensiven Gespräch mit Christopher Catrambone die Leitung der Organisation. Der hochrangige Offizier – drei Jahre leitete er die maltesische Armee – war so von der Persönlichkeit und der Idee des Gründers begeistert, dass er seine eigenen beruflichen Pläne, eine Beratungsfirma zu gründen, zunächst über den Haufen warf und sich der Aufgabe zur Verfügung stellte.

Xuereb weiß, dass auch die Situation der Flüchtlingsländer einbezogen werden muss, wenn es darum geht, dem Andrang der Flüchtlinge Herr zu werden. "Aber wir haben die Chance, Leben zu retten – ungeachtet der Hautfarbe, des Geschlechts und der Religion", sagt er. Der Gedanke an die vielen tausend Menschen, die im Mittelmehr ertrunken sind, belastet ihn sehr. Doch wenn er an die Toten denkt, hat er nicht Menschenmassen vor Augen. Dann denkt er an das Gesicht eines kleinen, acht Jahre alten syrischen Jungen. Ihn hatte eine Rettungsaktion tot aus dem Meer gefischt, die kleinen Fäuste fest ans Gesicht gedrückt, die Augen weit aufgerissen. "In dem Moment des Sterbens war nur Angst und Verzweiflung", sagt Xuereb. Der Globalisierung der Gleichgültigkeit möchte er mit seiner Arbeit entgegentreten. Dass die "Spendenaktion Piroge" in Kevelaer die Arbeit von MOAS mit 8.000 Euro unterstützt, erfüllt ihn mit Dankbarkeit.

"Unter den vielen Herausforderungen, vor die uns das Elend der Flüchtlinge stellt, ist die erste, die Rettung der Flüchtlinge vor dem Ertrinken" sagt Weihbischof Stefan Zekorn im Anschluss an die Information gegenüber kirchensite.de. "Da die europäischen Länder hier nicht genügend tun, setzt sich MOAS für die Seenotrettung aus dem Mittelmeer ein. Dies ist eine ethische Verpflichtung, die sich unmittelbar aus der christlichen Nächstenliebe und den Menschenrechten ergibt. Allerdings ist es auch eine Aufgabe Europas, mehr legale Fluchtwege zu eröffnen. Auf diese Weise könnte verhindert werden, dass die Menschen in ihrer Verzweiflung den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer wählen."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedEin Schiff der Hoffnung in Kevelaer (17.08.2015)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Flüchtlinge
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Stefan Zekorn

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.moas.eu/de

Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
02.09.2015

Namen und Nachrichten

Personalveränderungen im Bistum.

Beitrag für Betriebsrenten

Caritas-Mitarbeiter beteiligen sich künftig an den Beiträgen für ihre betriebliche Altersversorgung.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Eine-Welt-Arbeit

Die Eine-Welt-Arbeit im Bistum Münster wird vom Referat Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat in Münster koordiniert.

Berufe der Kirche

Die Diözesanstelle ist Ansprechpartner für Menschen, die Interesse an einem Beruf in der Kirche haben.

Kommentar

Der Angst keine Chance! - Markus Nolte über vier Anschläge in einer Woche

Dossier Wallfahrt

Seit Jahrhunderten machen sich Christen auf den Weg, um unterwegs Gott ein Stück näher zu kommen.

Beten mit Kindern

Vor dem Urlaub.

Jahr der Barmherzigkeit

Am 8. Dezember hat Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet.

VIDEO-Tipp ...

Bistumsmedien für "brüderliche Zurechtweisung".

Glaubenswissen

Diaspora: Christen in der Zerstreuung.

Mariä Himmelfahrt

Papst Pius XII. Erklärte am 1. November 1950, dass Maria "nach Vollendung ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden ist".

Mit der Bibel leben

Bibelarbeit zum Hohelied.

Frauenseelsorge

Kirche und Frauen - das ist ein facettenreiches Pflaster.

Durch das Jahr

Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt.

Kirche von A bis Z

Caritas: "Lieb" und "teuer".

Haushalt des Bistums

Laufende Einnahmen und Ausgaben.

Verbände

Kolpingwerk.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand