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01.07.2016
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

Neue europäische Mission zur Seenotrettung gefordert

Nach Bootsunglücken: Genn greift EU-Flüchtlingspolitik an

Bistum. Als "menschenverachtend" hat Bischof Felix Genn die bisherige Politik der EU gegenüber Bootsflüchtlingen im Mittelmeer kritisiert. Nach dem Untergang mehrerer afrikanischer Flüchtlingsboote vor Süditalien in der vergangenen Woche forderte Genn am Montag (20.04.2015), als Sofortmaßnahme die Seenotrettung auszuweiten.

Bei mehreren Schiffsunglücken waren seit vorvergangenen Sonntag (12.04.2015) nach unterschiedlichen Zahlen mehr als 1.000 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken, davon wohl mindestens 700 bei einem Untergang am Sonntag (19.04.2015). Ohne Namen zu nennen, griff Genn laut Bischöflicher Pressestelle Politiker an, "die offensichtlich eine humane Flüchtlingspolitik entweder nicht wollen oder nicht in der Lage sind, sie umzusetzen".

Aufgabe nicht allein der Mittelmeerländer

Der Bischof verlangte die "Organisation und Finanzierung der Rettung aller in Seenot geratenen Flüchtlinge" als Aufgabe nicht allein der Mittelmeerländer. Er forderte, die Rettungsaktion "Mare Nostrum" unter "europäischer Federführung" wieder aufzunehmen. Italien hatte die Aktion 2013 / 14 allein finanziert und am Jahresende auslaufen lassen. An ihre Stelle trat die EU-Mission "Triton". Ihr Schwerpunkt liegt aber auf Grenzschutz statt auf Seenotrettung; zudem ist ihr Aktionsradius mit 30 Seemeilen deutlich kleiner.

Dies nehme "wissentlich" in Kauf, "dass Menschen – so wie es in der vergangenen Woche geschehen ist – ertrinken, wenn sie sich außerhalb der 30-Meilen-Zone befinden", empörte sich Genn.

Hilfe kostet nur einen "kleinen Betrag"

Als zweiter Schritt müsse die "gute Aufnahme" von Flüchtlingen gestaltet werden, gerecht verteilt auf alle EU-Staaten. Drittens gehe es um "größere Anstrengungen" für die Entwicklung der Länder in Afrika und im Nahen Osten, aus denen die Menschen fliehen. Der Bischof sagte: "Wer die Ermordung von Familienmitgliedern und Freunden erlebt, wer mit ansehen muss, wie Angehörige durch Hunger sterben", wer vielfältige Gräuel erlebe und "keine Perspektive" habe, der setze "sein Leben ein, um dem zu entkommen".

Flüchtlingshilfe koste Geld – aber nur einen kleinen Betrag im Vergleich zu Summen, die zur Stützung des Finanzsystems sowie für Rüstung ausgegeben würden, erinnerte Genn. Christen seien gefordert, die Stimme zu erheben "gegen dieses zum Himmel schreiende Unrecht", nämlich, dass "Schwestern und Brüder", die "nichts anders als leben" wollten, "jämmerlich" ertrinken.

Trelle nennt Mittelmeer "Massengrab"

Der Bischof betonte, Christen seien bereit, etwas vom "Überfluss" Deutschlands "einzusetzen, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen". Er dankte jenen Menschen herzlich, die sich im Bistum Münster bereits für Flüchtlinge einsetzen.

Auch der Vorsitzende der Migrations-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, zeigte sich erschüttert von den Schiffsunglücken. "Mit Trauer und Zorn nehme ich wahr, dass das Mittelmeer zum größten Massengrab Europas geworden ist", sagte Trelle. Die entsetzlich große Zahl von Todesopfern sei eine Mahnung, auf europäischer Ebene gemeinsam Verantwortung für das Schicksal der Flüchtlinge zu übernehmen.

Der Vorsitzende der Weltkirche-Kommission der Bischöfe, Erzbischof Ludwig Schick, verlangte – ähnlich wie Bischof Genn – eine verbesserte, gesamteuropäische Neuauflage von "Mare Nostrum". Die EU brauche zudem eine klare Einwanderungspolitik. Es müsse weltweit kommuniziert werden, wer nach Europa einwandern könne und wer nicht.

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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
20.04.2015

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