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15.12.2017
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Die Bischöfliche Pressestelle legte auf Anfrage Zahlen zu Missbrauchsfällen im Bistum vor.

Zwischenbilanz fünf Jahre nach Beginn der Aufdeckung

Bistum: 775.000 Euro an 122 Opfer sexualisierter Gewalt

Bistum. Seit 2010 haben 122 Opfer sexualisierter Gewalt im Umfeld der katholischen Kirche finanzielle Leistungen vom Bistum Münster erhalten. Insgesamt flossen 775.000 Euro aus Haushaltsmitteln, teilte die Bischöfliche Pressestelle auf Anfrage der Bistumszeitung "Kirche+Leben" mit.

Nach Angaben von Bistumssprecher Stephan Kronenburg haben bis auf einzelne Ausnahmen praktisch alle Opfer Geld erhalten, die finanzielle Hilfe beantragt hatten. 656.000 Euro wurden als "materielle Anerkennung von erlittenem Leid" gezahlt. Diese Zahlungen sind Teil des bundesweiten Aufarbeitungskonzepts der katholischen Kirche. Opfer sexualisierter Gewalt können bis zu 5.000 Euro erhalten; die Kirche versteht dies ausdrücklich nicht als Entschädigung, da das Leid nicht gutzumachen sei. Es hat laut Kronenburg auch gravierende Fälle gegeben, in denen mehr als 5.000 Euro gezahlt wurden.

Mit 119.000 Euro wurde konkrete Opferhilfe geleistet. Zum Beispiel wurden Therapien bezuschusst, deren Kosten andere Träger nicht übernehmen wollten. Opfer, die auf diese Weise unterstützt wurden, hätten vielfach zusätzlich eine "materielle Anerkennung" erhalten, sagte Kronenburg.

100 Beschuldigte – Zahl der Fälle unbekannt

In den vergangenen fünf Jahren waren in Deutschland etliche Fälle sexualisierter Gewalt im Kirchen-Umfeld bekannt geworden. Seither wurden laut Pressestelle in Gesprächen mit der Missbrauchs-Kommission des Bistums ziemlich genau 100 Priester, Ordensleute und Laien als Täter beschuldigt. Die Taten ereigneten sich zwischen den 1950er und 1990er Jahren. Aktuellere Ereignisse seien nicht genannt worden. In zwei Fällen ermittelt die Missbrauchs-Kommission noch.

Die Gesamtzahl tatsächlicher Missbrauchsfälle im Bistum Münster sei nicht bekannt. Das liege unter anderem daran, dass sich Opfer von Ordensleuten auch direkt an die Orden wenden können. Zudem gebe es Opfer, die zunächst oder ausschließlich Kontakt zu überdiözesanen Stellen hatten. Sicher sei, dass in 122 Fällen die Beschuldigungen so glaubwürdig waren, dass das Bistum den Opfern das beantragte Geld zahlte.

Nach staatlichen Recht alle Fälle verjährt

Vor staatlichen Gerichten wurde Kronenburg zufolge kein Fall verhandelt. Zwar sei die Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen tätig geworden, diese seien aber alle strafrechtlich verjährt gewesen. Eine Zahl liege nicht vor. Die Kirche habe auch diese Fälle aufgearbeitet und es habe gegebenenfalls Leistungen für die Opfer gegeben.

Nicht sagen lasse sich, mit wie vielen Menschen die Mitarbeiter der Missbrauchs-Kommission Gespräche geführt hätten. Gerade in den ersten Monaten der Aufdeckung hätten viele Menschen Kontakt gesucht, die vor allem reden wollten oder keine Forderungen erhoben hätten. Den Opfern sei Glauben geschenkt worden. Dennoch habe es Fälle gegeben, in denen sich die Beschuldigung im Gespräch als nicht stichhaltig erwiesen habe.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kindesmissbrauch

Text: Jens Joest | Foto: pd
29.01.2015

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