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29.06.2016
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Gedenkmesse in Dachau.

Während der Gedenkmesse in Dachau (von li.): Bischof Felix Genn, Kardinal Reinhard Marx im Messgewand Karl Leisners und (re.) Erzbischof Hippolyte Simon.

Kardinal Marx und Bischof Genn in Dachau

Gedenken an Weihe im KZ: "Leisner ist uns Inspiration"

Dachau / Bistum. Mit einem Gottesdienst in der Dachauer Heilig-Kreuz-Kirche ist am Mittwochabend (17.12.2014) der einzigen je in einem Konzentrationslager gefeierten Priesterweihe gedacht worden. Am 17. Dezember 1944 empfing der inhaftierte Diakon Karl Leisner aus Rees im Bistum Münster in einer heimlichen Zeremonie das Sakrament im Lager Dachau.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx, heute Ortsbischof von Dachau, würdigte den Lebens- und Leidensweg des Priesters: "Karl Leisner ist uns eine Inspiration." Er zeige, dass es Männer gegeben habe, die angesichts brutalster Gewalt nicht verstummten. "Im Gegenteil. Sie machten als Zeichen des Protests klar: Ihr Schergen werdet besiegt werden."

Marx: Leidenschaft entfalten

Zugleich erinnerte der Kardinal daran, dass die geistliche Gemeinschaft der in Dachau inhaftierten, zur Schönstatt-Bewegung zählenden Kleriker, zu der Leisner gehörte, sich "Victor in vinculis" (Sieger in Fesseln) genannt habe. Es sei ein starkes Bekenntnis gewesen, dass der, der kommen werde, der Sieger sei, auch wenn er in Ketten gelegt und ans Kreuz genagelt worden sei: "Das verpflichtet uns weiter."

Geweiht wurde Leisner vom zuvor ins KZ eingelieferten Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Emmanuel Joseph Piguet. Der todkranke Leisner zelebrierte die Heilige Messe nur ein einziges Mal selbst: am 26. Dezember 1944. "Er hat damit gezeigt, was wichtig ist", sagte Marx. Es gehe darum, Leidenschaft zu entfalten und nicht ein lauer Christ zu sein.

Büste Karl Leisners in der Kirche im Karmel Heilig Blut in Dachau.

Kardinal trug Leisners Messgewand

Dem Gottesdienst ging eine Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager und im Karmel Heilig Blut voraus. Neben dem Münchner Erzbischof nahmen unter anderem Felix Genn als Leisners Heimatbischof und der Erzbischof von Clermont, Hippolyte Simon, teil. Bei der Eucharistie trug Marx den im KZ Dachau aus Holz gefertigten Bischofsstab von Piguet sowie das ebenfalls im Lager genähte Messgewand Leisners.

Der 1915 in Rees geborene Leisner studierte Theologie in Münster und Freiburg. Früh engagierte er sich in der katholischen Jugendarbeit, auch in der Zeit des Nationalsozialismus. Im November 1939, inzwischen Diakon, wurde er nach einer abschätzigen Bemerkung über Adolf Hitler denunziert und verhaftet. Zunächst kam Leisner ins KZ Sachsenhausen, später nach Dachau.

Anfang Mai 1945 wurde der an Lungentuberkulose erkrankte Mann aus dem KZ befreit und ins Lungensanatorium Planegg bei München gebracht. Dort starb er im August. Das Grab des seit 1996 Seligen befindet sich in der Krypta des Xantener Doms.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Fotos: Erzbischöfliches Ordinariat München
18.12.2014

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