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18.12.2017
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Arnold Angenendt.

Arnold Angenendt erläuterte die Jenseitsvorstellungen im Mittelalter.

Ideen und Vorstellungen von einer Kathedrale

Das Paradies – "Heimat der Christen im Himmel"

Münster. "Für die Guten gibt es einen guten Aufenthaltsort. Es ist das Paradies. Himmel oder Hölle – die Menschen des Mittelalters hatten klare Vorstellungen von dem, was sie nach dem Tod erwartet." In einem spannenden Vortrag skizzierte der münstersche Kirchenhistoriker Professor Arnold Angenendt das Werden und die Ideen der Baumeister der Kathedrale im Mittelalter. Zusammen mit dem Kunsthistoriker Professor Uwe Lobbedey und Dr. Thomas Flammer vom Institut für Bistumsgeschichte in Münster spürte Angenendt im Rahmen einer Veranstaltung zum Domjubiläum in Münster der Glaubensüberzeugung nach, die die Erbauer der Kathedrale getrieben hat.

Angenendt erläuterte die Hintergründe, die bei der Gestaltung und Ausstattung von Kirchbauten im Mittelalter und danach von Bedeutung waren. Leitidee für Kirchbauten sei das "neue Jerusalem" gewesen, die "Heimat der Christen im Himmel", das Paradies.

Eine Kathedrale zeige alle Stationen auf, die nach biblisch-christlicher Überzeugung im Leben auf dem Weg zum Paradies zurückzulegen seien, erklärte Angenendt. Dementsprechend seien in Dombauten Orte zu finden, an denen die Abfolge der Ereignisse am Ende der Zeiten dargestellt seien. Den biblischen Beleg für die Jenseitsvorstellungen hätten die Menschen in der Apokalypse gefunden.

Typische Elemente, die dargestellt würden, seien die Auferstehung der Toten, die Versammlung von Auferstandenen und Lebenden vor dem göttlichen Gericht, die Zuweisung der Guten zum Himmel, der Bösen zur Hölle und der übrigen zur Läuterung im Fegefeuer. Solche Elemente in unterschiedlichen Variationen fänden sich über den Eingang vieler Kirchen. "Wer in eine Kathedrale eintrat, ging durch das Gericht", sagte Angenendt. Sinnbildlich verdeutlichte der Kirchenhistoriker: "Der Mensch konnte nur durchgehen zum himmlischen Jerusalem, wenn er das Gericht bestanden hatte."

Die Entstehung des Doms zu Münster im 13. Jahrhundert und die unterschiedlichen Bauperioden verdeutlichte Professor Lobbedey, der in den vergangenen Jahren mehrere wissenschaftliche Studien zum St.-Paulus-Dom vorlegte. "Dieser Dom gehört zu den faszinierendsten Bauten. Schon allein das Baumaterial, der Baumberger Sandstein – auch "einheimischer Marmor" genannt" - gebe der Kathedrale etwas Einzigartiges. Die gesamte architektonische Anlage stehe unter dem Leitgedanken der "porta coeli", der Pforte des Himmels. Bedeutsam sei die reiche Ausstattung des Paradieses mit den lebensgroßen Figuren der zwölf Apostel, der Heiligen und der Stifter. Im Bogenfeld oberhalb des Portals werde als Christus als Weltenrichter dargestellt.

Anhand von Grundrissen und Bildern zeichnete Lobbedey die Baugesschichte nach. Den Grundstein für den dritten, den heutigen St.-Paulus-Dom wurde 1225 von Bischof Dietrich III. von Isenberg gelegt.

Ein gesteigertes Interesse am Mittelalter stellte Thomas Flammer fest. Bestseller-Autoren wie Ken Follett mit seinem Erfolgsroman "Säulen der Erde" griffen gern mittelalterliche Themen auf. Die Kathedralen spielten dabei eine besondere Rolle. "Jeder Stein, den ein Steinmetz für eine Kathedrale meißelte, war ein Gebet, ein Zeichen für etwas Höheres." Die Welt des Mittelalters sei nicht nur etwas für die Experten. "Heute dürfen wir das feiern, was Menschen vor 750 Jahren geschaffen haben", sagte Flammer.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: 750 Jahre St.-Paulus-Dom

Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard
27.09.2014

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