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18.12.2017
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Podium

Redeten über Geld (v.l.): Generalvikar Norbert Kleyboldt, Margret Pernhorst, Joachim Frank, Notburga Heveling, Moderator Hugo Uebbing und Thomas Schüller.

Diskussion beim Domjubiläum über kirchliche Finanzen

Bistum: Haushaltskontrolle durch externe Fachleute stärken

Münster. Angesichts der öffentlichen Debatte über Kirchenvermögen strebt das Bistum Münster an, kompetente Ehrenamtliche und externe Fachleute bei Finanzfragen stärker einzubeziehen. "Wir suchen nach Wegen, die externe Kontrolle unserer Haushalte zu verbessern", sagte Generalvikar Norbert Kleyboldt am Samstag (27.09.2014) in Münster. Er äußerte sich bei einer Diskussion über Kirchen-Finanzen, die zum Programm des Domweihjubiläums zählte.

Kleyboldt unterstrich, im Bistum Münster gebe es keine "Schattenhaushalte". Schon der frühere Bischof Reinhard Lettmann habe Anfang der 1980er Jahre betont, der Haushalt des Bischöflichen Stuhls solle keine "geheime Kriegskasse" sein. Heute habe dieser Etat das Volumen eines mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrags. Das falle neben den 400 Millionen Euro im Bistumshaushalt (NRW-Teil) nicht ins Gewicht. Inzwischen kontrolliere der Kirchensteuerrat des Bistums, in dem auch kompetente Laien sitzen, zudem beide Haushalte.

Positives Beispiel Kirchenvorstände

Thomas Schüller, Kirchenrechts-Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, mahnte dennoch mehr externe Kontrolle an. So wie es sie – durch den Kirchensteuerrat – für den laufenden Haushalt gebe, sei sie auch in der Vermögensverwaltung sinnvoll. Noch gebe es zu viele Bistümer, in denen der Diözesanverwaltungsrat nur aus Domkapitularen bestehe: "Da kontrollieren sich die Gremien faktisch selbst."

Als positives Gegenbeispiel führte Schüller die Kirchenvorstände an: "Da hat der Pfarrer eine Stimme und kein Vetorecht, er kann also überstimmt werden." Zudem würden in diesen Gremien demokratisch gewählte Laien mitentscheiden.

Heveling: Kirchensteuerzahler erbringen viel Geld

Wie Margret Pernhorst – sie ist stellvertretende Kirchenvorstands-Vorsitzende, zudem Mitglied im Kirchensteuerrat des Bistums. Die Lüdinghausenerin beklagte Misstrauen selbst in den Pfarreien. Wenn etwa Renovierungen anstünden, bekämen Kirchenvorstände oft zu hören: "Ihr macht ja doch, was ihr wollt." – "Das macht mich wütend", bekannte Pernhorst. "Wir sind doch gewählte Vertreter." Wem Beschlüsse nicht passten, der könne selbst für die Gremien kandidieren und andere Entscheidungen erwirken.

Auch die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, Notburga Heveling, mahnte an, Laien stärker in Finanzfragen zu beteiligen. Sie verwies auf die öffentliche Debatte: "Wir einfachen Christen werden in unserem Umfeld angefragt, wenn die Kirche wegen ihrer Finanzen in der Kritik steht." Zudem seien es die Laien, die – über Kirchensteuern – einen guten Teil des Geldes der Kirche einbrächten.

"Nagelprobe" für Glaubwürdigkeit

Heveling nahm auch die Gemeindestrukturen in den Blick: "Unsere großen Pfarreien sind heute praktisch mittelständische Unternehmen", sagte sie. Fusionen hätten aber dazu geführt, dass es weniger Kirchenvorstände mit Laien in Verantwortung gebe. Generalvikar Kleyboldt wandte ein, es gebe längst Möglichkeiten, Entscheidungen zu delegieren. Doch manche Gremien wie manche Pfarrer hätten die Tendenz, "in allen Pötten rühren zu wollen".

Joachim Frank, aus Burgsteinfurt stammender Journalist beim "Kölner Stadt-Anzeiger", sagte, der transparente Umgang mit Geld sei die "Nagelprobe", ob die Kirche öffentliche Glaubwürdigkeit zurückgewinnen könne. Gerade beim Thema Kirchensteuer habe die Kirche eher das Image eines Wegelagerers, Steuereintreibers oder Zöllners: "Die haben schon in der Bibel keinen besonders guten Ruf."

Die Kosten des Domjubiläums

Auf Nachfrage aus dem Publikum erinnerte Generalvikar Norbert Kleyboldt daran, dass der Kirchensteuerrat für die Finanzierung des Domjubiläums 1,5 Millionen Euro bewilligte: "Am Ende gucken wir mal, ob wir das ganze Geld brauchen. Und die Abrechnung wird sicherlich auch veröffentlicht werden."

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Text: Jens Joest | Foto: Jens Joest
27.09.2014

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