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30.08.2016
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Dieses Schwein wird artgerecht gehalten, es darf wühlen und dösen, wenn ihm danach ist. Schwein gehabt!

Dieses Schwein wird artgerecht gehalten, es darf wühlen und dösen, wenn ihm danach ist. Schwein gehabt!

Zum fünfjährigen Bestehen des Instituts für Theologische Zoologie

"Auch Puten und Schweine gehören zur Schöpfung"

Münster. Eine einfühlsamere Haltung gegenüber Tieren haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum fünfjährigen Bestehen des Instituts für Theologische Zoologie gefordert. Vor rund 60 Zuhörern in der Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde in Münster am Freitag (12.09.2014) richteten sie ihren Appell vor allem an die Verbraucher: Eine Sichtweise auf das Tier als Mitgeschöpf erfordere, darüber nachzudenken, ob man weiterhin überhaupt Fleisch essen, den Konsum einschränken oder zumindest auf eine artgerechte Haltung der Tiere achten wolle.

Was soll das denn?

Die Veranstaltung stand unter dem Thema "Tiere und Theologie. Was soll das denn?" Unter der Moderation des Theologen und Biologen Propst Jürgen Quante aus Recklinghausen diskutierten der Verhaltensbiologe Andreas Haemisch, die Wissenschaftsjournalistin Tanja Busse, der Geograf und Ethnologe Kajo Schukalla und der Leiter des Instituts für theologische Zoologie, Rainer Hagencord.

Nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Theologie stehe weitgehend "mit dem Rücken zum Tier", bilanzierte Rainer Hagencord. Das, was die Bibel auf vielen Seiten buchstabiere, müsse in der heutigen Zeit neu wahrgenommen werden. "Schöpfung ist mehr als Sonne, Mond und Sterne", sagte Hagencord. Dazu gehörten auch Hühner, Puten und Schweine. Und auch der Mensch sei "nicht vom Himmel gefallen, sondern verbunden mit allem, was lebt".

Die Bibel kenne "keinen Dualismus, nach dem nur der Mensch eine Seele hat". Um diese ganzheitliche Sichtweise gehe es in der theologischen Zoologie: "Das ist kein Luxus-Thema", machte Hagencord deutlich und wies darauf hin, dass wir "mitten in der ökologischen Katastrophe stecken, in der bis zum Jahr 2020 ein Drittel der Arten ausgerottet sein werden".

Die Verantwortung für die Tiere als "die zuerst Gesegneten" und als "existenzieller Teil der Natur" müsse der nachfolgenden Generation vermittelt werden. So sei es Anliegen des Instituts für Theologische Zoologie, auf pädagogisch-didaktischer Ebene zu wirken. Das Institut habe sich während der fünf Jahre seines Bestehens seinen festen Platz innerhalb der Theologie gesichert. "Ich nehme staunend wahr, dass es so bekannt ist", sagte Hagencord, der sich jedoch auch "mehr institutionelle Sicherheit" für das Institut wünscht.

Verbraucher werden nachdenklicher

Auch Kuratoriums-Mitglied Propst Jürgen Quante aus Recklinghausen wies auf die Bedeutung des Instituts hin. "Es eröffnet eine andere Sichtweise auf die Theologie, die notwendig ist und ihre Berechtigung hat." Er registriere, dass viele in ihrem Konsum-Verhalten nachdenklicher geworden seien. "Ich erlebe es, dass junge Leute sich rechtfertigen, wenn sie ein Stück Fleisch auf dem Teller haben", sagte Quante.

Gemeinsam mit Hagencord sieht er vor allem die Verbraucher in der Pflicht, nicht nur nach dem "Billig-Prinzip" einzukaufen. Der Landwirtschaft einseitig die Schuld an den Auswirkungen der Massentierhaltung zu geben, sei nicht in Ordnung: "Die Bauern sind auch die Getriebenen", mahnte Quante. Es sei "die Politik, die sich so auswirkt, dass die Landwirtschaft immer größer und intensiver wird". Aus seinen Gesprächen mit Landwirten wisse er, dass "auf vielen Familien ein großer Druck lastet".

Schulung zu ethischen Fragen

Die Wissenschaftsjournalistin Tanja Busse forderte zudem ein Umdenken auch auf den Landwirtschaftsschulen, das Tier nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen. Auch der Verhaltensbiologe Andreas Hämisch mahnte einen sensiblen Umgang mit dem Tier als Mitgeschöpf an. Haemisch, der am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf für die Haltung von Versuchstieren zuständig ist, wies darauf hin, wie wichtig es sei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinem Arbeitsbereich zu ethischen Fragen zu schulen. Dabei würden die ganzheitlichen Ideen des Instituts für theologische Zoologie mit eingebracht.

Der Geograf und Ethnologe Kajo Schukalla sieht in der Aufgabenstellung des Instituts für Theologische Zoologie auch  Bezüge zur Entwicklungsarbeit, zu Menschenrechts- und Umwelt-Themen bis hin zu Fragen der Gentechnik. "Da gibt es viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel die Auswirkungen unkritischen Konsumverhaltens", sagte Schukalla. All diese Bewegungen müssten sich gegenseitig stärken. Denn sie hätten gemeinsan, "dass es letztlich um die Gerechtigkeitsfrage geht".

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedVerantwortung für Tiere als Fächer übergreifender Lernstoff (12.09.2013)

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.theologische-zoologie.de

Text: Annette Saal | Foto: Annette Saal
15.09.2014

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