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08.12.2016
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Fußball-Fortbildung.

Trainingseinheit für die Seelsorger: Der Osnabrücker Ex-Profi-Kicker Joe Enochs (l.) spielt Pastoralreferent Andreas Dahlmann aus Lünen den Ball zu.

Seelsorger treffen sich zum Thema "Fußball und Religion"

Trainingseinheit in der Kirchenbank

Münster. Wenn Schalke-Fans einträchtig neben Borussen sitzen, hat das schon einen besonderen Grund: Auf der Seelsorger-Fortbildung "Fußball und Religion" des Bischöflichen Generalvikariats Münster diskutierten sie am Mittwoch (11.06.2014) im Priesterseminar Borromaeum Münster gemeinsam mit dem Osnabrücker Historiker Dr. Hermann Queckenstedt über Kickerkult und Fußballgötter.

"Nicht der Bessere soll gewinnen, sondern Schalke!" sagte Rolf Rojek, der über 30 Jahre Fan-Beauftragter der Blau-Weißen aus dem Ruhrgebiet war. "Wenn es einen Fußballgott gäbe, wäre der BVB ja immer Meister", meinte Jochen Reidegeld mit einem Augenzwinkern. Der stellvertretende Generalvikar ist bekennender Dortmund-Fan und stellte sich neben Rolf Rojek und Joe Enochs, Ex-Profi-Spieler des VfL Osnabrück, den Fragen der Teilnehmer.

Kirche kann von Fußball-Fans lernen

Dass sich Kirche und Kicken nicht ausschließen, machte Queckenstedt zu Beginn der Tagung deutlich: "Viele englische Clubs haben einen kirchlichen Ursprung", so der Historiker, dessen Ausstellung "Im Fußballhimmel und auf Erden" aktuell im ehemaligen Kloster Dahlheim läuft. Ein Spiel und ein Gottesdienst wiesen durchaus Parallelen auf. Die Eröffnung, die Gesänge, der Spannungsbogen: "Von der Emotionalität und der Spontaneität, die im Stadion herrschen, kann Kirche lernen", schloss der Leiter des Diözesanmuseums Osnabrück.

Wie er denn auf Fans reagiere, die im Trikot heiraten wollten, wurde Reidegeld gefragt: "Für mich ist wichtig: 'Bleibt das Wesentliche im Vordergrund?'" betonte der Seelsorger. Er plädiere für eine Weite in der Liturgie, "aber wir sollten Fußball nicht instrumentalisieren, nur um Leute an die Kirche zu binden". Die christliche Botschaft stehe im Vordergrund.

Soziale Kompetenzen auf dem Platz

Aus seiner Erfahrung als U-21-Trainer betonte Joe Enochs: "Der Mensch ist als Mensch wichtig, nicht der Spieler als Werkzeug auf dem Platz." Der gebürtige Amerikaner, der in seiner Jugend in einer katholischen Basketball-Liga spielte, verwies auf die soziale Kompetenz von Fußball: "Ich habe in meiner Mannschaft fünf verschiedene Nationalitäten, die verstehen sich super!"

Mit den acht Teilnehmern diskutierten die Experten außerdem über die Verantwortung der Vereine bei Investoren aus dem Ausland. Das sei unter den Fans ein schwieriges Thema, sagte Rojek: "Geld regiert die Welt, gerade wenn davon die Existenz des Vereins abhängt", meinte der Fan-Beauftragte mit Blick auf den umstrittenen russischen Investor "Gazprom" in Gelsenkirchen.

Fußball wichtig für die Jugendarbeit

Die Teilnehmer nutzen die ungewöhnliche Fortbildung anlässlich der WM, um ihren Blick auf ihre Arbeit in den Gemeinde zu weiten. Während der dreitägigen Fortbildung besuchen die Seelsorger auch ein Sozialprojekt in der Box-Arena Münster und die evangelische Kapelle "Auf Schalke" in Gelsenkirchen. Außerdem steht eine Trainingseinheit mit Jochen Reidegeld, früherer Trainer des VfL Senden, auf dem Programm.

Für Katharina Müller die Gelegenheit, ihrer Kicker-Kenntnisse aufzufrischen. Die Pastoralreferentin ist in ihrer Gemeinde in Harsewinkel für die Jugendarbeit zuständig: "Team und Fairplay sind da große Themen. Über Fußball ist ein leichter Einstieg in die Jugendarbeit möglich", meint sie. Das sieht auch Pastoralreferentin Christine Bischof aus der Gemeinde St.-Peter, Waltrop-Recklinghausen, so: "Die kriegen ihre Stadien voll, wir unsere Kirchen nicht. Ich will da mitreden können, auch um zu zeigen: Wir von Kirche sind mit euch unterwegs." Wenn ein Fußballspiel anstehe, brauche sie in ihrer Gemeinde kein Angebot zu planen: Waltrop grenze schließlich an Dortmund: "Da muss man schon wissen, wo das Stadion steht."

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Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.lwl.org

Text: Marie-Theres Himstedt | Foto: Marie-Theres Himstedt
12.06.2014

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