Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Bistum aktuell
02.09.2014
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Referent Ulrich Laws.

Referent Ulrich Laws.

Tagung fragt: "Trauern und sterben Kinder anders?"

"Sterbende Kinder suchen vor allem nach Normalität"

Bistum. Anna starb mit zehn Jahren an Leukämie, Dominik erlag mit 14 Jahren der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. Auf ihrem leidvollen Weg begleitete Ulrich Laws, Pfarrer an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln, die beiden und viele andere Kinder sowie deren Familien. "Ich möchte sterbenden und gestorbenen Kindern eine Stimme geben", leitete er seinen Vortrag ein beim 11. Nordwestdeutschen Hospiztag am Dienstag (04.06.2013) in Münster. Das Treffen in der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus befasste sich mit der Frage "Trauern und sterben Kinder anders?".

Ihr Kind ist unheilbar krank – dieser Satz reißt Familien ins Bodenlose. Nichts trifft eine Mutter und einen Vater härter, als wenn ihr Kind ernsthaft erkrankt und sterben muss. Schätzungen zufolge werden jährlich in Deutschland etwa 3.000 Eltern mit dieser unfassbaren Diagnose konfrontiert. Ihren Schmerz könne niemand lindern, berichtet der Theologe aus seiner Erfahrung. Zur Akzeptanz der Situation gehöre das Durchleben des Schmerzes.

"Sie wollen alles auskosten"

"Sterbende Kinder und Jugendliche suchen vor allem nach Normalität. Das bedeutet für sie Stabilisierung", sagte Laws. Oft hätten sie konkrete Wünsche an das Leben, das ihnen noch bleibt. Wenn sie sterben, spürten sie den Verlust der Zukunft. "Daher wollen sie alles auskosten, etwas erleben. Da ticken sie wie alle anderen Kinder und Jugendlichen auch."

So bettelte ein sechsjähriger Junge: "Noch einmal möchte ich Fußball spielen." Und Ärzte und Pflegeteam erfüllten den Wunsch mit einem Match auf der Station. Die Eltern von Dominik unternahmen mit ihm eine Reise in die Türkei, wo er immer gern gewesen war. Auf einer Ansichtskarte ließ der 14-Jährige das Klinikteam wissen: "Ich bin gesund, es geht mir gut." Der Junge habe über Jahre gegen die Krankheit angekämpft. Obwohl er um seinen Zustand bestens Bescheid gewusst hätte, habe er sich geweigert, über Sterben und Tod zu reden. "Ich kann mich damit nicht aufhalten", habe er gesagt. "Ich brauche jetzt alle Kraft zum Leben." Die Beispiele zeigten: Kinder blieben auch angesichts der Endlichkeit dem Leben sehr nah – anders als Erwachsene.

Kann ich mich auf Gott verlassen?

"Wieso lässt Gott Tiere und Menschen sterben?" Auf diese Frage von Anna antwortete der Geistliche bewusst nicht mit tröstenden Worten wie "Das wird schon wieder". Denn er hatte die "Botschaft hinter der Nachricht" erkannt. Anna wollte wissen: Was geschieht mit mir, wenn ich sterbe? Kann ich mich da auf Gott verlassen? Anna war Messdienern, bevor sie erkrankte. Es habe sich ein intensives Gespräch entwickelt.

Sobald Kinder Fragen des Lebens stellen, sollten Trauerbegleiter sensibel, offen, authentisch reagieren – ihnen auf Augenhöhe begegnen. Selbst wenn sich keine Antworten finden ließen, seien der Austausch und das Sich-Öffnen für Gefühle wie Ohnmacht,Wut und Hilflosigkeit wichtig. Oft entstünden dann in den Kindern Hoffnungsbilder auf ein "Mehr" nach dem Leben auf Erden. Kinder, die sterben müssten, reiften schneller in ihrer geistigen Entwicklung. "Sie finden erstaunliche Formulierungen und äußern tiefgründige Gedanken, auf die ein Erwachsener gar nicht kommen würde."

Endlichkeit annehmen – dem Leben begegnen

In der Annahme der Endlichkeit dem Leben zu begegnen – das habe er von sterbenden Kindern erlernt und zum Credo seines Wirkens erhoben, berichtete Laws. Für die Trauerarbeit bedeute dies, mit der "unabänderlichen Wirklichkeit" angemessen umzugehen. So spürten todkranke Kinder die Belastung, die ihr Sterben für ihre Familie darstellt. Sie machten sich Sorgen um ihre eigene Zukunft, aber auch um die der Familie. Es sei ein langer Weg, den drohenden Verlust zu akzeptieren. Doch das Zulassen entlaste die Kinder. So habe es Annika sehr geholfen, als ihre Eltern mit ihr vereinbarten: "Wenn du gehen willst, dann darfst du gehen, aber erlaube uns, darüber traurig zu sein."

Anna ließ sich drei Tage vor ihrem Tod beim Kinderfestder onkologischen Abteilung bunt schminken. Auf ihrer Stirn leuchteten bedrohliche Blitze – womöglich ein Sinnbild des Schreckens über ihre Erkrankung und den nahen Tod. "Doch als sie sich umdrehte, lachte mir ein Smiley auf ihrem Hinterkopf entgegen." Anna, so vermutet der Pfarrer, wollte offenbar jedem sagen: "Lebe und freue dich."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Tod und Trauer

Text: Heike Sieg-Hövelmann | Foto: Heike Sieg-Hövelmann
05.06.2013

    1. Dossier: Tod und Trauer

Namen und Nachrichten

Personalveränderungen im Bistum.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: EFL-Beraterin Christa Sicking-Schürmann.

Heiligenkalender

7. September: Judith.

VIDEO-Tipp ...

Das Dorf hat nur 300 Einwohner, aber dafür ein Freilufttheater mit 2.000 überdachten Sitzplätzen. Die Waldbühne Ahmsen spielt in diesem Jahr "Moses – die zehn Gebote".

Kirche von A bis Z

Exerzitien.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Segnungstag

Gerade in Zeiten der Trauer tut es gut, nicht allein zu sein. Deshalb lädt das Bistum am Samstag, 25. Oktober, zu einem Segnungstag für alle ein, deren Partner verstorben ist.

Erwachsenenbildung

Die katholische Erwachsenenbildung in kirchlicher Trägerschaft bietet im Rahmen ihrer Weiterbildungsangebote eine ganzheitliche, wertorientierte Bildung an.

Misereor

Das katholische Hilfswerk Misereor sieht deutsche Waffenlieferungen in den Irak skeptisch. Misereor-Chef Pirmin Spiegel mahnte ein UN-Mandat an, bevor es zu einem militärischen Beitrag kommt.

Dossier: Senioren

Aufgrund steigender Lebenserwartung wächst die Zahl der Senioren in Deutschland stetig. Dies fordert ein spezielles Augenmerk auf ihre besonderen Bedürfnisse.

Geistlicher Impuls

Pfarrer Jochen Reidegeld: Bartimäus – Zuwendung.

Regionen

Borken-Steinfurt.

Lambertusspiel-Tradition

Laterne, Pyramide und alte Lieder: Wenn der September sich ankündigt, dann naht die Zeit des Lambertus-Spiels.

Verbände

KSJ - Katholische Studierende Jugend.

Mit der Bibel leben

Psalm 23: Der Herr mein Hirte.

Kirche von A bis Z

Namenstag: Erinnerung an die Taufe.

Geistlicher Impuls

Geheimnis eines Seufzers - "Das ungesungene Lied des Friedens".

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im September:
Werner Fusenig.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand