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21.10.2017
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Altenhilfe.

Die Altenhilfe stand im Zentrum der Thementour des Diözesan-Caritasverbands.

Tour der Caritas zum Jahresthema des Verbands

Altenhilfe – so bunt wie das Leben

Bistum. Alte und pflegebedürftige Menschen sollen am Leben der Gesellschaft teilhaben können. Das fordert die deutsche Caritas mit ihrer Jahreskampagne 2010 unter dem Titel "Experten für das Leben". "Damit wollen wir weniger die defizitorientierten Altersbilder in den Mittelpunkt rücken, sondern möchten das Augenmerk auf das Potential legen, dass ältere Menschen der Gesellschaft bieten können", erläuterte der münstersche Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann bei einer Thementour zu vier Altenhilfe-Standorten der Kirche im Münsterland.

Im Begegnungs- und Betreuungszentrum "Lebenswert" der Cartias-Sozialstation Oelde erlebten die Fachleute, was dies vor Ort bedeutet: Hier können ältere Menschen aller Couleur neue Freundschaften schließen, miteinander Karten spielen, das Gedächtnis trainieren, Zeitgeschichte diskutieren, klönen und in geselliger Runde ihr Essen genießen. "Das gemeinsame Essen ist vielen unserer Kunden sehr wichtig", erläutert Ulrike Lütke, Leiterin von "Lebenswert". Viele ältere Menschen hätten die Lust daran verloren, zuhause allein für sich zu kochen. "Wenn wir dies hier gemeinsam tun, blühen sie regelrecht auf."

"Sonst wäre ich allein mit mir"

So wie Marianne Teupe, 90, die zweimal wöchentlich in die hellen Räume des Begegnungszentrums kommt. "Sonst wäre ich allein mit mir und würde schnell die Freude am Leben verlieren", erläutert die alte Dame selbstbewusst. Dabei sorgt sie daheim abends und in der Nacht immerhin noch für ihren 60-jährigen behinderten Sohn, der tagsüber in den nahen  Freckenhorster Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeitet. An den anderen Tagen kümmert sich die 57-jährige Tochter um die Mutter und den Bruder.

"Der Ruf der Angehörigen nach Entlastung wurde immer lauter. Wir haben ihn gehört", erläutert Gabriele Dreiner, Leiterin der Caritas-Sozialstationen im Kreis Warendorf (CEMM) als Träger von "Lebenswert" die neuen Angebote der Einrichtungen. Seit einem Jahr können sich in Oelde nicht nur bis zu 40 Besucher von montags bis samstags in den Räumlichkeiten von "Lebenswert" treffen und werden dort von Alltagsbegleiterinnen der Caritas betreut. Zusätzlich bietet das Team den älteren Menschen auch an, zu ihnen nach Hause zu kommen, wenn sie dort Hilfe in Anspruch nehmen möchten. "Begleitung beim Einkaufen, bei Arztbesuchen und stundenweise Vertretung der Angehörigen sind kein Problem", sagt Ulrike Lütke. Berechnet werden in Oelde fünf Euro pro Stunde für den Aufenthalt in den Räumen von "Lebenswert", eine Einzelbetreuung kostet stündlich 13,50 Euro.

Jugendliche für Pflegeberufe begeistern

"Es geht aber nicht nur um das Geld und die Finanzierung", warnte Caritasdirektor Kessmann, "sondern auch darum, noch genug junge Menschen zu finden, die den Pflegeberuf attraktiv finden". Durch positive Beispiele und engagiert geführte Einrichtungen müsse man mehr junge Menschen für das Arbeitsfeld der Altenhilfe begeistern. Jugendliche sollten durch die Jahreskampagne 2010 auch die positiven Aspekte dieses Berufes kennenlernen, sagt Kessmann mit Blick auf die vielen Kompetenzen, die ältere Menschen noch an die jüngere Generation weitergeben könnten.

So erfährt an diesem Morgen Alltagsbegleiterin Ute Funke die gesamte Lebensgeschichte von Marianne Teupe und lernt von Hildegard Weisser, 86, wie man Kartoffeln richtig schält. Auch die Einführung aller in das alte deutsche Liedgut mit Emmi vom Kolke am Klavier gelingt, obwohl die leicht demenziell erkrankte Dame immerhin schon 86 Jahre alt ist.

Die Caritas wirft bei ihrer Thementour noch manchen Blick auf das konkrete Leben im Alter, um mehr Sensibilität für die Fähigkeiten alter Frauen und Männer zu wecken. Gleichzeitig werden unterschiedlichste Wohn- und Lebensformen für die "Alters-Experten" vorgestellt: Ebenfalls in Oelde zeigt als zweites Beispiel die ambulant betreute Wohngemeinschaft im St.-Franziskus-Haus, dass ein weitesgehend selbstbestimmtes Leben möglich ist. Die Heilig-Geist-Stiftung in Dülmen baut gleich ein  komplettes Altenwohnheim mit bisher 142 zentralen Plätzen in 14 selbstständige Wohngemeinschaften um. In Münster erläutern die Mitarbeiter des gerontopsychiatrischen Zentrums "Clemens Wallrath-Haus", dass auch psychisch erkrankten älteren Menschen Hilfe zuteil wird. "Unsere Hilfe ist so bunt wie das Leben selbst", sagt Kessmann.

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  1. undefinedCaritas stellt Kampagne "Experten fürs Leben" vor (12.01.2010)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Caritas im Bistum

Text: Norbert Ortmanns | Foto: Norbert Ortmanns
28.04.2010

    1. Bistumshandbuch: Caritas im Bistum

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