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23.05.2012
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Präses Alfred Buß.

Der scheidende westfälische Präses Alfred Buß.

Aber gutes Verhältnis zu Bistum Münster und Gemeinden

Präses Buß: Ökumene ist nicht ganz einfach im Moment

Bistum / Bielefeld. Der scheidende evangelische Präses von Westfalen, Alfred Buß, hat sich kritisch zur Ökumene geäußert. "Es ist nicht ganz einfach im Moment", sagte er im Interview der münsterschen Bistumszeitung "Kirche+Leben". "Wir sind etwas desillusioniert."

Der im Vatikan für Ökumene zuständige Kardinal Kurt Koch habe bei einem Besuch im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass sich im Verhältnis zur evangelischen Kirche auf absehbare Zeit nichts ändere. Fragen wie die Eucharistie würden nicht angegangen, weil die Konfessionen im Kirchen- und Amtsverständnis zu weit auseinander liegen.

In den Gemeinden "auf Augenhöhe"

Weiter kritisierte Buß Äußerungen Kochs beim Deutschlandbesuch des Papstes: "Es tut weh, wenn Kardinal Koch beim Papstbesuch in Erfurt sagt, die evangelische Kirche habe sich von 1.500 Jahren Kirchengeschichte gelöst." Aus dieser Logik heraus seien die Protestanten "dann auch keine Schwesterkirche". Lobend äußerte er sich über die Ökumene vor Ort. "Mit den Bistümern hier bei uns und in den Gemeinden begegnen wir uns auf Augenhöhe." Münster Bischof Felix Genn und sein Vorgänger Reinhard Lettmann hätten "uns immer wie Geschwister behandelt".

Buß plädierte für eine "Ökumene der Gaben", in der unterschiedliche Traditionen als Reichtum begriffen werden. Allerdings sage Rom zu einer "versöhnten Verschiedenheit" eindeutig Nein. Positiv äußerte sich der Präses über die "große Liturgiefestigkeit" der katholischen Kirche. Sie habe die Protestanten gelehrt, Sakramente wie das Abendmahl wieder hoch zu schätzen. Umgekehrt habe die protestantische Tradition der Bibelarbeit bei den Katholiken viel bewirkt.

Beide Konfessionen sollten mehr bei der Glaubensweitergabe zusammenarbeiten und gemeinsam zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung beziehen, sagte Buß. Zudem schlug er vor, dass katholische und evangelische Gemeinden schon aus Kostengründen gemeinsame Zentren unterhalten. Der Präses geht Ende Februar in Ruhestand. Zu seiner Nachfolgerin hatte die Landessynode die frühere Siegener Superintendentin Annette Kurschus gewählt.

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