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29.09.2016
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Ein Pavillon wird für die "Goldene Pracht" auf dem Domplatz aufgestellt und darin eine Goldschmiedewerkstatt errichtet.

Ein Pavillon wird für die "Goldene Pracht" auf dem Domplatz aufgestellt und darin eine Goldschmiedewerkstatt errichtet.

Mittelalterliche Kunst im modernen Gewand

Ausstellung "Goldene Pracht" in Münster

Münster. Lieblich lächelt sie von Plakaten in ganz Deutschland: Die Silberstatuette der heiligen Agnes wirbt für die kommende Ausstellung "Goldene Pracht" in Münster. Die 50 Zentimeter hohe Figur aus Gold und Silber ist Teil einer Sammlung westfälischer Silberstatuetten der Domkammer, die in Qualität und Umfang in Deutschland einzigartig ist, wie Kurator Holger Kempkens vom Bistum Münster erläutert.

"Dieser mittelalterliche Kirchenschatz wird ein Höhepunkt unserer umfangreichen Schau in der Domkammer und im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sein." Trotz Zerstörungen während des Täuferreichs und durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs seien neben den Statuetten auch kostbare Reliquiare und Textilien fast vollständig erhalten.

"Viele der Exponate holen wir für die Ausstellung erstmals aus dem Verborgenen", sagt Kempkens. So werden die vergoldeten 14 Apostelfiguren vom Hochaltar des Doms in Münster nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder aus der Nähe zu betrachten sein.

Weitere Ausstellungs-Besonderheiten aus dem Domschatz: die 14 Büsten von Propheten des Alten Testaments – zwischen 1390 und 1400 in einer Münsterischen Werkstatt gefertigt –, Reliquienkreuze des 11. bis 13. Jahrhunderts und diverse Reliquiare in ungewohnter Form. Darunter befindet sich das älteste Kokosnuss-Reliquiar der Welt aus dem frühen 13. Jahrhundert, das 47 Reliquien birgt und auf dem Gold-Deckel ein Lamm aus persischem Bergkristall trägt.

Die um 1520 entstandene Reliquienstatuette der heiligen Agnes aus der Domkammer Münster gehört zu den Exponaten der internationalen Ausstellung "Goldene Pracht".

Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster. Vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 präsentiert sie auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren konnten 220 Leihgaben von internationalem Rang zusammentragen. Diesen werden 60 Exponate aus dem Domschatz und LWL-Landesmuseum gegenübergestellt. "Die Pracht der westfälischen Goldschmiedekunst ist bislang noch viel zu wenig bekannt", sagt Kempkens.

Das gilt besonders für die 14 Silberstatuetten des Dom-Hochaltars, die Kempkens zufolge einmalig in der europäischen Goldschmiedekunst des Mittelalters sind. Sie entstanden zwischen 1350 und 1390 und stellen die zwölf Apostel, Maria und Johannes den Täufer dar.

In diesen Wochen wird auf dem Domplatz ein goldfarbener Pavillon errichtet. Er dient als Informationspunkt für die zweiteilige Ausstellung und als Goldschmiedewerkstatt für Workshop-Besucher. Das Kunstvermittlungsangebot zur Ausstellung richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Unter dem Titel "Musica Sacra" beginnt am 31. März 2012 ein zehntägiges Musikfestival. Auf dem Programm stehen klassische und zeitgenössische Kompositionen sowie Jazz-Konzerte. Interessierte sollten den Vorverkauf nutzen.

Informationen zu den Konzerten, die in den Städtischen Bühnen Münster und in einigen Kirchen Münsters stattfinden, gibt es unter www.musicasacra-muenster.de.

Vorträge – Konzerte

Ein hochkarätiges Musikfestival begleitet die Ausstellung "Goldene Pracht" im Frühjahr in Münster. International renommierte Künstler wie das Hilliard Ensemble, das Carmina-Quartett und das Ensemble "La Petite Bande" gastieren. Folgende Konzerte begleiten die Ausstellung "Goldene Pracht" ergänzend zum Festival "Musica Sacra":

- 8. März 2012, 20 Uhr, Überwasserkirche Münster: "Alta Capella – Bläsermusik der Gotik";
- 21. April 2012, 19 Uhr, Petrikirche Münster: Das Plechelmus-Offizium – eine Abendvesper mit Konzert;
- 3. Mai 2012, 20 Uhr, Überwasserkirche Münster: "Legenda aurea" – Vokalkonzert mit der Frauenschola Ars Choralis
Coeln.
In die Welt der mittelalterlichen Schatzkunst führt eine Vortragsreihe. Die Vorträge finden jeweils um 19 Uhr im Fürstenberghaus am Domplatz statt.
- 29. Februar 2012, Professor Arnold Angenendt: "Schatz und Schrein – Reliquien eröffnen den Himmel";
- 7. März 2012, Professor Hans-Gert Bachmann: "Mythos Gold – eine 6.000-jährige Kulturgeschichte";
- 14. März 2012, Dr. Lucas Burkhart: "Reliquiare, Herrschaftszeichen, Kostbarkeiten – zur Geschichte hoch- und spätmittelalterlicher Schätze";
- 21. März 2012, Dr. Gia Toussaint: "Prachtentfaltung und Reliquienkult";
- 28. März 2012, Professorin Christel Meier-Staubach: "Schönheit, Wert, Bedeutung – zu Materialität und Symbolik von Gold und Edelsteinen im Mittelalter".

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.domkammer-muenster.de
  2. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.goldene-pracht.de
  3. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.musicasacra-muenster.de

Text: pd, job | Fotos: Bistum Münster / Kube, Modulorbeat in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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