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23.05.2012
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Der mexikanische Bischof Juan Pedro Juárez Meléndez traf mit dem Diözesanarbeitskreis Münster-Tula zusammen.

Der mexikanische Bischof Juan Pedro Juárez Meléndez traf mit dem Diözesanarbeitskreis Münster-Tula zusammen.

Tulas Bischof in Münster

Partnerschaft Münster-Tula auf die Schultern der Laien legen

Bistum. Juan Pedro Juárez Meléndez, Bischof von Münsters mexikanischer Partnerdiözese Tula, hält sich zurzeit zu einem Kurzbesuch in Münster auf. "Ich habe einen Termin in Rom genutzt, auch die Freunde in Münster zu besuchen", sagte er. Der Bischof hatte sich am Dienstag (14.02.2012) zu einem Austausch mit Vertretern des Diözesanarbeitskreises Münster-Tula und Ehrenamtlichen aus verschiedenen Partnergemeinden im Canisiushaus getroffen.

Vorgesehen sind ebenfalls Gespräche mit Bischof Felix Genn und Weihbischof Stefan Zekorn sowie mit Mitgliedern des Vereins Animo, zu dem sich junge Menschen nach ihrem Freiwilligen-Einsatz in Mexiko zusammengeschlossen haben. Außerdem soll über das weitere Engagement der Brüdergemeinschaft der Canisianer für die Partnerschaft gesprochen werden.

"Freundschaft stärken"

Juan Pedro, der vor rund fünf Jahren Bischof von Tula wurde, ist die Diözesanpartnerschaft mit Münster eine Herzensangelegenheit: "Wir möchten die Freundschaft für die Zukunft weiter stärken", sagte er den Ehrenamtlichen in Münster. In der Vergangenheit sei es durch häufige Pfarrerwechsel in den mexikanischen Gemeinden oftmals zu einer Pause und sogar zu Kommunikationsproblemen zwischen den insgesamt zehn Partnergemeinden hüben wie drüben gekommen, bedauerte der Bischof. Das solle sich künftig bessern.

Eine Pastoralreise durch sein Bistum habe er deswegen auch dazu genutzt, mit Priestern und Laien über dieses Thema zu sprechen. "Das Interesse an der Partnerschaft ist groß", sagte der Bischof, die Hauptamtlichen seien aber wegen der Fülle der pastoralen Aufgaben teilweise überfordert. "Unser Ziel ist es, die Laiengruppen zu stärken und mehr Verantwortung für die Gemeindepartnerschaften auf die Schultern der Ehrenamtlichen zu legen", sagte der Bischof.

Situation der indigenen Völker

Magdalene Mundt aus Kamp-Lintfort bestätigte, dass auch im Bistum Münster die Partnerschaftsarbeit hauptsächlich von Ehrenamtlichen geleistet wird. Auch dem Anliegen von Christel Starp aus Emsdetten, nicht nur junge Deutsche zum Freiwilligen-Einsatz nach Mexiko zu vermitteln, sondern auch jungen Mexikanern den Einsatz im Bistum Münster zu ermöglichen, steht der Bischof positiv gegenüber.

Thema des Austausches im Canisiushaus war auch die Situation der indigenen Völker in der Diözese Tula. In vielen der zehn mexikanischen Partnergemeinden leben die Hñahñu, die heute etwa 30 Prozent der einheimischen Bevölkerung ausmachten. Bei Gründung des Bistums Tula vor 50 Jahren hatten sie noch 70 Prozent gestellt. Ihre Kultur sei bedroht, viele schämten sich ihrer indigenen Wurzeln, bedauerte der Bischof, der selbst einer indigenen Gruppe, den Nahua, angehört.

"Kirche hat Fehler gemacht"

Auch die katholische Kirche habe in der Vergangenheit Fehler gemacht, sagte der Bischof. Die spanische Sprache habe die Evangelisierung erleichtert, es sei aber nicht tolerabel, dass dabei die Identität der Völker verloren gehe. Um die Vielfalt und Schönheit der Hñahñu-Kultur zu verdeutlichen, hatte der Bischof eine Medienschau mitgebracht. Mit Blumen, Kränzen, Weihrauch und Muschelhörnern pflegen die Hñahñu eine farbenprächtige und andächtige Form der Volksfrömmigkeit.

"Ihre Kultur ist über 2300 Jahre alt, sogar älter als die der Tolteken und Azteken", sagte der Bischof. Seine Kirche sehe die Aufgabe darin, diesen Schatz an religiösen Bräuchen und kulturellen Traditionen erhalten zu helfen. Dazu habe das Bistum Tula vor drei Jahren mit der Verteilung von 20.000 Kinderbibeln in der Hñahñu-Sprache einen wichtigen Beitrag geleistet. Bischof Juan Pedro lobte auch die Initiativen des Staates, durch bilinguale Schulen zum Erhalt dieser Kultur beizutragen.

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