
Die Katholikenvertretungen in den Kreisen Borken und Kleve wenden sich gegen angedachte Atommüll-Transporte ins Brennelemente-Zwischenlager Ahaus.
"Unverantwortlich und sinnlos"
Katholiken gegen Atommüll-Transporte nach Ahaus
Ahaus/Borken/Kleve. Im Bistum Münster wird Protest gegen einen möglichen Atomtransport von Jülich nach Ahaus laut. Die Kreiskomitees der Katholiken in den Kreisdekanaten Borken, Kleve und Steinfurt halten die Transporte von 152 Castorbehältern nach Ahaus für "unverantwortlich und sinnlos".
In jetzt veröffentlichten Erklärungen der Vorstände der Kreiskomitees heißt es: "Wir appellieren an alle Entscheidungsträger, entsprechende Pläne sofort zu stoppen und Lösungen zu suchen, wie der Müll sicher in Jülich verbleiben kann, bis vielleicht einmal eine Endlagerung möglich ist."
Hinweise auf Gefährdung und Kosten
Das Zwischenlager Ahaus bietet nach Meinung der Kreiskomitees gegenüber dem Verbleib in Jülich "keinerlei zusätzlichen Schutz und ist auch nur bis 2019 genehmigt". Der mögliche Transport verschiebe daher nur das Problem der Endlagerung. Der Atommüll müsse in Jülich bleiben, bis ein sicheres Endlager gefunden sei, fordern die Laienvertretungen.
Sie verweisen zudem darauf, dass alle Transportwege von Jülich nach Ahaus "durch dicht besiedeltes Gebiet und über sehr intensiv genutzte Straßen und Autobahnen" führten. "Insgesamt 76-mal müssten sie benutzt werden, um die Transporte durchzuführen", rechnen die Kreiskomitees vor. Dies bedeute eine hohe Gefährdung sowohl der Anrainer als auch der Autofahrer. Außerdem verweisen die Laienvertretungen auf die Kosten der Transporte. "Diese Gelder sollten besser in einen Ausbau des Zwischenlagers Jülich investiert werden."
Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Proteste von kirchlichen Gruppen und der örtlichen Pfarrgemeinde gegen das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus.
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Text: Norbert Göckener | Foto: pd
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