
Charlotte Rönchen (li.) und Rabea Weiße interviewen Weihbischof Stefan Zekorn.
Interview mit Schülern bei "Global Experience"
Zekorn: Junge Menschen für Eine-Welt-Arbeit begeistern
Bistum. Weihbischof Stefan Zekorn hofft, dass die Kirche künftig noch lebendiger wird. "Meine Vision der Kirche von morgen ist, dass sie dafür eintritt, dass Menschen menschenwürdig, mit Gott und in Frieden leben und darüber hinaus den Wohlstand miteinander teilen", sagte Zekorn am Mittwochabend (08.02.2012) im Studio von "Global Experience" im Schillergymnasium Münster.
"Kamera ab, und Start!" Der Weihbischof staunt: "Das ist ja fast wie beim WDR." Zekorn zeigte sich begeistert von der Ausrüstung des Fernsehstudios in der dritten Etage der Schule und stand Rabea Leiße (Klasse 13) und Charlotte Rönchen (Klasse 12) bereitwillig Rede und Antwort. Zur Arbeit des Referats Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat erklärte Zekorn, es gehe in der dortigen Auslandsarbeit um den Austausch mit anderen Diözesen, Verbänden und Vereinen sowie um persönliche Begegnung und ideelle wie finanzielle Unterstützung.
Bewusstsein im Bistum Münster bilden
Im Bistum Münster komme es auf die Bewusstseinsbildung und die gemeinsame Verantwortung für die Eine Welt an, zudem auf die Unterstützung lokaler Gruppen und des Freiwilligendienstes. "Wir müssen den Blick dafür behalten, dass wir junge Menschen gewinnen", sagte der Weihbishof. "Das kann nur durch ansteckende Begeisterung geschehen." Immerhin gebe es für junge Leute heute viele Möglichkeiten, sich in der internationalen Vernetzung zu engagieren, durch die Mitarbeit in Eine-Welt-Gruppen oder -Läden, den freiwilligen Dienst oder das politische Engagement für Menschenrechte.
Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen weltweit sieht Zekorn differenziert. Neben Ländern wie Nigeria oder Saudi-Arabiem, in denen Christen große Probleme hätten, gebe es auch afrikanische Länder, in denen ein harmonisches Miteinander herrsche. Der Islam sei nicht von vorn herein intolerant gegenüber Christen, fügte der Weihbischof hinzu: "Und auch bei uns hier in Deutschland gibt es im Alltag der Menschen doch vielfach ein freundschaftliches Miteinander."
Verein hat Mitglieder in 163 Ländern
Nach den Worten von Christoph Lammen, Lehrer für Katholische Religion und Deutsch sowie Geschäftsführer von "Global Experience", ist die Organisation aus dem Schillergymnasium heraus entstanden. Inzwischen ist sie ein selbständiger Verein und kümmert sich um den Austausch mit Schulen weltweit, besonders im Oman, in Namibia, Ghana und Polen. Gestartet mit fünf Schülern und zwei Lehrern, zählt "Global Experience" nach Lammens Angaben inzwischen 8.500 Mitglieder in 163 Ländern.
Die Filme aus dem Studio des Schillergymnasiums sind im Internet bei "You Tube" zu sehen. "Wir arbeiten aber nicht nur virtuell zusammen, sondern besuchen auch unsere Mitglieder in Namibia und Oman und arbeiten mit ihnen gemeinsam an Projekten", sagte Lammen. Interviewpartner im Filmstudio waren bisher unter anderem Weihbischof em. Friedrich Ostermann und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe.
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Text: Gerd Felder | Foto: Gerd Felder
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