
Ein Pavillon für die "Goldene Pracht": So soll die Goldschmiedewerkstatt auf dem Domplatz in ca. vier Wochen aussehen.
Werkstatt und Informationspunkt für die Ausstellung "Goldene Pracht"
Goldener Pavillon auf dem Domplatz
Münster. Der goldene Pavillon auf dem Domplatz soll ein "Hingucker" sein. Zurzeit im Bau zwischen Westwerk des St.-Paulus-Domes und Bischofshaus, wird er ab Ende Februar auf die Ausstellung "Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen" (bis zum 28. Mai 2012) hinweisen.
Mit einer "Goldschmiedewerkstatt" soll er überdies Kinder wie Erwachsene neugierig machen auf die Kunst und Kultur des Mittelalters, wie die Bischöfliche Pressestelle Münster berichtet. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster, die Domkammer der Kathedrale und der Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität haben gemeinsam die Ausstellung entwickelt, die am 25. Februar 2012 eröffnet wird.
Aus der Not geboren
"Die Idee, einen Pavillon auf dem Domplatz zu errichten, ist zunächst aus der Raumnot geboren", erklärte Museumsdirektor Hermann Arnhold jetzt vor der Presse. Durch den Neubau des Museums und die zahlreichen Leihgaben der Ausstellung "Goldene Pracht" herrsche im Altbau am Domplatz Platzmangel. Deshalb sei für die Kunstvermittlung ein neuer Raum gesucht worden.
"Mit dem Pavillon haben wir jetzt eine architektonisch überzeugende Lösung gefunden: Der sternförmige Bau biete Platz für rund 30 Workshop-Teilnehmer und einen Informationspunkt." Gleichzeitig verbinde er die beiden Ausstellungsorte Landesmuseum und Domkammer "an ihrer Nahtstelle symbolisch miteinander", erläutert Udo Grote, Direktor der Domkammer.
Hermann Arnhold (4.v.l.) und Udo Grote (3.v.l.) präsentierten gestern mit dem Architektenteam den Entwurf des Goldenen Pavillon der in den nächsten Wochen auf dem Domplatz gebaut wird. |
Gebäude mit Signet-Charakter
Studierende der "münster school of architecture" (msa) haben den Pavillon unter der Leitung der Architekten Marc Günnewig und Jan Kampshoff entworfen. Über 30 Studierende beschäftigten sich monatelang mit dem Projekt "Goldene Pracht". Der Entwurf, der jetzt auf dem Domplatz realisiert wird, stammt vom "Team 33zu1" und wurde von einer Jury ausgewählt.
Prämisse des Entwurfs für den Ausstellungspavillon war es, ein Gebäude zu schaffen, das Signet-Charakter hat, ohne dabei auf eine durchdachte Detailplanung zu verzichten. "Der 120 Quadratmeter große Pavillon erhält eine Hülle aus goldenem Kupferblech und nimmt damit das Thema der Ausstellung visuell auf", betonten Arnhold und Grote.
An Faszination anknüpfen
Das umfangreiche Kunstvermittlungsangebot zur Ausstellung "Goldene Pracht" richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene: "Der Glanz von Gold, Silber und Edelsteinen fasziniert die Menschen. Dies ist auch heute trotz allen Wohlstandes noch so", erläutert Ingrid Fisch, Leiterin der Kunstvermittlung am Landesmuseum.
An diese Faszination knüpfen die Workshops an, in denen die Teilnehmer arbeiten können wie Goldschmiede, erste Kenntnisse in der Buch- und Glasmalerei erwerben oder Schmuckanhänger aus Emaille herstellen. Der Pavillon öffnet sich zu allen vier Seiten mit bodentiefen Fenstern und erlaubt damit auch öffentliche Einblicke in die Goldschmiede-Werkstatt.
Auch wenn der Pavillon abseits des Wochenmarktes steht und die Marktstände nicht weichen müssen, fallen jedoch einige Parkplätze weg, die die Marktbeschicker im hinteren Teil des Domplatzes üblicherweise nutzen. Das Landesmuseum hat aus diesem Grund 20 Parkplätze auf dem Hindenburgplatz angemietet.
300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst
Die Ausstellung "Goldene Pracht" ist ein Kooperationsprojekt des Bistums Münster, des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster. Sie präsentiert auf 1.500 Quadratmetern 300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts. Die Kuratoren konnten 220 Leihgaben von internationalem Rang zusammentragen. Diesen werden 60 Exponate aus dem Domschatz und Landesmuseum gegenübergestellt.
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Text: pd | Fotos: modulorbeat, LWL
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