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09.12.2016
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Die neue St.-Marien-Kirche in Schillig (links im Bild) von der Landseite aus. 2010 wurde die alte Kirche abgerissen.

Die neue St.-Marien-Kirche in Schillig (links im Bild) von der Landseite aus. 2010 wurde die alte Kirche abgerissen.

Ein Hingucker am Deich für Urlauber am Strand

Neue St.-Marien-Kirche in Schillig wird geweiht

Schillig. Am Samstag (04.02.2012) wird Bischof Felix Genn gemeinsam mit Weihbischof Heinrich Timmerevers die neue St.-Marien-Kirche in Schillig weihen. Die 4,7-Euro-Investition ersetzt das baufällige alte Gotteshaus. Das Bistum setzt damit ein Zeichen an einem zentralen Ferienort der Nordseeküste.

"Die Leimbinder beschädigt, der Kalksandstein bröckelte aus der Fassade, Eisenträger waren durchgerostet." Pfarrer Lars Bratke kann sich an die Diagnose vor drei Jahren noch gut erinnern, als es um die Zukunft der alten St.-Marien-Kirche in Schillig ging. Und um die Frage: Sanieren oder neu bauen?

Aufgabe oder gar Abbruch des Gotteshauses, darauf wäre in Schillig niemand gekommen. Das unterscheidet die Kirche von anderen Gotteshäusern im Bistum, die im Zug des Umbruchs in der Kirche nicht mehr benötigt werden. Etwa die St.-Antonius-Kirche in Gronau-Epe, abgerissen 2010. An ihrem Platz ist ein Altenheim geplant. Oder die Militärkirche St. Ansgar in Delmenhorst. Sie wurde 2003 an die freikirchliche Christengemeinde verkauft. Die ehemalige St.-Konrad-Kirche in Marl wird seit 2006 als so genanntes Kolumbarium genutzt. Und in der ehemaligen St.-Paulus-Kirche in Oldenburg hat ein Unternehmer nach der Profanierung ein Kulturzentrum eingerichtet. In Schillig jedoch waren sich alle Beteiligten in einer Sache einig: dass ein katholisches Gotteshaus an diesem Standort  wichtig ist und bleibt. Dafür genügte ein Blick über den Deich und auf die Zahlen.

Zwar gehören zum Gemeindebezirk gerade einmal 800 katholische Wangerländer. Aber direkt neben der Kirche liegt einer der größten Campingplätze der deutschen Nordseeküste – mit nach offiziellen Angaben 1,2 Millionen Übernachtungen im Jahr. Dazu Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen. Im Sommer herrscht Strandgetümmel, im Herbst bestimmen Spaziergänger und Radfahrer das Bild. Menschen, die Entspannung im Nordseeklima suchen – und von denen viele auch den Weg zur Kirche finden. Nicht nur während der Ferien, sondern fast das ganze Jahr hindurch. "Anfang Dezember ist zwar noch wenig los. Aber spätestens ab Heiligabend wird es wieder voller, und bis zum Ende der Weihnachtsferien ist Hauptsaison. Dann bekommen sie in Schillig keine Ferienwohnung mehr", sagt Lars Bratke, der seit vier Jahren  Urlauberseelsorger ist. Und viele der Feriengäste sehe er in der Kirche wieder.

Hotels und Pensionen erkundigten sich im Pfarrbüro nach den Gottesdienstzeiten. "Weil die Gäste danach fragen", sagt Lars Bratke. An Ostern, Pfingsten oder Fronleichnam sei es "rappelvoll" in seiner Kirche. Schon zu den normalen Fami-lienmessen im provisorischen Kirchenzelt kämen jedesmal 200 Teilnehmer.

Rund 1,6 Millionen Euro hätte eine Sanierung der alten Kirche gekostet.  "Aber nur die zwölf Säulen und die Bodenplatte wären stehen geblieben", sagt Pfarrer Bratke. So entschied sich der oldenburgische Kirchensteuerrat im August 2007 für einen kompletten Neubau. Geplante Gesamtkosten: rund 4,7 Millionen Euro.

Im Herbst 2010 legten Weihbischof Heinrich Timmerevers und Pfarrer Bratke gemeinsam den Grundstein für die neue Kirche.  Ein Kölner Architektenbüro hatte das Dach in Form einer Welle entworfen, die sich spitz in den Himmel reckt.

Diese Form mache die Kirche interessant, sagt Lars Bratke.  Er freut sich, dass die künftig 220 Sitzplätze nun um den Altar gruppiert sind. "In der Urlauberseelsorge muss man flexibel sein", sagt er. "Zum Beispiel, was den Platz angeht. Etwa, wenn biblische Szenen dargestellt werden oder Taizé-Gebete stattfinden sollen. "Das alles wird in der neuen Kirche möglich sein."

Und es könnte auch anderen Gemeinden helfen. Das jedenfalls wünscht sich Lars Bratke: "Dass Menschen durch Erfahrungen in Schillig auch bei sich zu Hause wieder Zugang zur Kirche finden."

Urlauberseelsorge

An insgesamt drei Standorten an der Nordsee bietet das Bistum Münster besondere Angebote der Urlauberseelsorge: In Schillig kümmern sich seit 1979 regelmäßig Teams von ehrenamtlichen Helfern in den Sommermonaten um die Feriengäste mit Außenstellen auf den Campingplätzen in Hooksiel und Schillig. Auf Wangerooge läuft ein ähnliches Programm bereits seit 1972. Außerdem organisieren in Butjadingen seit 1985 Helferteams die dortige "Strandkorb-Kirche".

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