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23.05.2012
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Das Titelbild des Buchs

Titelbild des Buchs ist ein Gemälde von Martina Hellmuth aus dem Jahr 2009. Es zeigt eine Szene beim Katharinenkloster am Sinai. Fast federnd geht ein Mönch einen ansteigenden Weg, standfest und beweglich, aufrecht und zielstrebig.

Glaubensimpulse von Hermann-Josef Silberberg

Wegweisende Anstöße für adventliche Menschen

Bistum. Nichts für Menschen, denen der Advent nur die Zeit von Glühwein und Lebkuchen ist. Ein bereicherndes Buch für alle, die im Advent ernsthaft Gott suchen. Hermann-Josef Silberberg versagt sich frommes Süßholzgeraspel, stattdessen sucht er Erkenntnisse aus Gottesfurcht.

"Wer sich zu Jesus durchfragt – auch aus der Ferne kommend –, wird auf seinen Weg gezogen und in seine Nähe." Nichts weniger verspricht Hermann-Josef Silberberg den Leserinnen und Lesern seines neuen Buchs "Das Unfassbare berühren. Wegzehrung für adventliche Menschen". Nach langjährigem Wirken als Seelsorger, Religions- und Hochschullehrer war Silberberg zehn Jahre lang Theologischer Berater des Online-Magazins im Bistum Münster "kirchensite.de" und hat in dieser Zeit vielbeachtete geistliche Impulse verfasst.

Kopf, Herz und Hand bewegen

Mit seinen Impulsen möchte Silberberg vor allem drei Haltungen anregen, "was Kopf, Herz und Hand bewegen sollte: Mehr Religion wagen! – Sich dem Gott aussetzen, der sich uns in seinem Sohn ausgesetzt hat. – Die rituelle Ehrfurcht vor seiner Heiligkeit wiedergewinnen."

Nüchtern nimmt der Autor wahr, dass viele Zeitgenossen Gott gar nicht vermissen und dass viele alte Zugänge zum Glauben inzwischen verschüttet sind. Dennoch ermuntert er dazu, unermüdlich Gott zu suchen "wie eine uneingestandene Liebe". Diesen beharrlichen Gottsuchern verspricht  Silberberg mit einem Wort des frommen Israeliten Tobit ein erstrebenswertes Ziel: "Wohl denen, die dich lieben. Sie werden sich freuen über den Frieden, den du schenkst" (Tob 13,15).

Sich zu Jesus durchfragen

Silberberg fragt: Warum sich eigentlich noch auf den Weg machen, wo wir doch längst den Stern gesehen haben? Eindringlich fordert er neue Versuche, sich zu Jesus durchzufragen – immer wieder aus der Ferne kommend wie die Weisen –, um auf diese Weise "auf seinen Weg und in seine Nähe gezogen" zu werden. Letztlich entscheide eine persönliche Beziehung zu ihm darüber, "ob wir Jesus vom Geheimnishintergrund seines Lebens, also von Gott her verstehen lernen, nicht ein besonderes Faktenwissen".

Nüchtern warnt Silberberg dabei vor vorschnellen Antworten: "Gotteserfahrungen gehören auf die Goldwaage der Unterscheidung der Geister." Gegen eine "sprituelle Trugbildung" habe die christliche Tradition zu Recht eingewandt: "Wenn du es begreifst, ist es nicht Gott!"

Bewunderung zeigt der Autor für ehrfürchtige Frömmigkeit älterer Menschen; er versteht deren "Schwierigkeiten mit Menschen, die von Gott sprechen, als ob sie ständig mit ihm verabredet wären oder ihn gar zur persönlichen Verfügung hätten – ihn, den ›Quell aller Heiligkeit‹".

Wie aber kann man Abstand zu sich gewinnen und zu ihm hinkommen? Silberbergs Antwort lautet: "absichtslos zustimmen", herzlich bejahen, loben. Angemessen Ausdruck finde diese Haltung im Gebet des Nikolaus von Flüe: "Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir."

Die Überschrift eines Impulses im Buch verdeutlicht, wie wenig ein beharrlicher Gottsucher Leistungen erbringen muss: "Lassen Sie sich finden." Denn Silberberg sieht allen Grund zu vertrauen: "Gott hat uns entdeckt, bevor wir aufbrechen." – Ein guter Wegweiser.

Buchtipp:

"Das Unfassbare berühren. Wegzehrung für adventliche Menschen"
Hermann-Josef Silberberg
128 Seiten, Festeinband
ISBN: 978-3-941462-63-2
Dialogverlag Münster, 12,80 €
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