Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Bistum aktuell
23.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.

Dokumentiert:

Weihbischof Zekorn erinnert an Priesterweihe Karl Leisners

Bistum. Weihbischof Stefan Zekorn feierte am Sonntag (12.12.2011) im Xantener St.-Viktor-Dom ein feierliches Pontifikalamt, an dem zahlreiche Mitglieder des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) teilnahmen. In dieser Messe predigte Zekorn auch und erinnerte darin an die Priesterweihe Leisners am 17. Dezember 1944 im Konzentrationslager Dachau. – kirchensite.de dokumentiert die Predigt im Wortlaut.

Liebe Schwestern und Brüder!
Vor einigen Jahren saß ich an meinem Schreibtisch im Collegium Borromaeum in Münsterund las Auszüge aus den Tagebüchern von Karl Leisner. Darin schreibt er auch über seine Ankunft im Collegium Borromaeum:

"Seit gestern abend stecke ich im Collegium Borromaeum zu Münster. Ich hoffe, dass ich mit Gottes starker Hilfe es mal so weit bringe, als Gesalbter des Herrn am Altare Gottes das hl. Opfer darbringen zu dürfen. Gott hat sich meine Schwachheit auserkoren, wie ich inständig hoffe und worum ich täglich beten will. Gestern kam ich um 17.30 Uhr mit dem D-Zug in Münster an. Etwas ungewohnt kam mir das ganze noch vor. Etwas verwirrt, zerstreut und auch wohl etwas müde von der langen Fahrt, kommt mir alles etwas ‚spanisch’ vor. Ich verlaufe mich gleich ... statt ich in mein Zimmer I,3 gehe." Im Lesen dieser Zeilen geht mir auf: Das war drei Türen neben mir, wenige Meter neben meiner damaligen Wohnung!

Durch diese eigentlich simple äußere Tatsache wurde mir bewusst, wie nahe mir das Leben unseres Seligen ist. Er hat nicht nur drei Türen neben mir gewohnt, sondern sein Suchen und Fragen, sein Bemühen um ein Leben mit Gott – sie gleichen in Manchem meinem Suchen, Fragen und Bemühen.

Liebe Schwestern und Brüder, Ähnliches kann auch für Sie gelten. Da wo Sie jetzt sitzen, hat Karl Leisner auch gesessen, gekniet und gebetet.

So kommen mir, wenn ich die Lesung und das Evangelium des heutigen Tages mit Blick auf den sel. Karl Leisner höre, drei Gedanken.

1. Von Johannes dem Täufer heißt es im heutigen Evangelium: "Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht!" Für Karl Leisner war die Gestalt Johannes des Täufers Ansporn, selbst in dunkler Zeit Zeugnis abzulegen für das Licht. In diesem Sinn schreibt Karl Leisner Anfang 1938 in sein Tagebuch: "Das ist meines Lebens letzter Sinn: Christus zu leben in dieser Zeit!" Für Christus leben als Zeuge für das Licht – nichts anderes ist unser Auftrag heute.

2. Wie wir dieses Zeugnis vom Licht geben können, wie wir Christus in dieser Zeit leben können, davon sprechen die Lesungen.

Der Prophet Jesaja sagt: Es sind die Armen und die, deren Herz zerbrochen ist, denen die frohe Botschaft gebracht wird. Wie sehr haben Karl Leisner und seiner Mitgefangenen das im KZ erfahren. Wie sehr haben sie es an diesem Gaudete-Sonntag vor 67 Jahren erlebt, als in die traurige Grausamkeit des Konzentrationslagers die Freude der Priesterweihe von Karl einzog! Wie existenziell werden die Gefangenen das Wort der neutestamentlichen Lesung und des Introitus gehört haben: "Freut euch zu jeder Zeit!" Was für eine Zumutung dieses Wort, diese Lesung in der Hölle des KZ! Aber Karl und viele seiner Mitgefangenen haben genau das gelebt. Sie haben in der unzerstörbaren Freude derer gelebt, die als die Armen und Zerbrochenen auf Gott vertrauen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir leben in einer völlig anderen Zeit. Aber auch uns stellt sich auf eigene Weise die Aufgabe, aus der Botschaft des Propheten und des Apostels zu leben – in einer Zeit, in der wir bei aller äußerlichen Größe der Kirche und all ihrer Entfaltungsfreiheit oft ihre innere geistliche Armut wahrnehmen. Wenn wir diese innere Armut der Kirche heute erleben, dann fordert uns der Blick auf die Lesungen und den sel. Karl heraus, aus dem Glauben zu leben, dass Gott bei denen ist, die arm sind, selbst wenn sie äußerlich reich sind. Und der Blick auf den sel. Karl fordert uns heraus, angesichts der Schwierigkeiten unserer Zeit nicht die Köpfe hängen zu lassen, sondern aus der unzerstörbaren Freude derer zu leben, die auf Gott vertrauen!

3. Noch ein drittes Moment wirft seinen Schein auf unseren Seligen. Johannes der Täufer war bereit, sein Leben für Gott hinzugeben. Johannes hat ganz aus dem Lebensopfer, aus der Ganzhingabe seines Lebens an Gott gelebt.

Diese Haltung finden wir bei Karl Leisner wieder. In seiner Familie, in der Jugendarbeit und wohl auch hier in Xanten am Grab der Märtyrer hat Karl gelernt, dass das Opfer das größte ist im Leben. Nichts im Leben ist so groß, wie die freiwillige Hingabe des Lebens, das tiefe Sich-Verschenken, das wir Opfer nennen.

Es gibt so vieles Schönes und Großes im Leben: Die Liebe zwischen Menschen, die Freude von Festen, die Schönheit der Kunst und Musik und vieles mehr. Aber alles das findet seine Erfüllung in der Hingabe, im Opfer. Besonders deutlich wird das in der Liebe zwischen Menschen, etwa in Ehe und Familie oder in anderer Weise in der Sorge um behinderte oder kranke Menschen. Die Liebe wächst vor allem durch das Opfer, durch das Sich-Verschenken, ohne zu rechnen.

Karl Leisner hat das selbst erlebt und gelebt. Er hat es errungen im Verzicht auf die Freundschaft und die Ehe mit der Frau, die er geliebt hat. Er hat das Opfer gelebt in der Hingabe seines Lebens an Gott, die er in der Diakonen- und Priesterweihe vollzogen hat. Er hat es gelebt in der Annahme seiner schweren Lungenkrankheit. Er hat sein Opfer gelebt in Gefängnis und KZ. Er hat das Opfer gelebt, indem er auch seinen Feinden vergeben hat.

Das Größte im Leben ist das Opfer. Denn Gott selbst hat das Opfer gewählt. Gott selbst hat sich für uns geopfert, indem er Mensch geworden und am Kreuz gestorben ist.

Lassen wir uns ermutigen, auch in unserem Leben das Größte zu suchen, die Hingabe, das Sich-Verschenken, das Opfer. Beten wir mit dem sel. Karl: "Christus, nimm mich hin, verfüge ganz über mich. Du bist mein Leben, meine Liebe, meine innerste Glut!"

Liebe Schwestern und Brüder!
Karl Leisner ist uns nah – nicht nur, weil wir an denselben Orten leben, an denen er gelebt hat. Der sel. Karl Leisner ist uns nah, weil er unter ganz anderen und viel schwereren Bedingungen das vom Evangelium gelebt hat, was auch uns aufgetragen ist: Zeugen zu sein für das Licht, das Christus gerade denen schenkt, die in irgendeiner Weise arm sind. Wir werden immer mehr Zeugen für das Licht, indem wir uns in der Hingabe unseres Lebens ganz an Gott verschenken.

Noch einmal möchte ich den seligen Karl Leisner sprechen lassen, der in sein Tagebuch schrieb: "Wohlan, auch du bist gerufen, auch du! In dieser Zeit mit deiner Natur, ihren Schwächen und Gaben. Der Herr gibt dir Kraft." Amen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Seliger Karl Leisner
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Stefan Zekorn

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.karl-leisner.de

Text: Weihbischof Stefan Zekorn
12.12.2011

Namen und Nachrichten

Personalveränderungen im Bistum.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Holger Meyer.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Marienmonat

Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.

Ehegericht

Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.

Trauerseelsorge

Hilfe bei berufsethischen Fragen.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Johanna von Orléans.

Wallfahrtsorte

Vinnenberg: Muttergottes vom Himmelreich.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst.
Gerhard Uhlenbrock

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand