
Die Absolventen mit ihren Zeugnissen.
Kooperation mit dem Bistum Münster
Erste Absolventen schließen EFL-Studiengang ab
Bistum. Die ersten Absolventen des bundesweit ersten Masterstudiengangs Ehe-, Familie- und Lebensberatung (EFL) haben ihre Zeugnisse erhalten. Das teilte die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO) am Dienstag (29.11.2011) in Münster mit.
Maria Thiemann war als Pastoralreferentin im Bistum Münster tätig. Dann hat sie noch einmal acht Semester studiert und ist nun qualifizierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin mit Masterabschluss. In einer Beratungsstelle hätte sie auch ohne das zusätzliche Studium arbeiten dürfen, doch das reichte Maria Thiemann nicht. Sie wollte ihren Horizont erweitern, auch wissenschaftliche, soziologische und theologische Erkenntnisse hinzugewinnen. Deshalb belegte sie den neuen Studiengang, den die KatHO in Kooperation mit den Bistümern Münster und Freiburg 2007 ins Leben gerufen hatte.
32 Absolventen
32 Absolventen erhielten ihre Zeugnisse. "Alle Studierenden hatten vorher bereits ein anderes Studium abgeschlossen und haben nun den Master of Counseling zusätzlich erworben", erklärte Studiengangsleiterin Professorin Renate Zwicker-Pelzer.
Gabriele Hahn-Wisk war als Diplom-Sozialpädagogin in der Jugendseelsorge tätig und möchte mit ihrem zusätzlichen Abschluss nun in die Beratung wechseln. Auch wollte sie eine umfassende Fortbildung mit wissenschaftlichem Hintergrund und fachübergreifenden Themen. Sandra Middendorf ist Diplom-Psychologin und will mit dem Masterabschluss in einem neuen Berufsfeld Fuß fassen können. Alle Absolventen haben laut Angaben bereits eine Stelle gefunden und werden künftig in der Beratung tätig sein.
Wonka: Ein Berater ist nie fertig
Markus Wonka, Leiter der EFL im Bistum Münster, freut sich über die Mitarbeiter, die sich mit besonderem Engagement fortgebildet hätten: "Ein Berater ist nie fertig, schließlich arbeitet er mit sich und seiner menschlichen Kompetenz." Wonka riet den Absolventen, sich mit Demut und Bescheidenheit auf Begegnungen mit den Menschen einzulassen, die sich ihnen anvertrauen.
"Die EFL hat eine lange Tradition in der Weiterbildung", sagte Generalvikar Norbert Kleyboldt. Sie nun mit einem Studium zu verbinden, Praxis und Wissenschaft in Einklang zu bringen, halte er für den richtigen Weg.
Breite Themenpalette der Abschlussarbeiten
"Die Absolventen haben gelernt, über den Fall hinaus zu denken und die gesellschaftliche Wirklichkeit im Blick zu behalten", sagte Renate Zwicker-Pelzer. Sie verweist auf die breite Themenpalette der Abschlussarbeiten. Mit häuslicher Gewalt, Patchworkfamilien, Geschwisterbeziehungen, der Pflege von Eltern oder der Belastung einer Partnerschaft durch Demenz oder Depression haben sich die Studierenden auseinandergesetzt. Auch christliche Spiritualität als Ressource in der Paar- und Lebensberatung war ein Thema, ebenso wie Fremdgehen oder Migration. "So vielfältig wie Paarbeziehungen sein können, so vielfältig ist auch die Beratung", sagte Zwicker-Pelzer.
Norbert Wilbertz, ehemaliger Leiter der EFL im Bistum und Mentor der Studierenden, betonte, dass die Arbeit als Berater sinnvoll und gefragt sei. "Sie werden konfrontiert mit Schicksalsschlägen, aber auch mit dem Mut und der Entschlossenheit zum Neuanfang. Sie lernen die Schönheit der Seele eines jeden kennen." Wilbertz ist sich auch sicher, dass den Beratern die Arbeit nie ausgehe: "Partnerschaftsprobleme wird es geben, solange mindestens zwei Menschen auf diesem Planeten wohnen."
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Text: pd | Foto: pd
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