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23.05.2012
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

"Eine Herausforderung zur Gestaltung des kirchlichen Lebens"

Bischof Genn zur Freiburger Grundsatzrede des Papstes

Bistum. Bischof Felix Genn hat die Grundsatzrede von Papst Benedikt XVI. im Freiburger Konzerthaus als eine "Herausforderung" zur Gestaltung des kirchlichen Lebens und als Aufforderung zur Änderung des Denkens bezeichnet.

Der Papst wolle, "dass wir auf den Boden der kirchlichen Lehre und in Verbundenheit mit der Gesamtkirche und so auch mit dem Petrusamt in der weiten Perspektive, die seine grundsätzlichen Ausführungen bieten, in eine vertieften Glaubenssicht die Lösungen suchen, die für die Kirche von Heute wichtig sind", erklärt Genn in seinen Anmerkungen zur Rede des Papstes am Sonntag (25.09.2011).

Die Liebe: das Einfachste und Schwerste

Der Papst habe einen "bemerkenswerten Akzent" gesetzt: Die Christen gehörten in die Welt, seien aber gleichzeitig in einer Distanz zu ihr. Der Begriff des vom Papst betonten "wunderbaren Tausches" ist für Bischof Felix der Kernpunkt der Freiburger Rede. Papst Benedikt hatte mit Blick auf Christus gesagt: "Er ist aus dem Rahmen seines Gottseins herausgetreten, hat Fleisch angenommen und ist Mensch geworden; und zwar nicht nur, um die Welt in ihrer Weltlichkeit zu bestätigen und ihr Gefährte zu sein, der sie ganz so lässt, wie sie ist." Aber Gott und Menschen seien beide – wenn auch auf ganz verschiedene Weise – Gebende und Nehmende, Schenkende und Empfangende, so der Papst.

Dieses so genannte "christologische Geheimnis des göttlichen Tausches" haben die Christen nach den Worten Genns zu leben – und sind so damit immer auch in Distanz zur Welt. "Das aber verwirklicht sich am meisten, wenn der Skandal des Kreuzes gelebt wird, nämlich in der erniedrigenden Arbeit und im Dienst an den Armen, in einem schlichten Zeichen, das die Liebe ist, die das Einfachste und Schwerste zugleich ist", wie es der Papst ausdrücklich sage.

Keine Absage an Kirchensteuer

Glaubhaft ist eben nur die Liebe, wie Bischof Genn formuliert. "Sie aber fordert genau die Änderung und Kehrtwendung, sie ist der Maßstab, ob wir uns der Welt anpassen oder nicht. Sie ist das einzige 'Mittel', mit dem wir die Menschen, die uns begegnen zu dem führen, der uns innerlicher ist als wir uns selbst."

Genn verteidigt den Papst gegen den Vorwurf, in seiner Ansprache unkonkret gewesen zu sein. Vielmehr sieht Bischof Felix darin ein Zutrauen, selbst "nach einer Lösung zu tasten in der Hoffnung, dass sie uns auch geschenkt, bzw. dass wir von ihr gefunden werden". Es gehe auch nicht darum, die Kirchensteuer abzuschaffen oder sich von Einrichtungen zu lösen. "Es heißt aber, dass wir alle diese Einrichtungen und Institutionen in einem geistlichen Prozess hinterfragen, kritisch durchleuchten, ob sie diesem Ziel dienen oder nicht."

Evangelisierung der eigenen Mitarbeiter

Es bleibt nach Meinung des Bischofs von Münster vor diesem Hintergrund eine Herausforderung, wie das christliche Profil einer kirchlichen Einrichtung, wie etwa eines Krankenhauses oder einer Schule, aussieht. Er sieht darin "eine Frage der inneren Schulung, ja ich wage sogar zu sagen, der Evangelisierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Dies bezeichnet er mit Blick auf die große Zahl der kirchlichen Mitarbeiter als "eine große Chance". Auch sei es für ihn als Bischof eine Anfrage, "was es für die Liturgie bedeutet, die vielfach das Geheimnis der Anbetung vermissen lässt und bei vielen Gelegenheiten eher einem religiösen Event als der Gedächtnisfeier des Herrn gleicht".

Nur in der Rückbesinnung auf Jesus Christus seien auch die aktuellen Fragen zu lösen: die Rolle der Frau in der Kirche, Zölibat, Gestaltung der Sexualität, Ökumene, wiederverheiratete Geschiedene.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedPapst: Keine oberflächliche Reform und Anpassung an die Welt (25.09.2011)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchwerpunktthema: Papstbesuch in Deutschland

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterAnsprache von Papst Benedikt

Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
28.09.2011

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