
Martin Wazlawik und Gesa Bertels.
Präventionsarbeit der LAG Kinder- und Jugendschutz
"Wir wollen eine sachliche Sensibilisierung"
Bistum. Die Gründung einer neuen Referentenstelle mit dem Arbeitsschwerpunkt "Prävention vor sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen" war für die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Nordrhein-Westfalen (LAG) ein logischer Schritt. "Wir haben gemerkt, wie sich der Arbeitsaufwand in den vergangenen Monaten vervielfacht hat", erklärt LAG-Geschäftsführerin Gesa Bertels. Andere aktuelle Themenfelder hätten oft dahinter zurückstehen müssen. Bereits im Sommer 2010 habe man daher einen Antrag zur Finanzierung an das Land und an die Kirche gestellt. Da die Anfragen in diesem Bereich aber vollständig aus dem kirchlichen Bereich gekommen seien, werde die Stelle nun auch von der Kirche getragen.
"In der Zeit der medialen Hysterie um dieses Thema geht es um eine sachliche Sensibilisierung", erklärt Martin Wazlawik, der seit Juni 2011 die neue Stelle bekleidet. Zu großer Aktionismus sei dabei genauso falsch wie ein "Angst-Starre". Bei aller Unsicherheit in den vielen kirchlichen Arbeitsbereichen habe er feststellen können, dass der Großteil der haupt-, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit oft intuitiv den richtigen Weg einschlüge, sagt der Sozialpädagoge. "Sie brauchen aber Sicherheiten und konkrete Hilfestellungen."
Die kann die LAG aus Tradition geben. "Wir setzen uns schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema auseinander", sagt Bertels. "Wissenschaftliche Kompetenz und eine weitreichende Vernetzung mit anderen Stellen des Kinder- und Jungendschutzes sind fester Bestandteil." Das wollen sie künftig auch in die Umsetzung der Präventionsordungen einbringen, die in allen NRW-Bistümern gleich sind. "Wir sehen uns als Service-Leister und Ratgeber, mit Informationsmaterial und in Schulungen." Ein Aufwand, der in den Augen der LAG-Mitarbeiter zwingend ist: "Ohne die Grundpfeiler Sicherheit und Vertrauen ist in der Kinder- und Jugendarbeit nichts möglich."
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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte in
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