Zahl stagniert 2010 auf niedrigem Niveau
Caritas im Bistum vermittelt zehn Adoptionen
Bistum. Zehn Adoptionen haben die Adoptions- und Pflegekinderdienste der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen im Jahr 2010 im Bistum Münster vermittelt. Das sei eine Adoption mehr als 2009, die Zahlen stagnierten auf niedrigem Niveau, sagte Anne Ruhe vom Diözesan-Caritasverband zu kirchensite.de.
Sechs der zehn Vermittlungen waren "halb offene" Adoptionen, vier mehr als 2009. Im Gegensatz zur anonymen Adoption, die in früherer Zeit die Regel war, treten im "halb offenen" Verfahren vor der Vermittlung die leiblichen und die Adoptiveltern in Kontakt. "Kommt es dann zu einer Adoption, haben beide Elternpaare sich gemeinsam und bewusst dazu entschlossen, weil es das Beste für das Kind ist", erläutert Ruhe.
Im "halb offenen" Verfahren könne auch vereinbart werden, dass die leiblichen Eltern über Fotos oder Briefe die Entwicklung ihres Kindes verfolgen. Der Kontakt läuft nach Ruhes Worten aber immer über die Vermittlungsstelle. Die Adresse der Adoptiveltern oder ähnlich konkrete Details sind den leiblichen Eltern nicht bekannt. Das ist bei "offenen" Adoptionen anders. Diese Form ist aber sehr selten; ein Beispiel ist etwa die Adoption durch Verwandte.
Beratung und Nachbereitung
Ein wichtiger Teil der Arbeit der Adoptions- und Pflegekinderdienste ist Ruhe zufolge die Nachbereitung. So suchen vermehrt Erwachsene, die als Kinder adoptiert wurden, die Fachstellen auf und wollen zum Beispiel mehr erfahren über die Umstände ihrer Adoption. 2010 seien 79 solche Erwachsene in die Sprechstunden gekommen, 2009 waren es noch 65.
Zusätzlich wurden leibliche Mütter und Väter beraten, die in 39 Fällen um Kontakt zu ihren Kindern baten. 2009 hatte es diese Bitte 27 Mal gegeben. Ihr werde aber nur entsprochen, wenn es im Interesse des Kindes liege, wenn es selbst oder die Adoptiveltern zustimmen, betont Ruhe. Einen Kontakt gab es 2010 daher nur in sechs von 39 Fällen.
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Text: Jens Joest
16.07.2011
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