
Notburga Heveling berichtete aus Mannheim, der Leiter des "Kirchenfoyers", Josef Rauschel, zählte zu den Zuhörern.
Die "üblichen Frontstellungen" vermieden
Heveling: Positives Fazit des Mannheimer Dialogtreffens
Bistum. Die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, Notburga Heveling, hat ein positives Fazit des ersten Treffens im Rahmen des Dialogprozesses zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland gezogen. Sie habe in Mannheim eine "wirkliche Hör- und Erzählgemeinschaft" erlebt, es sei "nicht zu den üblichen Frontstellungen" gekommen, sagte Heveling am Dienstagabend (12.07.2011) im "Kirchenfoyer" in Münster. Das Auftakttreffen hatte am Wochenende (08. / 09.07.2011) stattgefunden.
Heveling sagte, sie habe sich im Vorfeld nicht zu viele Hoffnungen machen wollen, da Erwartungen an Gespräche schon "zu oft" enttäuscht worden seien. Aber das Treffen habe etwas bewegt: "Das ist allerdings noch ein zartes Pflänzchen, das stark gefährdet ist."
Da vom Programm zuvor kaum etwas bekannt gewesen sei, habe sie das Treffen "ein wenig wie Weihnachten" empfunden, "wo man auch nicht genau weiß, was kommt". Aber schon die Diskussionen der 300 Teilnehmer in 39 Stuhlkreisen, deren Zusammensetzung wechselte, sei bemerkenswert und besonders gewesen: "auf einer Ebene und ganz ohne Podium". Heveling lobte diese offene Gestaltung, "denn wir müssen neue Wege finden und uns nicht nur ständig unsere Positionen vorhalten".
"Ich habe jetzt Hoffnung"
Heveling berichtete, einigen Bischöfen sei es mitunter schwer gefallen, über Stärken und Schwächen der Kirche zu sprechen oder darüber, worauf sie in ihrer Kirche stolz seien. Sie lobte aber auch Ehrlichkeit, etwa von Fuldas Bischof Heinz-Josef Algermissen, der gesagt habe, dass die Bischofskonferenz keine Einheit sei und es manchmal Angst mache, stets die Einheit wahren zu müssen.
"Ich habe jetzt Hoffnung, dass sich wirklich etwas ändern kann", sagte Heveling. Daran müsse gearbeitet werden, es werde nicht einfach sein, zu Lösungen zu kommen. Viel hängt nach ihrer Ansicht davon ab, ob die Ansätze des Dialogprozesses in die Bistümer und Gemeinden getragen werden. Im Bistum Münster soll dabei der kürzlich veröffentlichte Pfingstbrief des Diözesankomitees helfen. "Das Ende der Geduld ist erreicht", beschrieb Heveling, "die Menschen wollen Taten sehen".
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Text: Gerd Felder | Foto: Gerd Felder
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