
Bischof Felix Genn beim Empfang für die Engagierten im katholisch-islamischen Dialog.
Empfang der NRW-Bistümer für Engagierte im Islam-Dialog
Bischof Genn sichert Muslimen Unterstützung der Kirche zu
Bistum. Bischof Felix Genn hat den Muslimen die Unterstützung der Katholiken zugesichert. "Ich möchte die Kirchengemeinden aufrufen, sich auch für die Belange der Muslime zu engagieren", sagte Genn bei einem Empfang in Münster. Im Gegenzug erwarteten die Christen von den Muslimen "die gleiche Offenheit und das wohlwollende Entgegenkommen, wie wir es uns zur Pflicht gemacht haben".
Genn sprach beim jährlichen Empfang der fünf nordrhein-westfälischen Diözesen für Engagierte im katholisch-islamischen Dialog, der in diesem Jahr im münsterschen Priesterseminar Borromaeum stattfand. Als Beispiel gegenseitiger Solidarität nannte der Bischof das gemeinsame Eintreten für den Bau von Moscheen in Deutschland wie für die Bau christlicher Kirchen in islamischen Ländern. Zudem sei es für die Integration der Muslime in Deutschland förderlich, wenn "Imame in deutscher Sprache zu den Gläubigen sprechen".
"Verständnis und Miteinander"
Genn unterstrich die Bedeutung des Austauschs von Katholiken und Muslimen, die gemeinsam an "den wahren einen Gott" glaubten. Die "unsäglichen Thesen des Thilo Sarrazin" im Buch "Deutschland schafft sich ab" zeigten, "wie viel wir im Dialog noch zu tun haben".
Der Bischof erinnerte an die Erklärung "Nostra Aetate" des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dort werde ausdrücklich das Menschenrecht auf Religionsfreiheit gewürdigt. Die Kirche spreche mit "Respekt, Ehrfurcht und neuer Hochachtung" von anderen Religionen, ohne dabei die oft auch schmerzliche Geschichte ungeschehen zu machen, sagte Genn. Habe vor dem Konzil "allenfalls Interesse" am Islam bestanden, sei seit "Nostra Aetate" die "Haltung der Kirche geklärt": Sie sei von Dialog bestimmt, "auch wenn ich als Bischof immer wieder Anfragen deswegen erhalte".
Der katholisch-islamische Dialog ziele auf "Verständnis und Miteinander" und das Überwinden von Vorurteilen. "Seite an Seite" müssten Katholiken und Muslime für eine "Kultur der Liebe, der Verständigung und der Gewaltfreiheit" eintreten, etwa beim Schutz des Lebens, bei der Schaffung einer friedlichen und gerechten Welt sowie bei der Bewahrung der Schöpfung.
Islamisches Zentrum Münster begrüßt
Der Bischof dankte den deutschen Muslimen für ihre eindeutige Reaktion nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria in Ägypten in der Nacht zum Neujahrstag 2011 mit mehr als 20 Toten. Damals habe der Koordinierungsrat der Muslime unterstrichen, dass sich niemand auf eine Religion oder Weltanschauung berufen könne, der Betende in dieser Weise angreife.
Genn begrüßte die geplante Einrichtung eines Islamischen Zentrums an der Universität Münster. Solche Forschungszentren seien ein "wesentlicher Beitrag zur Beheimatung der Muslime in Europa". Sie hätten ein Recht auf islamisch-theologische Fakultäten, an denen auch Religionslehrer ausgebildet werden sollten.
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