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23.05.2012
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Ezrbischof Willem J. Eijk aus Utrecht eröffnete die diesjährige Wallfahrtssaision in Kevelaer.

Ezrbischof Willem J. Eijk aus Utrecht eröffnete die diesjährige Wallfahrtssaision in Kevelaer.

Erinnerungen an den Besuch des jetzt Seligen

Feierliche Wallfahrtseröffnung in Kevelaer

Kevelaer. Mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in drei Sprachen Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten "Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser" hat Willem J. Eijk, Erzbischof von Utrecht (Niederlande), am Sonntag (01.05.2011) das Pilgerportal der Kevelaerer Marienbasilika geöffnet. Der Primas der niederländischen Kirche eröffnete damit symbolisch die 370. Wallfahrtszeit in der Marienstadt, die in diesem Jahr unter dem Leitgedanken "Zur Hoffnung berufen" steht. Nach der Öffnung des Pilgerportals feierte der Erzbischof in der Wallfahrtskirche das Pontifikalamt, während zeitgleich in Rom Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde, der Kevelaer als Pilger am 2. Mai 1987 besucht hatte.

Im Rahmen der Wallfahrtseröffnung schlug Erzbischof Eijk eine inhaltliche Brücke zur Seligsprechung in Rom, indem er nach dem Hochamt – so wie seinerzeit der Papst – vor dem Gnadenbild niederkniete, im Wechsel mit den Gläubigen das Gebet sprach, das der Pontifex damals an der Gnadenkapelle gesprochen hat und eine Kerze zur Erinnerung an den Besuch des verstorbenen Papstes entzündete.

Neuer, erlöster Mensch

In seiner Predigt erinnerte Erzbischof Eijk an die Bedeutung des Barmherzigkeitssonntags. Jesus Christus habe den Menschen durch seine Versöhnungstat am Kreuz erlöst, sagte der Erzbischof. Der alte Mensch habe keine Macht mehr über den neuen, den von Christus erlösten Menschen, rief er den Pilgern im Pax-Christi-Forum in Kevelaer zu. Jesus komme den Menschen heute in der heiligen Eucharistie stärkend entgegen wie im Evangelium dem Apostel Thomas, der nicht glauben konnte, dass Christus auferstanden sei.

Erzbischof Eijk erinnerte an die Bedeutung der Beichte, die große Frucht des Leidens und Sterbens Jesu zur Versöhnung mit Gott. Das Sakrament der Versöhnung, das im westlichen Europa in Vergessenheit geraten sei, gebe dem Menschen neue Kraft. "Der neue Mensch bekommt durch die Verbundenheit mit Christus wieder Oberhand", sagte Eijk. Der Erzbischof erinnerte an die Selig- und Heiligsprechung der Schwester Faustina Kowalsk durch Johannes Paul II. Sie habe der Welt ihr großes Vertrauen in die von Christus vermittelte Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes gezeigt und sei so ein Vorbild christlicher Vollkommenheit gewesen, das sich auf Vertrauen zu Gott und eine Haltung der Barmherzigkeit gegenüber den Nächsten gründet.

Schwester Faustina wurde am 25. August 1905 als drittes von zehn Kindern der Familie von Mananna und Stanislaw Kowalski, Bauersleuten aus dem Dorf Glogowiec geboren. Bei der heiligen Taufe in der Pfarrkirche in Swinice Warckie erhielt sie den Vornamen Helena. Seit ihrer Kindheit zeichnete sie sich durch Liebe zum Gebet, Fleiß, Gehorsam und ein großes Mitgefühl mit menschlicher Armut aus. Am 18. April 1993 wurde sie auf dem Petersplatz in Rom von Papst Johannes Paul II. selig und am 30. April 2000 in der St.-Peter-Kirche in Rom heilig gesprochen.

Fürsprecherin Maria

Ohne innere Spaltung sei Maria Gott zugewandt gewesen, erinnerte Eijk. Maria sei so, wie Gott sich den Menschen gewünscht habe. In ihr sei die Erlösung und Auferstehung in Gott schon vollendet. Als Mutter der Barmherzigkeit, als höchste Fürsprecherin stehe sie den Menschen in aller Not, in Armut, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit bei.

Stellvertretend für den schon ernannten, aber erst am 22. Mai eingeführten Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann begrüßte Kaplan Martin Klüsener die Pilger aus den Bistümern Aachen, Essen, Münster und Paderborn sowie den benachbarten Niederlanden. Klüsener würdigte vor allem das Kommen der zahlreichen Kolpingsfamilien, die mit 26 Bannern vertreten waren. Adolf Kolping wurde vor 20 Jahren am 27. Oktober 1991 von Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen.

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
02.05.2011

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