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23.05.2012
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Wallfahrtseröffnung Telgte

Weihbischof Zekorn bei der Wallfahrtseröffnung in Telgte.

"Pilger sind Zeugen der Hoffnung"

Weihbischof Zekorn beim Wallfahrtsauftakt in Telgte

Telgte. Der neue Regionalbischof Stefan Zekorn hat am Samstag (30.04.2011) in Telgte die Wallfahrtszeit eröffnet. In der St. Clemenskirche rief er die Gläubigen dazu auf, Zeugen der lebendigen Hoffnung zu sein, zu der alle Christen berufen seien.

"Zur Hoffnung berufen" – so lautet das Motto der diesjährigen Wallfahrtszeit. Diese Worte griff Bischof Stefan Zekorn in seiner Predigt in der St. Clemenskirche auf. "Ostern weckt Hoffnung, zu der wir durch die Taufe berufen sind", so der Geistliche. Er erinnerte an die Gemeinden der frühen Christen. Auch sie seien durch mancherlei Mühsal im Alltag müde und kraftlos gewesen. Auch heute führten Enttäuschungen und Probleme unterschiedlichster Art dazu, dass Menschen sich fragten, auf wen in der Gesellschaft eigentlich noch Verlass sei und wie sich die Dinge auf Dauer entwickelten. Atomkraft ja oder nein, die Selektion menschlichen Lebens vor der Geburt: Solche und ähnliche Themen verunsicherten viele Menschen, so der Bischof.

"Trotz vieler Fragen und Abgründe im Leben gibt es einen, auf den Verlass ist, nämlich Gott", fuhr Bischof Zekorn fort. Weil dass so sei, kämen viele Gläubige nach Telgte zur Schmerzhaften Mutter. Maria habe Kraft bei Gott gefunden, um ihren schweren Weg zu gehen. In ihren toten Sohn in ihren Armen, habe der Glauben sie durchgetragen durch alles Leid hin zum Leben. Zekorn: "Diese Kraft suchen Gläubige, wenn sie nach Telgte oder zu einem anderen Wallfahrtsort pilgern. Sie alle sind Zeugen der lebendigen Hoffnung."

Erinnerung an Johannes Paul II.

In diesem Zusammenhang berichtete Bischof Zekorn über ein Ereignis aus seiner Studienzeit, in der er die Gelegenheit hatte, Papst Johannes Paul II. zu treffen. Das war 1981, die Zeit des Kalten Krieges. Aufrüstung, Natodoppelbeschluss, Pershin II.  Wie er die Zukunft der Gesellschaft sehe, hat der junge Theologiestudent, damals im 7. Semester, den Papst gefragt. "Ich hoffe noch" lautete die Antwort, die dem späteren Bischof Zekorn unvergesslich werden sollte. Am Vorabend der Seligsprechung Papst Johannes Paul II. rief er alle Gläubigen dazu auf, Zeugen dieser Hoffnung zu sein. "Die Gesellschaft braucht Zeugen, dass man sich auf Gott verlassen kann, auch wenn das Wachstum an seine Grenzen stößt", so Zekorn. Wohlstand sei nicht das Wichtigste, und auch bei Krankheit und Behinderung sei das Leben wertvoll.

Im Anschluss an das feierliche Pontifikalamt, den der Propsteichor St. Clemens mitgestaltete, zogen die Gläubigen in einer Lichterprozession durch die Stadt. Dabei führten sie das Bildnis der Schmerzhaften Mutter mit sich. Fahnenabordnungen von Kolping und KAB sowie Vertreter des Malteser Hilfsdienstes schlossen sich der Prozession an.

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Text: Marita Galka | Foto: Marita Galka
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