
Bischof Felix Genn bei der Wallfahrtseröffnung in Eggerode
"Sehschule für die Herzen"
Wallfahrtseröffnung in Eggerode mit Bischof Felix Genn
Schöppingen-Eggerode. "Eggerode ist ein sehr schöner Wallfahrtsort, den müssen sie unbedingt einmal besuchen", habe seine Haushälterin Bischof Dr. Felix Genn geraten. Mit diesen humorvollen Worten bedankte sich Pastor Stephan Wolf in seiner Begrüßung bei dem Bischof, der am Sonntag (01.05.2011) zur Eröffnung der Wallfahrtszeit nach Eggerode gekommen war, um mit vielen Pilgern aus der Region das Pontifikalamt zu Ehren "Unserer lieben Frau vom Himmelreich" zu feiern.
"Den Weißen Sonntag und in diesem Jahr gleichzeitig den 1. Mai zu begehen, dafür gibt es verschiedene Motive", begann der Bischof. An diesem Tag setze sich die österliche Feier fort, die mit der Taufe ihren Anfang genommen habe. Der 1. Mai sei geprägt durch die Marienverehrung. An diesem Tag der Barmherzigkeit feiere die katholische Kirche die Seligsprechung des Papstes Johannes Paul II. Zudem sei es der Tag der Arbeit, an dem man sich in besonderer Weise mit den Arbeitslosen verbunden fühle, ganz besonders aber mit allen Jugendlichen, denen es schwer falle, einen Ausbildungsplatz zu finden.
Tieferes Sehen
In seiner Predigt ging Bischof Felix Genn auf das Evangelium (Joh. 20,29) ein: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben". Der Satz aus dem ersten Paulusbrief, "Ihr seht nicht und doch glaubt ihr", die an die zweite Generation nach Jesus gerichtet worden seien, verbinde uns heute mit den frühen Christen, zog er eine Parallele. Das Sehen bedeute im Zeitalter des Fernsehens und Internets, in dem man alles zu sehen bekomme, sehr viel. Es gebe aber noch ein tieferes Sehen, das zum Beispiel Eltern auszeichne. Es sei das Sehen mit dem Herzen, wie es St. Exupery im kleinen Prinzen formuliert habe.
"Wie kamen die frühen Christen dazu, zu glauben, was sie nicht sahen? Sie waren eine Minderheit, verfolgt und in großer Bedrängnis – sie waren Menschen begegnet, die Zeugen der Osterbotschaft waren", beantwortete Bischof Felix Genn die Frage. Wie die frühen Christen könne jeder auch heute seine Erfahrung machen. Die Erde sei nicht nur ein Jammertal, sondern in der Hoffnung erfahre man Verstärkung.
So sei auch Eggerode, wo "Unsere Liebe Frau vom Himmelreich" verehrt werde, ein Ort, an dem man erfahren könne, durch die Macht Gottes und den Glauben behütet zu sein. "Wallfahrtsorte können zu Sehschulen werden", schloss er seine Gedanken. Nach dem feierliche Pontifikalamt, das vom Chor der Gemeinde mitgestaltet worden war, zog der Bischof in einer Prozession mit den Pilgern zur Gnadenkapelle und stimmte zu Ehren der Gottesmutter das "Salve Regina" an.
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Ausblick auf die Wallfahrtssaison (28.04.2011)- Dossier: Wallfahrt
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Dossier: Bischof Felix Genn
Text: Alfons Körbel | Foto: Alfons Körbel
01.05.2011
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