Pfarrei-Neustrukturierung
Letzte Konferenz zum Strukturplan des Bistums
Bistum. Einige Themen zogen sich durch alle Sitzungen: Leitungsfragen, Situation des Ehrenamts, Verwaltungsvereinfachung, "Priester der Weltkirche". Acht Konferenzen hat es seit Ende Januar in allen Regionen des nordrhein-westfälischen Teils des Bistums zur Neugliederung der Pfarreistrukturen gegeben. Mit der Stadtdekanatsversammlung in Münster fand diese Reihe nun ein Ende. Wenig Neues gab es für die münsterschen Pfarreien: Elf "pastorale Räume" soll es in der Bistumshauptstadt statt der bisherigen 28 Pfarreien geben. Bistumsweit wartet Münster mit einer Besonderheit auf: Dort soll es anders als in den Kreisdekanaten bis zu zwei Seelsorgeeinheiten geben.
Neben dem zuständigen Regionalbischof waren es bei den acht Versammlungen Generalvikar Norbert Kleyboldt und Personaldezernent Domkapitular Hans-Bernd Köppen sowie Mitarbeiter des Generalvikariats, die den haupt- und ehrenamtlichen Verantwortlichen der Pfarreien den Struktur- und Stellenplan erläuterten. Neben großen Pfarreien mit mehr als 20.000 Gemeindemitgliedern wird es demnach nach wie vor Pfarreien geben, die 5.000 oder 8.000 Gläubige zählen. – Einige Themen und Reaktionen zogen sich durch nahezu alle Versammlungen:
- Positiv nahmen die Pfarrei-Verantwortlichen auf, dass der gesellschaftliche und kirchliche Wandel erläutert wurde.
- Überrascht war man mancherorts darüber, dass bisherige Pfarreiengemeinschaften und Seelsorgeeinheiten zu jeweils einer Pfarrei zusammenzuführen. Für die Bistumsleitung war es fraglos.
- Sicherlich bedingt durch die Verknüpfung mit dem Stellenplan gab es eine Konzentration in den Diskussionen auf Leitungsfragen. Dem hielten die Vertreter der Bistumsleitung entgegen: "Verkündigung ist nicht nur eine Sache des Pastors." Das Bistum wolle die Pfarreien bei der Aus- und Fortbildung von Ehrenamtlichen unterstützen. – Zugleich wünschten sich Laien mehr Kompetenzen.
- Oftmals wurde die Klage laut, durch die Neustrukturierung gingen ehrenamtlich engagierte Laien verloren. Nach genauem Betrachten wurde deutlich, dass dies mit Blick auf gewählte Gremien so ist. Die Bistumsleitung warnte aber vor einer Fixierung auf gewählte Gremien. Auch in den Teilgemeinden könnten Laien weiterhin tätig sein. Außerdem hätten Pfarrgemeinderäte die Möglichkeit, Ortsausschüsse zu bilden.
- Immer wieder ging es auch um Fragen der Verwaltungsvereinfachung: Der Generalvikar verwies dabei auf Anstrengungen der Diözese, die Verwaltungsarbeit für die Hauptamtlichen zu vereinfachen. Er stellte heraus, dass alle Pfarrer die Möglichkeit hätten, Verwaltungstätigkeiten zu reduzieren. Auch die Kirchenvorstände könnten durch die Vereinfachung von administrativen Aufgaben entlastet werden.
- Kritische Nachfragen gab es zum Einsatz der "Priester der Weltkirche". Dabei wurde etwa auf sprachliche und kulturelle Probleme verwiesen. Weihbischof Stefan Zekorn erklärte jetzt in Münster dazu, dass man in vielen Gemeinden gute Erfahrungen mit ausländischen Geistlichen mache. Er gestand aber ein, dass es auch schwierige Situationen mit den Klerikern der Weltkirche gebe. Zekorn verwies darauf, dass das Bistum die Priester der Weltkirche künftig intensiver auf ihren Einsatz vorbereiten wolle.
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Text: Norbert Göckener in
Kirche+Leben
17.04.2011
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