
Professor Ulrich Berges sprach im Dom.
Geistlicher Abend mit Professor Ulrich Berges
Von Umbrüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen
Bistum. Seine letzten Worte ließ Professor Ulrich Berges nachklingen: "Erinnerung gehört zu den wichtigsten Merkmalen Israels wie auch der Kirche. Doch heute brauchen wir zuerst eine andere Haltung: Wir müssen Erinnerungsverzicht üben. Das Neue muss sich gegenüber dem Alten behaupten, es muss wachsen und sprießen können." Beim Geistlichen Abend zur Fastenzeit am Mittwoch (30.03.2011) im münsterschen St.-Paulus-Dom schlug der aus Münster stammende Alttestamentler Brücken von der Zeit des babylonischen Exils Israels hin zur gegenwärtigen Situation der Kirche.
"Aufbruch inmitten der Krise" war der Abend mit dem in Bonn lehrenden Theologen überschrieben. Dass die Analogie vom Volk Israel in Bedrängnis zur krisengeschüttelten Kirche nicht erst heute passt, verdeutlichte eine Anekdote zu Beginn von Berges' Ansprache. Vor 15 Jahren habe er den damaligen Bischof Reinhard Lettmann gefragt, wann denn die deutsche Kirche ins Exil gehe. "Wir kommen nicht erst ins Exil. Wir sind schon mittendrin", habe Lettmann geantwortet. Solche prophetischen Worte seien vonnöten in einer Zeit existenzieller Sorgen, sagte Berges. Und Propheten, die als "geistbegabte Diagnostiker" nicht nur die Vergangenheit, sondern vor allem die Gegenwart und die Zeichen der Zeit verstehen könnten.
Wie sehr das 587 vor Christus beginnende babylonische Exil das Volk Israel in den Grundfesten erschütterte, das zeigte der Ordenspriester und Schüler des 2010 verstorbenen Erich Zenger bei einem historischen Abriss. Beispiele verdeutlichten Erfahrungen, die den Glaubenden des Alten Bundes zwar harte Prüfungen auferlegen, sie aber gleichsam zu einem immer tieferen Gottesbekenntnis führen sollten. Das Exil sei wahrhaft ein "Ernstfall des Glaubens" gewesen, sagte Berges.
"Kirche wird Meinungsführerschaft abgeben"
Wer in der aktuellen Krise meine, die Kirche befinde sich nur in einer Talsohle, der sei auf einem Irrweg. Gerade der Missbrauchsskandal habe deutlich gemacht, dass die Kirche Vertrauen verspielt habe: "Sie wird auf lange Sicht hin ihre Meinungsführerschaft abgeben." Doch in der Situation scheinbarer Verlorenheit sieht Berges auch eine Chance, dass Kirche sich stärker als "Salz der Erde" profiliert: "Wir wünschen uns Aufbrüche. Es gibt aber keine Aufbrüche ohne vorherige Abbrüche und Umbrüche."
Zwischen den Abschnitten des Berges-Vortrags trug Domkapitular Martin Hülskamp Lesungen aus dem Ersten Testament vor. Thomas Schmitz gestaltete den Abend musikalisch mit Orgelwerken von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Sigfrid Karg-Elert.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Zweiter Geistlicher Abend: Geschichten von Befreiung (24.03.2011)
Erster Geistlicher Abend: Das Buch Exodus und die Gegenwartsliteratur (17.03.2011)
Die Geistlichen Abende zur Fastenzeit im Dom (14.03.2011)
Dossier: Fasten- und Osterzeit
Text: Tim Schlotmann | Foto: Tim Schlotmann
31.03.2011
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de













Newsticker für Ihr Web