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23.05.2012
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Florian Odendahl und Martin Gruber

Die beiden Münchener Schauspieler Florian Odendahl (l.) und Martin Gruber (r.) lasen Texte zum Thema "Exodus". Prälat Martin Hülskamp umrahmte den Geistlichen Abend mit Gebet und Segen.

Geistlicher Abend zur Fastenzeit im St. Paulus-Dom

Schauspieler trugen Geschichten von Befreiung vor

Bistum. Von Lektoren wie diesen beiden gelesen, hört man altbekannte Textstellen plötzlich neu: Geschichten von Befreiung erzählten beim zweiten Geistlichen Abend zur Fastenzeit am Mittwoch (23.03.2011) im St.-Paulus-Dom die beiden Münchener Schauspieler Florian Odendahl und Martin Gruber. Sie halfen, wie es Domkapitular Prälat Martin Hülskamp einleitend versprach, beim "Wort-Werden" solcher Erfahrungen.

Auch über diesem Mittwochabend in der dämmerigen, gut zur Hälfte gefüllten Kathedrale stand das Leitmotiv "Exodus". Auf dem Weg nach Ostern müssten auch wir heutigen Menschen neue Wege gehen, ausziehen aus dem alten Leben und uns einlassen auf Wege der Vertiefung, so hatte Prälat Hülskamp begrüßt. "Den Auszug Israels aus Ägypten ebenso mit den Worten des Alten Testaments wie mit moderner Lyrik auszuleuchten", das sollte im Mittelpunkt des Abends stehen.

Hoffnung auf den mitgehenden Gott

Und die beiden Gäste – Odendahl ist aus der ZDF-Kult-Serie "SOKO 5113" bekannt, sein Kollege Gruber sowohl aus dem "Tatort" als auch aus der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" – erfüllten mit ihren geschulten Stimmen, wenigen Gesten und genau austarierten Spannungsbögen die Texte mit Leben.

Seien es Stellen aus einer Konzilserklärung, aus einer pastoralen Handreichung der Bischofskonferenz oder einem Fastenhirtenbrief, seien es die wuchtigen Geschichten aus dem Buch Exodus oder jubelnde Psalmen. Die Hoffnung auf den mitgehenden Gott, der mit seinem starken Arm sein Volk verteidigt und es den Weg durch Wüste, Feinde und Tod hindurch zum Leben führt, wurde mit den beiden zurückhaltenden Interpreten wahrlich zur lebendigen Botschaft. Die Gedichte von Rose Ausländer oder Hilde Domin hätte man gerne ein zweites Mal gehört, um ihnen noch intensiver nachspüren zu können.

"Was für ein wunderbarer Chor"

"Was für ein wunderbarer Chor, was für ein herrlicher Dom" – kurz vor Schluss der guten Zeitstunde das einzige Wort des Abends, das die beiden Schauspieler nicht exakt vorbereitet hatten. Man nahm es Martin Gruber zustimmend ab angesichts der Leistung des Domchores unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Bollendorf und der das Wort ergänzenden Musik von Domorganist Thomas Schmitz.

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