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30.07.2016
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Kardinal von Galen.

Der "Löwe von Münster": Kardinal von Galen.

Suche nach den letzten Quellen

Vor 65 Jahren starb Clemens August Kardinal von Galen

Bistum. Nur wenige Wochen nach seiner Erhebung zum Kardinal verstarb der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, am 22. März 1946. Das Interesse der historischen Forschung an dem "Löwen von Münster" ist bis heute ungebrochen.

Über das Wirken von Bischof Clemens August Graf von Galen und seine Einstellung zur Weimarer Republik und zur Diktatur ist über Jahrzehnte intensiv diskutiert worden. Die Seligsprechung des Kardinals 2005 führte noch einmal zu Kontroversen und unterschiedlichen Bewertungen seines Handelns. "Die großen Streitfragen sind eigentlich ausdiskutiert", sagt Professor Joachim Kuropka. Der frühere Leiter des Instituts für Geschichte und historische Landesforschung an der Universität Vechta gab selbst 2007 einen Sammelband unter dem Titel "Streitfall Galen" heraus, der sich mit Galens Haltung zum Nationalsozialismus, zu Demokratie und Krieg und zu den Juden beschäftigte.

Bei seiner Rückkehr nach der Kardinalserhebung in Rom wurde Kardinal Clemens August von Galen am 16. März 1946 in Münster ein großer Empfang bereitet. Seine Dankansprache auf dem Domplatz vor dem zerstörten Dom verfolgten Tausende von Gläubigen. Kardinal von Galen verstarb wenige Tage später am 22. März 1946.

"Die Kontroversen überschritten damals zum Teil die Grenzen der Polemik. Das war nicht gut. Historiker haben die Aufgabe, mit den historisch-kritischen Methoden die Quellenlage aufzuarbeiten und nicht moralische Urteile zu fällen, wie jemand zu handeln hätte. Die Zeitumstände sind immer zu berücksichtigen, wenn Wertungen vorgenommen werden", sagt Kuropka, der sich seit den späten 1970er Jahren mit dem "Löwen von Münster" wissenschaftlich beschäftigt und den Forschungsstand bis heute im Blick behält.

Galen hält der Wissenschaftler für den am besten erforschten deutschen Bischof seiner Zeit. Gelegentlich kommen aber dann doch noch einige bislang unentdeckte Quellen ans Licht, wie die Erinnerungen eines evangelischen Kirchenrats aus der westfälischen Landeskirche, der die Galen-Predigten bewunderte, oder ein Dankesschreiben eines Juden nach Kriegsende 1945, das darauf schließen lässt, dass Galen in der Zeit der Verfolgung helfend habe eingreifen können. Kürzlich konnte auch erstmals ein Beleg dafür vorgelegt werden, dass in den Kirchen des Bistums Münster im Herbst 1938 für die Juden gebetet wurde, wie dies der Rabbiner Steinthal berichtet hat, was jedoch lange Zeit bezweifelt worden ist. "Der Bischof hat es als schweres Versäumnis bedauert, 1938 nicht für die Juden gepredigt zu haben", sagt Kuropka.

Anerkannter Galen-Experte sowie Herausgeber und Verfasser mehrerer Galen-Bücher: Professor i. R. Joachim Kuropka aus Vechta.

Bemerkenswert empfindet er das Forschungsinteresse im Ausland: In Frankreich und Italien sind neuere populäre Galen-Biografien erschienen, in Polen gleich zwei Doktorarbeiten, wobei ein Forscher an der Universität Lodz die berühmten Galen-Predigten einer literaturwissenschaftlichen Analyse unterzog. Bei dieser Dissertation fungierte Kuropka als Zweitgutachter.

Der Historiker hat sich in zuletzt akribisch mit den politischen Positionen des Pfarrers Graf von Galen und seines Bruders Franz Graf von Galen, der Zentrumsabgeordneter im Preußischen Landtag war, in den Jahren 1932/33 befasst. Die Brüder pflegten einen Schriftwechsel, der weitgehend erhalten geblieben ist. Der spätere Bischof fertigte für seinen Bruder Franz mehrere politische Vorlagen an. Darin entlarvte Clemens August die religions- und kirchenfeindliche Haltung der Nationalsozialisten. "Galen erkannte früh die Gefahr einer politischen Gewaltherrschaft", urteilt Kuropka und erwähnt eine Einschätzung Galens im Sommer 1932, als dieser den Radikalismus der Nationalsozialisten als "Unheil" für das Land ansah.

Die Ergebnisse seiner Forschungen wird Kuropka demnächst veröffentlichen. "Der Kardinal bleibt eine spannende Person", sagt er.

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