
Als unverzichtbar für die Kirche bezeichnete Bischof Felix Genn die Tageseinrichtungen für Kinder auf dem Fachtag der Caritas in der Halle Münsterland.
500 Erzieherinnen bei Fachtag katholischer Kitas
Bischof Genn: Kindergärten "ein Schatz für die Kirche"
Bistum. Pfarrgemeinden werden zusammengelegt, Kirchen aufgegeben, aber die katholischen Tageseinrichtungen für Kinder sind so stark nachgefragt wie eh und je. Und nach Caritas-Angaben für Münsters Bischof Felix Genn "unverzichtbar".
Das bekannte er auf dem Fachtag des Katholischen Verbandes Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) in der Diözese Münstern und des Diözesancaritasverbandes Münster am Donnerstagnachmittag (10.03.2011) in der Halle Münsterland: "Kitas sind ein Schatz für die Kirche." Über 500 Erzieherinnen, Träger und Vertreter aus Politik und der Ausbildungsstätten waren dazu nach Münster gekommen, wie die Pressestelle des Diözesancaritasverbandes mitteilte.
"Eltern legen wert auf religiöse Werte"
Dass Eltern immer mehr Wert auf eine an sozialen und auch religiösen Werten orientierte Erziehung und Betreuung ihrer Kinder legen, zeigt sich für den Vorsitzenden des Diözesancaritasverbandes, Klaus Winterkamp, in ungebrochen hohen Anmeldezahlen der 750 katholischen Tageseinrichtungen in der Diözese Münster, die von weit über 50.000 Kindern besucht werden. Damit wachse auch ihre Bedeutung für die katholische Kirche: "Die Erzieherinnen werden zum Gesicht der Kirche". Dieses persönliche Zeugnis werde gebraucht. Allerdings müssten dafür auch die politischen Rahmenbedingungen erfüllt sein, forderte der KTK-Vorsitzende, Dechant Johannes Hammans aus Coesfeld.
Bischof Genn sieht in den Tageseinrichtungen sein persönliches Ziel, "Menschen mit Jesus Christus in Berührung zu bringen", erfüllt. Das geschehe unmittelbar aber auch indirekt, indem die Kinder lernten miteinander zu sprechen und sich sozial zu verhalten, sagte Genn in seiner Predigt im Rahmen eines einleitenden Wortgottesdienstes. Er erkannte die hohen Anforderungen an die Arbeit in den Tageseinrichtungen an. Durchhalten lasse sich das nur, "weil sie liebende Menschen sind". Das sei besonders nachhaltig, denn "was in Liebe investiert wird, kann niemals verloren gehen".
Ebertz: "Dienstleistungsorientierter Wandel"
In einer tiefen Krise sieht der Religionssoziologe Professor Michael Ebertz von der Katholischen Hochschule in Freiburg die Kirche. In seinem Vortrag über "die Kirche und ihr Kindergarten im gesellschaftlichen Wandel" plädierte er für einen "gemeinschaftsstiftenden und dienstleistungsorientierten Wandel" der Tageseinrichtungen.
Viele Gemeinden und auch ihre Kindergärten versuchten noch, sich an Traditionen zu klammern oder "durchzuwursteln", aber in der Öffnung für die neuen Realitäten liege die Chance. Dazu müsse anerkannt werden, dass die Pastoral nicht allein Aufgabe der Geistlichen sei sondern aller getauften und gefirmten Christen. Klar sei auch, dass die Menschen durchaus noch religiös seien, auch wenn sie es im Alltag nicht so zeigen könnten und wollten.
Ebertz warnte vor einem Rückzug aus der Kinderbetreuung: Die katholische Kirche stehe vor einer "Neugründung". Dabei werde die katholische Tageseinrichtung zweifelsohne "nachgefragt und unverzichtbar sein".
Mette: "Kinder haben eine Botschaft an die Kirche"
Für Professor Norbert Mette vom Institut für Katholische Theologie der Technischen Universität Dortmund haben "die Kinder eine Botschaft an die Kirche". Das christliche Profil der Tageseinrichtung beweise sich darin, dass sie ein Begegnungsort sei, in der unter anderem die Freude und Not des anderen wahrgenommen werde. Wenn Eltern nicht die nächstgelegene Kita wählten, sondern sich in hohem Maße für die katholische entschieden, sei das ein Beweis für die Qualität.
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Text: pd, göc | Foto: pd
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