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10.12.2018
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Schwester Katharina Kluitmann und Abt Laurentius Schlieker.

Schwester Katharina Kluitmann und Abt Laurentius Schlieker.

Franziskanerin Kluitmann und Benediktinerabt Schlieker referieren

Keine "Endzeit der Orden"

Bistum. Eine "Endzeit der Orden" – so der Titel des Abends – wollten beide Referenten nicht ausmachen. Zwar riefen die münstersche Franziskanerin Katharina Kluitmann und Laurentius Schlieker, Abt des Benediktinerklosters Gerleve, am Dienstag (22.02.2011) in der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus in Münster dazu auf, die schwierige personelle Situation der Orden anzuerkennen und nicht schönzureden. Und doch: Die Aufgabe der Orden – das Leben mit und für die Menschen und zugleich in der Gegenwart Jesu – habe nichts von ihrer Aktualität verloren.

Statistiken, sagte Schwester Katharina, würden manche "das Fürchten lehren". 80 Prozent der Ordensleute seien weiblich – Nachwuchs gebe es trotzdem auch dort kaum, das Durchschnittsalter betrage 76 Jahre. Ferner fiele es nicht nur Menschen, die an einem Ordenseintritt interessiert seien, schwer, angesichts der Vielzahl von Gemeinschaften den Überblick zu behalten.

Dienst trotz aller Klischees

Zudem seien gerade die Frauenorden mit Klischees behaftet. Es entstünden Zerrbilder etwa von einer "Schwester Pia, der Frommen", einer eifrigen Beterin, deren Beitrag zur Weltverbesserung oft als gering erachtet werde. Oder von "Schwester Misericordia, der Barmherzigen", die sich für die Kranken aufopfere, aber sich selbst gänzlich vergesse.

Gegen diese Klischees stehe der Dienst von Ordensfrauen heute. Dabei bleibe es ein wichtiges Merkmal, an Glauben, Spiritualität und Gebet festzuhalten. Für Ordensfrauen sei es "wesentlich", in Gott "vernarrt zu sein, sich nicht von ihm zu lösen", sagte Schwester Katharina. Ordensfrauen müssten Spannungen zwischen Traditionen und Umbrüchen, Treue und kreativen neuen Wegen aushalten. Für ihren Dienst zu schämen bräuchten sie sich nicht. Vielmehr sollten sie "bereit sein, von der Hoffnung zu reden, die uns erfüllt".

"Haus aus lebendigen Steinen"

Abt Laurentius Schlieker nahm das Leben der Gerlever Benediktiner von zwei Seiten in den Blick. Nach "außen" wirkten das Kloster, seine Jugendbildungsstätte, ein Exerzitienhaus, Angebote zur Seelsorge und geistlichen Begleitung und die Liturgie im Kloster. Die Benediktiner arbeiteten zudem im Archiv, in der Buchbinderei oder "draußen im Bistum".

"Innen" sei das Kloster ein "Haus aus lebendigen Steinen", in dem das Zusammenleben manchmal "akrobatische Kunststücke" erfordere – manch ein Mitbruder benötige länger, um "seinen Ort" zu finden. Es sei ein Privileg, in einer Gemeinschaft zu leben, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt sei und den Einzelnen bis ins hohe Lebensalter stütze. Neben der Gemeinschaft seien Zeiten der Stille, des Gebets und der Beschäftigung mit dem Wort Gottes von großer Wichtigkeit für einen Benediktiner.

Als Abt, sagte Schlieker, leite er das Kloster "mit Hilfe der Brüder". Der Benediktsregel folgend dürfe ein Abt nichts anderes ausführen "als das Geheiß des Herrn". Wenn man Jesus im Blick habe, könne ein autoritäres Gehabe gar nicht aufkommen. Vielmehr solle ein Abt ein Lehrer sein, der das Wesentliche sage, ein Hirte, der jeden in seiner Einzigartigkeit erkenne, ein Arzt, der sich und anderen unnütze Sorgen erspare – und ein verlässlicher Verwalter.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden

Text: Marina Todzi | Foto: Marina Todzi
23.02.2011

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