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23.04.2018
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Bischof Martin Happe.

Bischof Martin Happe.

Weihnachtsbrief von Bischof Martin Happe aus Mauretanien

Personenschutz "dankend abgelehnt"

Nouakchott / Bistum. Der Wüstenstaat Mauretanien gilt als gefährlich für westliche Bürger, aber Martin Happe will keinen Personenschutz. Daran lässt der aus Sendenhorst (Kreisdekanat Warendorf) stammende Bischof von Nouakchott keinen Zweifel. Ein solches Angebot der deutschen Botschaft habe er "natürlich dankend abgelehnt", schreibt der 65-Jährige in einem Brief zu Weihnachten 2010.

Damit ist Happe offenbar in der Minderheit in Mauretanien, wo der Islam einzig zugelassene Religion ist. Aus Furcht vor Anschlägen würden sich westliche Diplomaten nur noch in gepanzerten Autos bewegen. Botschaften seien zu "Hochsicherheitsgefängnissen" umgebaut worden, von Betonmauern umgeben, auf denen Stacheldrahtrollen befestigt seien, schreibt der Bischof.

Seine Tür bleibt offen

Die Tür zu seinem Bischofshaus bleibe jedoch "weiterhin geöffnet für alle, die mich besuchen wollen", schreibt Happe. "Ich gehe weiterhin zu Fuß durch die Stadt, selbst nach Einbruch der Dunkelheit, und ich fahre auch weiterhin ohne Chauffeur und ohne Sicherheitskraft durchs Land", um Pfarreien zu besuchen.

Deutsche Diplomaten sind da weniger ruhig. Das Außenministerium in Berlin spricht eine "Teilreisewarnung" aus: "Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mauretanien wird abgeraten. Vor Reisen in das Grenzgebiet zu Algerien und Mali wird ausdrücklich gewarnt. Mit weiteren terroristischen Anschlägen – auch gegen Ausländer – muss in Nouakchott und im ganzen Land gerechnet werden." Wirksame Maßnahmen gegen die örtliche Al-Qaida, die westliche Bürger als potenzielle Entführungsopfer sehe, zeichneten sich derzeit nicht ab.

Die Flagge von Mauretanien.

Die Flagge von Mauretanien.

Kein Piepser am Gürtel

Botschafter Eberhard Schanze hatte Bischof Happe zu sich gebeten. Er wollte dafür sorgen, dass Sicherheitskräfte rund um die Uhr das Bischofshaus bewachen. Zudem sollte Happe einen "Notfall-Piepser" am Gürtel tragen.

Der Bischof wollte das nicht. Er könne sich "beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich unter den gewünschten Umständen mein Bischofsamt ausüben sollte", schreibt er. Man möge sich nur die Folgen für die Kirche und die Projekte der Caritas vorstellen, "wenn der Bischof und seine Mitarbeiter sich in Festungen verkriechen würden".

Zuversicht der Weihnachtsbotschaft

Dann würden tausende Kranke nicht mehr versorgt, hunderten Müttern würde nicht mehr geholfen, ihre unterernährten Säuglinge zu ernähren, Kinder bekämen keine Schulbildung mehr, Büchereien würden geschlossen, Flüchtlinge nicht mehr beraten, im Hauptstadt-Gefängnis gäbe es keine sozialen Angebote mehr. Nicht zuletzt bekämen die rund 4.000 Katholiken – sämtlich Ausländer, die in Mauretanien arbeiten – Angst.

Die Liste sei bei weitem nicht komplett, schreibt Happe. Mit Blick darauf aber werde ihm bewusst, was die kleine katholische Kirche in und für Mauretanien erreichen könne, "weil wir an die Weihnachtsbotschaft glauben, weil wir daran glauben, dass Gewalt und Terror nicht das letzte Wort haben werden". Der Bischof verweist auf eine Jesaja-Lesung aus der Liturgie der Christmette: "Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt." (Jes 9,4-5)

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  3. undefinedBischof Happe in Mauretanien: Farbe bekennen, ohne zu angeln (28.08.2008)

Text: Jens Joest | Foto: Jens Joest
15.12.2010

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