
Professor Thomas Söding hielt die Statio bei der Vesper zur Gebetswoche um die Einheit.
Vespergebet um Einheit der Christen im St.-Paulus-Dom
Söding: Einheitsgebet ist "Dienst am Frieden in der Welt"
Bistum. Als "Dienst am Frieden in der Welt" hat der Neutestamentler Thomas Söding das Gebet um die Einheit der christlichen Kirchen bezeichnet. Schon die – damals noch vereinte – christliche Urgemeinde in Jerusalem habe durch ihr Wirken Frieden gestiftet, sagte Söding in der Statio in der Vesper zur weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen am Sonntag (23.01.2011) im St.-Paulus-Dom in Münster.
Söding, der an der Ruhr-Universität in Bochum lehrt und Vorsitzender des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster ist, erinnerte an vier Grundmerkmale christlicher Gemeinden: das Festhalten an der Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, das Brechen des Brotes und das Gebet. Durch ihre Gottes- und Nächstenliebe habe die Urgemeinde hohe Anerkennung erworben. Sie sei eine Einheit des Friedens gewesen in einer Zeit des Aufruhrs in Jerusalem nach dem Tod Jesu. Die Urgemeinde sei "ein Paradebeispiel, wie die heiße Liebe zu Gott andere Menschen mit einem anderen Glauben nicht verbrennt, sondern auftaut, sich neu auf die Suche nach Gott zu machen", sagte Söding.
Noch heute sei es schwierig für die Christen in Jerusalem, angesichts der politischen und gesellschaftlichen Probleme ihren Glauben zu leben, erinnerte Söding mit Blick darauf, dass Christen in Jerusalem das Leitwort der weltweiten Gebetswoche 2011 gewählt hatten. Es lautet "Zusammen glauben, feiern, beten" (Apg 2,42).
Der Vesper stand Weihbischof Christoph Hegge vor. Er sagte, das Leitwort der Gebetswoche 2011 sei eine Mahnung für heutige Christen, "wiederzuentdecken, was die ersten Christen in Jerusalem zusammengehalten hat". Die Urchristen führten die Glaubenden "zurück zu den Anfängen der Kirche und ihren bleibenden Lebensgrundlagen, damit wir aus den gemeinsamen Quellen neue Kraft und Zuversicht für die Einheit schöpfen".
In der Vesper wirkte zudem der evangelische Pfarrer Johannes Krause-Isermann mit, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Münster, sowie Erzpriester Miltiadis Stavropoulos von der griechisch-orthodoxen Gemeinde Münster.
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Text: Christina Brüggemann | Foto: Archiv
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