
Die Johannes-Figur aus Holz stammt aus dem Jahr 1830 und steht seit 13 Jahren in der Kirche. Vielmehr ist über sie allerdings nicht bekannt.
Serie "Biblische Heilige des Advents": Johannes der Täufer
St.-Johannes-Kirche in Billerbeck
Billerbeck. Er gilt als Vorläufer Jesu: Johannes der Täufer. Sechs Monate vor Weihnachten, am 24. Juni, wird sein Geburtsfest gefeiert, und doch ist er ein Heiliger des Advents ...
Billerbeck ist bekannt als Sterbeort des heiligen Ludgerus. Im Schatten des mächtigen Doms steht die Johannis-Kirche. Sie ist eine der Urpfarreien des Bistums Münster. Am Abend vor seinem Tod, am 26. März 809, soll der heilige Ludgerus in der Vorgängerkirche der Johannis-Kirche seinen letzten Gottesdienst gefeiert haben. Bei Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, dass es bereits im achten Jahrhundert eine Kirche an dieser Stelle gab. Sie war eine Gründung von Abt Bernrad. "Und nicht von ungefähr wurde der heilige Johannes der Täufer als Patron gewählt. Denn in Billerbeck wurde zu Zeiten von Ludgerus bereits getauft", erklärt Propst Hans-Bernd Serries. Viele Legenden, die sich um den ersten Bischof von Münster ranken, haben mit Wasser zu tun. "Billerbeck war eine Missionsstation, von der aus das Umfeld versorgt wurde. Es war ein Ort der Christianisierung. Und die Legenden können ein Hinweis auf die Taufen sein", sagt er weiter.
Die Johannes-Schüssel. |
Heute verdrängt das Gedenken an den heiligen Ludgerus oft die Bedeutung Johannes des Täufers in Billerbeck. "Aber ohne Johannes gäbe es keinen Ludgerus", stellt Paul Meyer klar. Der pensionierte Küster kennt sich aus. Da es in der Johannis-Kirche keine Figur des Patrons gab, hat der Vorgänger von Serries, Propst Heinrich Remfert, an einer Säule eine Holzfigur aufstellen lassen. "Ich kann mich erinnern, dass diese schon in meiner Kindheit bei Propst Anton Laumann und später bei seinen Nachfolgern auf dem Schreibtisch stand", erzählt der 86-Jährige. Zur Darstellung kann er allerdings nur berichten, dass sie aus dem Jahr 1830 stammt. "Woher sie kommt, weiß keiner." Eine weitere Darstellung in der Kirche ist die Johannes-Schüssel, die am Eingang zur Taufkapelle mit dem Taufstein von 1497 hängt. "Sie stammt aus dem alten Hochaltar und hing früher über der Tür zur Sakristei. Seit 2002 hat sie ihren Platz unter der Orgel", sagt Meyer.
Es gab in Billerbeck sogar zwei Kirchen, die einen adventlichen Heiligen als Patron hatten. An der Stelle, an der sich heute der Ludgerus-Dom befindet, stand eine St.-Nikolaus-Kirche. "In Rosendahl-Darfeld gibt es eine Kirche mit dem Patrozinium. Das ist sicherlich kein Zufall, denn sie wurde von Billerbeck abgepfarrt", erklärt Serries.
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